Porträt

laut.de-Biographie

Demob Happy

Die englische Stadt Brighton scheint anno 2014 ein gutes Pflaster für aufstrebende Rockbands zu sein. Das Bluesrock-Duo Royal Blood entfacht etwa mit dem selbst betitelten Debütalbum einen großen Hype. Dabei geht fast unter, dass So Records auch vier Jungs und ihre Band Demob Happy unter Vertrag nehmen.

Deren erste Single "Succubus", eine lässige Rocknummer mit akzentuierten Riffs und Rhythmuswechseln, sowie die dazugehörige "Young & Numb"-EP werden ebenfalls zum Hit - Demob Happy touren quer über die Insel.

Die Band besteht aus Frontmann und Bassist Matthew Marcantonio, den Gitarristen Adam Godfrey und Matthew Renforth sowie Drummer Thomas Armstrong. Das Quartett spielt einen wilden Mix aus Versatzstücken der Queens Of The Stone Age, Nirvana und den frühen Kings Of Leon, dementsprechend ergibt sich das Bild einer waschechten Garagerock-Grunge Truppe.

Die jungen Engländer formieren sich schon 2008, die lange Zeit bis zum ersten Plattenvertrag verbringen sie mit ständigem Proben und dem Verbessern ihrer Fähigkeiten. Glimpflich läuft das nicht immer ab: Im beschaulichen Brighton man man diese lauten und rohen Klänge weniger: Der Stadtrat beschlagnahmt so einmal kurzerhand im Haus der band alles, was auch nur marginal Geräusche von sich geben kann.

Lob bekommen die Grunge-Rocker dennoch für ihre erste LP "Dream Soda", die sich verspielt, direkt und eingängig zugleich gibt. Das liegt vor allem an der markanten Stimme Marcantonios, der stets nonchalant ins Mikro trällert. Diesen Eindruck unterstreicht Zane Lowe von BBC Radio: "Immer den Schalk im Nacken, aber die Musik ist todernst", charakterisiert er. Der Erfolg gipfelt 2015, als sie vom NME in der "50 New Bands You'll Love"-Liste gelistet werden.

Geht es nun mit der Aufmerksamkeit weiterhin steil bergauf? Mitnichten. Die Band gibt sich scheu und versucht so wenig wie möglich auf Internetpräsenz zu setzen. Auch auf Twitter sucht man sie vergebens, wie Gitarrist Adam Godfrey erklärt: "Dieses Twitter-Ding – keiner von uns hat es jemals benutzt und keiner von uns will es benutzen. Es ist eine total seltsame Sprache".

Sänger Marcantonio findet die Apathie und das weltfremde Lamentieren bei Jugendlichen über die sozialen Netzwerke erschreckend und möchte lieber mehr Aktivität ins alltägliche Leben bringen. Dafür soll man auch zu ihren Konzerten kommen: "Wir wollen, dass die Leute zu uns kommen und uns live sehen möchten – denn da geschehen immer die besten Dinge".

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