Seit der Gründung 1991 mauserte sich das von dem Münchner DJ Rudy Ratzinger initiierte Bandprojekt :Wumpscut: zu einem der populärsten Acts der Gothic-Szene. In den Diskotheken der Schwarzkittel zählen Tracks wie "Black Death" oder "Soylent Green" heute bereits zu den Klassikern. Dank einer Veröffentlichungspolitik, die mit stylishen und limitierten Releases immer wieder die Sammlerherzen höher schlagen lässt, erfreut sich :Wumpscut: einer treuen Fangemeinde.
Die Anfänge in München gestalten sich mit zwei selbst produzierten Tapes in Kleinstauflage zu Beginn der 90er Jahre eher bescheiden. Aber schon im Dezember 1993 erscheint "Music For A Slaughtering Tribe" und schlägt unerwartet hohe Wellen. Der darauf enthaltene Track "Soylent Green" zieht die Leute in Scharen auf die Tanzfläche und macht :Wumpscut: über Nacht zu einem bekannten Namen in der Szene.
Es folgt ein Release beim renommierten Industrial-Label Ant-Zen, bevor Ratzinger mit Beton Kopf Media 1995 eine eigene Plattform an den Start bringt, von der er fortan die dürstenden Fans mit seinem samplebeladenen Mix aus EBM, Industrial und Techno versorgt. Die Longplayer "Bunkertor 7" 1995, "Embryodead" 1997 sowie die Compilation "Born Again", die im selben Jahr in die Plattenläden kommt, halten Ratzinger weiter auf Trab und machen einige längst vergriffene :Wumpscut:-Tracks wieder zu normalen Preisen verfügbar.
Entspannung für den Geldbeutel bringt auch der Wechsel zu einem neuen Vertrieb, angesichts dessen die alten Veröffentlichungen vervollständigt und zum Teil neu aufgelegt werden. In dieser Tradition steht das CD-Release von "Preferential Legacy", der 95er LP, die darüber hinaus noch mit einigen Schmankerln für Fans, darunter gesuchte deutsche Versionen von :Wumpscut:-Klassikern, aufwartet.
1998 sieht es mit einem neuen Studioalbum schlecht aus. Statt dessen landen die beiden EPs "Dried Blood" und "Gomorra" zusammen auf eine CD namens "Dried Blood Of Gomorra". Der nächsten Veröffentlichung "Böses Junges Fleisch" geht eine Single voraus, die 17(!) Remixe des Songs "Der Totmacher" enthält. Neben den obligatorischen Fanpaketen erscheint im folgenden Jahr die dritte Compilation "Blutkind" mit einigen Songs der ersten beiden Tapes, unveröffentlichtem Material und zwei neuen Tracks.
"Wreath Of Barbs" erscheint Ende 2001. Aleta Welling, die bereits auf "Fear In Motion" und "She's Dead" ihre Stimme erklingen ließ, ist auch diese Mal wieder mit von der Partie. Da Rudi auf der Homepage einen Track namens "Ruda" zum Download freigibt und das gleichnamige Pärchen, welches mit seinem Satanistenmord durch die Presse ging, den Namen :Wumpscut: in die Presse brachte, stürzt sich die Bild-Zeitung auf das Thema und verbreitet jede Menge Schwachsinn über die Gothic-Szene.
Davon eher unbeeindruckt widmet sich Rudi den Arbeiten an "Preferential Legacy". Das Album erscheint im Mai 2003 und enthält die Songs der Vinyl-Scheibe "Preferential Legacy" von 1995 sowie ein zweite CD namens "Preferential Tribe" mit zahlreichen Remixen. Vor allem das Booklet ist erneut wirklich sehenswert. Neues Material ist bereits in Arbeit. Ab Mitte März 2004 dürfen sich die Fans "Bone Peeler" in die Regale stellen.
Das Artwork zieren wie gewohnt allerlei pathologische Motive, der Inhalt präsentiert sich aber weit weniger düster als die bisherigen Veröffentlichungen des Bayern. Anstatt wieder unzählige Spuren übereinander zu legen, konzentriert sich der Mann deutlich mehr auf ein Thema, das er mit seinen Songs zum Ausdruck bringen will. Neben den zwölf neuen Tracks sind einmal mehr zahlreiche Remix-Versionen auf der Special Edition des Albums zu hören. Der zweiten Auflage der Scheibe fügt er noch zwei Songs aus einem Remix-Contest bei, konzentriert sich derweil aber schon wieder auf seine nächste Veröffentlichung.
Die erscheint im April 2005 unter dem Titel "Evoke" und überrascht mit einem Artwork, das eher auf ein Computerspiel schließen lässt. Das Monster auf dem Cover nennt er liebevoll "Blondi" und darf sich gleichzeitig auch noch darüber freuen, auf einmal Papst geworden zu sein - zusammen mit dem Rest von Deutschland.
Schon im Herbst steht als neues Thema der Fall um den Kannibalen von Rothenburg fest. Als Titel schwebt Rudi "Cannibal Anthem" vor. Das Album erscheint fast genau ein Jahr nach dem Vorgänger und versucht so etwas wie einen Brückenschlag zwischen den früheren Werken und den fast schon poppigen Ansätzen von "Bone Peeler" und "Evoke".
Im März 2007 erscheint dann das fünfte Werk in fünf Jahren. Es trägt den Titel "Body Census" und knüpft dort an, wo "Evoke" aufgehört hat. Technisch gut, aber zu ruhig und zu harmlos. Doch scheinbar ist das der Weg, den Rudy für :Wumpscut: gewählt hat, denn auch auf dem zwei Jahre später erscheinenden "FUCKIT" hofft man vergeblich auf härteres Material. Dafür gab es 2008 wieder einmal unangenehme Presse, nachdem bekannt wurde, dass ein Amokläufer in Finnland Fan der Band war.
Den reißerischen Text eines TV-Boulevardmagazins baut Rudy direkt als Intro für das neue Album ein. Über die Homepage ist die Scheibe bereits ab Heiligabend 2008 zu haben. Passend zum Titel gibt es im Merch auch das "FUCKIT"-Kondom. Im normalen Handel steht das Album ab Anfang April.
FUCKIT (2009)
Wreath Of Barbs (2001), Blutkind (2000), Böses Junges Fleisch (1999), Born Again (1997), Embryodead (1997)
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Und wer ist wieder schuld? Hagalaz667 |
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Ein Wumpscut-Forum? Mei.... BzR |
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06.10.05, 17:01 SaMcee |