Porträt

laut.de-Biographie

Edo Zanki

Tatsächlich: es existiert ein Godfather des deutschen Soul. Allerdings handelt es sich dabei nicht um den vielleicht vermuteten Xavier Naidoo. Denn der am 19. Oktober 1952 in Zadar/Kroatien geborene Edward "Edo" Zanki war in mehrfacher Hinsicht früher da.

Bereits als Fünfjähriger siedelt er mit seiner Familie nach Karlsdorf in Deutschland über. Edos älterer Bruder Vilko ermuntert ihn zu den ersten Gehversuchen in Sachen Musik. Für verschiedene gemeinsame Bands spielt er die Keyboards, und beteiligt sich am Songwriting. Lohn der Mühen: Edo erhält beim Label Global einen Platten-Vertrag.

Doch die Erfolge halten sich zunächst in überschaubaren Grenzen, er probiert sich in verschiedenen Stilen und sucht noch nach einem eigenen Profil. Unter dem Künstlernamen Don Anderson erscheinen die Longplayer "Feelin' Alright" (1972) sowie "The Eagle Flies" (1973).

Zwischen den Solo-Aktivitäten macht sich Edo einen Namen als Songwriter. Titel von ihm interpretieren etablierte Sängerinnen wie Joy Fleming und Tina Turner. Ende siebziger Jahre wird er durch die wohlwollend aufgenommen Alben "Jetzt Komm' Ich" (1977) und "Jump Back" (1979) einem breiteren Publikum bekannt. Live-Auftritte mit eigener Band als Support von The Who und im Festival-Verbund mit u. a. Nina Hagen und Udo Lindenberg steigern die Reputation des Künstlers.

Bei den Kollegen steht er hoch im Kurs, und arbeitet weiterhin als Komponist für andere Künstler. Mit dem Song "Die Tänzerin" (1983) für Deutschrock-Lady Ulla Meinecke gelingt ihm ein bundesweiter Charts-Erfolg. Trotz einer Reihe diverser Soloalben-Veröffentlichungen gilt Zanki weiterhin als Geheimtipp. 1986 landet er im Verbund mit Rock-Sängerin Ina Deter durch die Single "Du Hast 'Ne Ladung Dynamit" einen weiteren Single-Hit.

Längst hat sich der vielseitige Edo auch als Produzent einen Namen gemacht. 1999 beginnt eine enge Zusammenarbeit mit den Söhnen Mannheims. Auch Sabrina Setlur greift auf das Können des gebürtigen Kroaten zurück. In Zusammenarbeit mit den Mannheimern, Xavier Naidoo und Till Brönner schlägt 2001 der eigentlich 1977 entstandene Titel "Viertel Vor Neun ..." nun als "Gib Mir Musik" in Clubs und Charts auf.

In den Folgejahren zeigt sich Zanki gewohnt umtriebig in Sachen Auftrags-Produktionen, Live-Konzerten und verschiedensten Projekten. Fürs Thomas D.-Erfolgsalbum "Kennzeichen D" (2008) schreibt er den Titel "Wir Brauchen Dich". In André Hellers Show "Afrika! Afrika!" arbeitet Edo als musikalischer Direktor. Neben der Veröffentlichung des eigenen neuen Werks "Zu Viele Engel" zeichnet er 2011 auch für die Produktion des Julia Neigel-Comeback-Albums "Neigelneu" verantwortlich.

Musikalisch beweist sich Edo Zanki seit Karriere-Beginn als wahrer Tausendsassa. Sein Gespür und Talent für Sounds und Songs nehmen seit über zwei Generationen vorwiegend deutsche Künstler in Anspruch. In der Öffentlichkeit nie selbst zum ganz großen Star aufgestiegen, begeistert er dennoch mit seinem gut abgehangenen Mix aus Pop, Rock und natürlich dem alles verbindenden Soul.

Alben

10 (1995)

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