Porträt

laut.de-Biographie

Die Schinder

Tja, was macht man im Erzgebirge, wenn man nicht gerade 'ne rote Mütze auf hat, sich ein paar Teppichfransen im Gesicht hängen lässt und mit 'ner Schubkarre im Vorgarten steht oder durch diverse Bergwerkschächte rotiert? Band gründen, so was ist immer 'ne gute Idee. Denken sich auch Jens Dietrich (voc, g), Texter Olaf Martin (g,) Tobias Prager (b), Daniel Kaczmarek (voc) und Jörg Unger (dr). Deswegen raufen sich auch die Fünf aus Anaberg und Umgebung zusammen, um eine deftige Prise Musik unters unbedarfte Volk zu hämmern. Anfangs noch unter dem Namen Eternal Peace unterwegs, gelingt es ihnen nach drei Demos schon auf dem With Full Force Open Air mit namhaften Acts wie Napalm Death und Sick Of It All aufzutreten. Nachdem sie nach der '95 erscheinenden CD "Schinderaas", immer wieder den Spitznamen "Die Schinder" hören, benennen sie sich kurzerhand um. Zu dieser Zeit wird Jörg schon durch Jan Irmscher ersetzt.

Musikalisch orientieren sich die Schinder zunächst an der Death, Thrash und Gothik Szene. Deutlichstes Merkmal der Band sind der Wechselgesang und die unterschiedlichen Stimmen von Daniel und Jens. Drei von insgesamt sieben Songs sind jedoch noch in englischer Sprache verfasst. 1996 stößt mit Thomas Ebert (ex-Eminenz) ein Keyboarder zur Band und kann den Sound noch etwas mehr differenzieren. Als sie dann die ausgefallenen Die Schnitter auf der Tour mit Subway To Sally und D-Age (ex Depressive Age) ersetzen, entern sie die Bühne mit den Worten: "Wir sind nicht Die Schnitter, wir sind Die Schinder". Ab da war der Name gewechselt.

Auf dem, wieder selbstproduzierten '98er Werk "S" schlagen sie eine etwas groove-orientiertere Richtung ein und entwickeln sich zu mehr Eigenständigkeit hin. Nach einer gut besuchten Tour mit Das Ich verbarrikadieren sich die Jungs mit Bruno Kramm in dessen Danse Macabre Studios und beginnen mit den Aufnahmen zu "Gottesknecht". Erneut gelingt es der Band, ihren Stil auszubauen und gegen alle Konventionen zu verstoßen, was einige Leute scheinbar weder kapieren noch verdauen können. Ganz verdauen kann auch Thomas die eine oder andere chemische Substanz nicht, die er sich wohl zu oft rein zieht, denn er steigt kurz darauf wegen gesundheitlicher Probleme aus der Band aus.

Nachdem sie sowohl auf dem With Full Force Festival als auch auf dem Wave Gotik Treffen ganz gut absahnen und mit "Die Hure" eine mehr oder weniger notwendige Maxi CD mit Remixen auf den Markt bringen, folgt ein weiterer Wechsel in der Besetzung: T. Prager gibt seinen Posten an Thomas Havliczeck ab. Mit Mathias Sohn wird gegen Ostern dann endlich ein geeigneter Ersatz an den Keys gefunden. Auch 2001 spielen sie dann wieder auf dem WGT und können den guten Eindruck von Jahr zuvor noch übertreffen. Mit leichter Unterstützung von Annette Lachance und Matthias Weber entern Die Schinder erneut die Danse Macabre Studios, um "Wundenmann" aufzunehmen.

Alben

Die Schinder - Wundenmann: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2002 Wundenmann

Kritik von Michael Edele

Etwas für die toleranteren Fans härterer Töne. (0 Kommentare)

S (1998)

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