Porträt

laut.de-Biographie

Dick Dale

In den späten 50er Jahren war Kalifornien der Geburtsort eines neuen Musikstils. Aus den Überbleibseln von Country und Rock'n'Roll, der bevorzugten Musik der weißen Amerikaner in jenen Tagen, wurde der Soundtrack für Kaliforniens sonnenverwöhnte Jugend geboren. Surf Rock war das neue Ding und Dick Dale schon bald der unumstrittene "King of the Surf Guitar". Ein Titel, den ihm bis heute niemand mehr streitig gemacht hat.

Geboren wurde er unter dem bürgerlichen Namen Richard Monsour am 4. Mai 1937 in der Ostküstenstadt Boston, fernab seiner zukünftigen Wirkungsstätten an der Westküste der Vereinigten Staaten. Als der spätere "King of the Surf Guitar" 1954 seinen Wohnsitz nach Kalifornien verlegte, war von Surf Rock noch nicht die Rede und Dale, nach seinen prägenden Einflüssen in jenen Tagen befragt, nannte Country-Legende Hank Williams als den maßgeblichsten.

Doch schon bald begann Dale eigene musikalische Wege zu gehen, die ihn immer mehr von seinem Idol wegführten. Als er schließlich 1961 seine Single "Let's Go Trippin" veröffentlichte, war es eine lokale Sensation, die zwei Jahre später zum nationalen Flächenbrand geriet. Der reverb-beladene Sound seiner Fender und das flinke Stakkato-Spiel des Linkshänders Dale definierten das neue Genre. Dick Dale prägte die Ästhetik des Surf Rock wie kein zweiter. Sein Longplayer Debut "Surfer's Choice", die erste Surf Rock LP mit einem Surfer (Dale himself) auf dem Cover, kletterte in den Charts bis auf eine beachtliche 59. Position, trotz der vorwiegend in Kalifornien beheimateten Fanschar. Surf Rock war nun in aller Munde und Dick Dales Tracks avancierten zu Hymnen, zumindest im Surf-Underground.

Die all wochenendlichen Auftritte "Dick Dale and his Del-Tones" im Rendezvous Ballroom in Balboa, bei denen bis zu 4000 Fans zum Surf-Rock-Sound tanzten, sind heute Legende. Das große Geld jedoch machten die Beach Boys mit ihrer hitparadentauglicheren Interpretation des Phänomens Surf Rock. Als die Beatles kurz darauf die USA mit ihrem Beat Sound eroberten, war von Surf Rock nicht mehr die Rede und Dick Dale landete auf dem Abstellgleis der Musikgeschichte.

So erreichte Dick Dale zwar Kultstatus bei einer kleinen Fangemeinde, der große Durchbruch blieb allerdings aus, bis ... ja, bis ein gewisser Herr Tarantino in den frühen 90er Jahren Dick Dales Klassiker "Miserlou" zum Titelsong seines Blockbusters "Pulp Fiction" erwählte und den alten Mann damit wieder in alle Ohren brachte. Im Zuge des nun einsetzenden Surf Rock-Revivals begann auch Dick Dale wieder Alben zu veröffentlichen und ausgiebig zu touren. Und schließlich durfte der "King of the Surf Guitar" nun doch noch seinen wohlverdienten Platz im Popolymp an der Seite von Elvis, Hendrix und Co. einnehmen.

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