Porträt

laut.de-Biographie

Death In June

In Gothic-Kreisen zählen Death In June noch heute zu einer der politisch umstrittensten Bands. Stein des Anstoßes ist nicht etwa der musikalische Output von Death In June, sondern deren provokative Verwendung faschistischer Symbolik, die sich wie ein roter Faden durch die Karriere der englischen Band zieht. Der gezielte Tabubruch ist Programm.

Erstmal in Erscheinung getreten sind Death In June, alias Sänger und Gitarrist Douglas Pearce, Bassist Tony Wakeford und Drummer Patrick Leagas, 1980 in London, wo sie im Vorprogramm für Nick Caves Birthday Party debütierten. Pearce und Wakeford hatten davor bereits in der Punk-Band Crisis zusammen gespielt und nach deren Split Death In June ins Leben gerufen. Mit den ersten drei Releases "The Guilty Have No Pride", "Burial" und "Nada" wandelte sich der anfangs noch dunkel rockende Gothicsound Death In Junes zunehmend hin zu stärker elektronisch erzeugten Klanglandschaften, meist nur von Gitarre und Gesang begleitet.

Nachdem Wakeford die Band nach "Burial" verlassen hatte, um sich seinem Soloprojekt Sol Invictus zu widmen und auch Leagas im Anschluss an "Nada" seine Band Sixth Comm aus der Taufe hob, verblieb Pearce als einziges ständiges Mitglied von Death In June. Für seine Releases arbeitete Pearce in der Folge mit einer Reihe verschiedener Musiker zusammen, wie David Tibet von Current 93, John Balance von Coil oder Boyd Rice, die den ambivalent, zwischen experimentellen Geräuschkollagen und akustischem Neofolk oszillierenden Charakter von "Brown Book", "The Wörld Thät Sümmer" oder "The Wall Of Sacrifice" wesentlich prägten. Das Interesse von Doug Pearce an europäischer Volksmusik wurde in der Folge der prägendste Einfluss auf seine Arbeit als Death In June und machten ihn zu einem der Protagonisten des Neofolk. Das 92er Album "But What Ends When The Symbols Shatter?" gilt neben "Thunder Perfect Mind" von Current 93 als einer der Meilensteine des neuen Genres.

Mit Albin Julius von der österreichischen Industrialformation Der Blutharsch fand Pearce einen musikalisch Gleichgesinnten. Vielleicht der Grund warum auf "Take Care And Control" sowie "Operation Hummingbird" die Geräuschmalerei in den Vordergrund trat.

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