Zwei US-Studenten funktionieren "Somebody That I Used To Know" in ein Klagelied gegen ihren Präsidenten um.

Boston (kim) - Nach vier Jahren Präsidentschaft hat Barack Obama bei nicht wenigen Amerikanern ein Gefühl von tiefer Enttäuschung hinterlassen. Die vielen Versprechen zu Beginn seiner Amtszeit konnte er kaum einhalten.

Darunter leiden offenbar auch die College-Absolventen Justin Monticelli und Ryan Newbrough, die sich nun kreativ mit Präsident Obamas erster Amtszeit auseinandersetzen: "Obama That I Used To Know" heißt das Ergebnis. Es ist eine Parodie des zahlreich gecoverten Hits von Gotye, "Somebody That I Used To Know" - ein Klagelied mit viel Wortwitz.

Monticelli und eine Freundin imitieren im Video Gotye und Sängerin Kimbra. Sie stehen vor einer beigen Wand mit einem riesigen Obama-Portrait, dessen Farben Rot, Blau und Beige nach und nach mit den nackten Körpern der beiden verschmelzen.

Angriff mit Ironie

Viel interessanter ist die lyrische Gestaltung des Songs: Der Text beklagt nicht nur die Niederlagen des Präsidenten, sondern schlägt auch - ironisch gemeinte - Lösungen für Probleme wie etwa Guantanamo vor. Verziert wird der Song hier und da mit eingespielten Obama-Zitaten.

Die Studenten hatten beide 2008 die Obama-Kampagne unterstützt und zeigen sich nun als Obama-Fans frustriert. "Die Themen, die uns bewegen, haben die Kandidaten noch viel zu wenig angesprochen", beschwert sich Monticelli über den aktuellen Wahlkampf. Ihr Video soll dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit darauf zu lenken.

Fotos

Gotye

Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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8 Kommentare

  • Vor 5 Jahren

    Gott wie ich diese "enttäuschten" Obama-Gegner verabscheue. Mit JEDEM anderen Präsidenten wäre zig mal schlimmer gekommen und schafft Obama die nächste Wahl nicht wird es grauenhaft für die USA. Trottel!

  • Vor 5 Jahren

    Diese Spasten die nicht raffen gegen was für einen beschissenen Haufen an Leuten und Regelungen ein guter Mensch wie Obama da ankämpfen muss.

  • Vor 5 Jahren

    Das kann ich im Prinzip nur unterschreiben. Das Problem in den USA ist, dass sich zumindest die Republikanische Partei zunehmend ideologisiert, und zwar auf eine völlig rückständige, mit keinerlei Hinterfragung verbundene Traditionenpflege hinsichtlich der Sozialsysteme, Integrationspolitik etc. Ohne Obama in den Himmel loben zu wollen, denn den Umstand, dass er sein Guantanamo-Versprechen nicht eingehalten hat, lasste ich ihm z.B. als großen Fehlschlag an, aber mit Ausnahme von Leuten wie Ron Paul besteht die Rep. Partei vor allem aus die Globalisierungsprozesse und den damit verbundenen Zeiten- und Gesellschaftswandel nicht verstehenden Hinterwäldlern...

  • Vor 5 Jahren

    Obama hatte bezüglich dem schließen von Guantanamo etliche Widerstände (tippe sogar auf absichtlichen Boykott um sein Wahlversprechen auch garantiert platzen zu lassen). Das töten per Drohne, inwiefern ist das verwerflich? Besser einmarschieren und das ganze Land platt machen, flächendeckend bombardieren und zighundert/tausend Menschenleben mehr gefährden? Auch umwelttechnisch läuft er gegen Mauern. Und nochmal, Obama ist das kleinste übel in Amerika. Auch die jüngste Ankündigung Richtung Syrien war alles andere als Wahlkampf, sehr unpopulär einen Militäreinsatz anzukündigen, aber dennoch wichtig und das ist es was ihn so real macht.

  • Vor 5 Jahren

    @this beautiful creature: Unmut kundzutun ist absolut legitim (ich bin mit seinem Umgang mit Guantanamo wie gesagt auch nicht glücklich), aber die Art und Weise, wie das im Moment in den USA hinsichtlich der Obama-Politik abläuft, ist inakzeptabel. Es gehört zwar (leider) schon lange zum typischen amerikanischen Wahlkampf, in erster Linie seine Gegner zu diskreditieren und erst in zweiter Linie eigene Stärken herauszustellen, aber wie das seit einiger Zeit in eine mediale Hetzkampagne ausartet, ist fürchterlich. Zu dem Freiheitsdenken: Absolut richtig, aber dieses fast schon extreme Freiheitsverständnis ist heutzutage nicht mehr tragbar (wenngleich das viele US-Amerikaner nicht erkennen wollen), weil es in den Köpfen vieler rep. Politiker und Wähler in letzter Konsequenz in einen US-amerikanischen Isolationismus mündet (weniger nationalstaatliche Interdependenzen = mehr Freiheit), der 1. für den Weltmarkt und 2. für das USA/China-Verhältnis schwerwiegende Folgen haben könnte (ist im Moment alles nur Spekulation, aber das Risiko wäre einfach zu hoch).