Porträt

laut.de-Biographie

Funker Vogt

Wann Herr Vogt zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt, entzieht sich unserer Kenntnis, spielt aber auch keine Rolle. Wichtig ist, dass dieser sich später mit Gerrit Thomas (Keyboards, Programming) und Sänger Jens Kästel anfreundet und bei der Bundeswehr einen Job als Funker findet. Diesen Umständen ist der obskure Name einer der führenden deutschen Elektrobands zu verdanken, die 1995 ins Leben gerufen wird. Dem voran geht Ravenous, bei der Gerrit mit Björn Böttcher (Keyboards, Programming) aktiv ist. Als einige Songs, dem Sänger von Ravenous nicht liegen, fragt Gerrit einfach Jens, was er sich dazu vorstellen könnte, schon war Funker Vogt geboren. Doch auch bei Fictional und Fußpils 11 lässt Gerrit seinen musikalischen Vorlieben freien Lauf.

Funker Vogt - Blutzoll
Funker Vogt Blutzoll
Tanzflächenfeger - düster und stark.
Alle Alben anzeigen

Ob sich die Herren bei der Bundeswehr so wohl gefühlt haben, ob man einfach den Namen stilecht mit entsprechenden Texten untermalen will oder ob die Themen Krieg, Zerstörung und menschliche Abgründe im Leben von Gerrit und Jens ein wichtige Rolle spielen, jedenfalls ziehen sich diese Bereiche wie ein roter Faden durch alle ihre Veröffentlichungen. Den beiden deswegen eine erhöhte Aggressionsbereitschaft zu unterstellen, wäre aber Blödsinn. Schließlich sprechen sie nur das aus, was uns leider jeden Tag umgibt.

Was ursprünglich als Projekt beginnt, festigt sich schnell zu einer Band, die in Kai Schmidt einen geeigneten Texter findet. Zoth Ommogh, bei denen sich auch Bands wie Front 242 oder In Strict Confidence tummeln, nimmt sie unter Vertrag und 1996 erscheint "Thanks For Nothing". Nur ein Jahr später folgen die EP "Words Of Power", die Maxi "Take Care" und der nächste Full-Length-Player "We Came To Kill". Sprechen einige anfangs noch von einer Kopie von Acts wie :Wumpscut: oder Front Line Assembly, können sich Funker Vogt doch recht schnell als ernst zu nehmende Combo etablieren.

Auch 1998 stehen wieder insgesamt vier Outputs des Duos in den Regalen, wovon die CD "Execution Tracks" und die Remix EP Remix Wars: Funker Vogt vs. Velvet Acid Christ" heraus stechen. Live stehen Gerrit nun Gitarrist Jens Thomas Kroll und Gerrits alter Ravenous-Kollege Björn, der genau wie Texter Kai fürs Management verantwortlich ist, zur Seite. Im folgenden Jahr erscheint dann kein Tonträger sondern ein Video mit dem klangvollen Titel "Live Execution". Immer noch herrschen die verzerrten Vocals und der brachiale Beat vor - schon lange ein Markenzeichen der Band.

 - Aktuelles Interview
Funker Vogt "Mittlerweile reicht's zum Leben"
FV-Sänger Jens Kästel über Erfolg, hübsche Russinnen, Stress in Dresden und seine Multiple Sklerose-Diagnose.

Das Jahr 2000 beginnt mit der Single "Gunman", dem folgenden Album "Maschine Zeit" und einem Wechsel zum Bloodline Label. Musikalisch ändert sich hingegen nichts, sieht man von leichten Variationsversuchen in punkto Geschwindigkeit und Eingängigkeit ab. Textlich tritt das Kriegsthema etwas in den Hintergrund. "Maschine Zeit" folgt ein Doppelalbum mit vier neuen Tracks und jeder Menge interessanten Remixversionen des vorangehenden Albums. Es folgt u.a. die "Code 7477" EP, ehe auch die Zusammenarbeit mit Bloodline endet.

Mit dem SPV Sublabel Synthetic Symphonie erhoffen sie sich eine besser Kooperation. Im Juni 2002 erscheint als Appetizer für das Album "Survivor" die Single "Date Of Expiration". "Survivor" geht noch mal einen Schritt weiter hin zu mehr Melodien und zeigt, wie sehr Jens’ Gesang weiter entwickelt hat. Ein Song wie "Red Queen" wäre bis vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Anfang 2003 legen sie mit der Tour zum Album los und geben im Anschluss einen Remix-Wettbewerb zu einer ihrer Singles.

Da im April zwei Konzerte sozusagen unter aller Sau laufen, weil die Band „nicht ganz auf der Höhe“ ist, entschuldigen sie sich öffentlich und in aller Form auf der Homepage und geloben Besserung. Im Juli erscheint sowohl das "Revivor"-Album, als auch die nächste Fictional-Scheibe. Zu der Zeit ist die Band in Kanada auf Tour. Das Jahr endet mit einer weniger erfreulichen Nachricht, denn Thomas Kroll verlässt die anderen Funker.

Seinen Platz nimmt ab Februar 2004 Frank Schweigert ein. Im September steht eine Südafrika-Tour und ein Abstecher nach Moskau an, ehe der November mit der Veröffentlichung des ersten Teils von "Always & Forever" aufwartet. Darauf gibt es jede Menge Singles und EPs sowie neue unveröffentlichte Stücke zu hören. Mitte April ist das neue Studioalbum so gut wie im Kasten, ab Anfang September steht "Navigator" in den Regalen.

Fast schon überrascht die Tatsache, dass es 2006 keine Veröffentlichung im Hause Funker Vogt gibt. Wie zur Kompensation erscheint Anfang 2007 direkt der zweite Teil von "Always & Forever", außerdem bereits wenige Wochen später das neue Album "Aviator". Nach der Nautik widmen sich die Mannen dieses Mal der Luftfahrt. Einen Schritt weiter gehen sie im Frühjahr 2008 und nehmen im K17 in Berlin ihre erste Live-DVD auf. Zuvor spielten sie eine ausgedehnte US-Tour, beschäftigen sich anschließend aber mit den Aufnahmen für die DVD.

Die ist ein knappes Jahr später fertig und enthält neben dem Gig im K17 auch diverse Auftritte vom M'era Luna-Festival, wo die Band quasi Stammgast ist. "Warzone K17" liegt schließlich Ende Mai 2009 in den Regalen, da laufen die Arbeiten am nächsten Studioalbum schon auf Hochtouren. Düsterer, aber direkter soll das neue Album werden, was sie schon in der Titelwahl ausdrückt: "Blutzoll" erscheint Ende Oktober 2010 und erweist trotz der typischen Tanzflächenfüller als ziemlich abwechslungsreich.

Interviews

Alben

Funker Vogt - Blutzoll: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2010 Blutzoll

Kritik von Michael Edele

Tanzflächenfeger - düster und stark. (0 Kommentare)

Fotogalerien

Amphi 2010 Der Dressman und seine Band.

Der Dressman und seine Band., Amphi 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Der Dressman und seine Band., Amphi 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Der Dressman und seine Band., Amphi 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Der Dressman und seine Band., Amphi 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

Funker Vogt live Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr

Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Beim 24. Dark Dance Treffen in Lahr, Funker Vogt live | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen)

Noch keine Kommentare