Porträt

laut.de-Biographie

David Hanselmann

David Hanselmann ist einer der wenigen Deutsch-Amerikaner im Showbiz. Wie kaum ein anderer wandelt der schwäbische Ami zwischen den ansonsten so getrennten Welten germanischer und anglo-amerikanischer Popkultur hin und her. Schon von frühester Jugend an ist der 1952 geborene Stuttgarter der Rockmusik verfallen. Erste Lorbeeren sammelt er bereits als Teenager bei Auftritten vor in Deutschland stationierten Soldaten der US-Army.

Nachdem er sich schnell einen guten Ruf erspielt und in diversen bekannteren Bands der frühen 70er spielt (u.A. Country Joe Macdonald) wurden größere Namen auf ihn aufmerksam. Mit Gary Moores Colosseum ist er in jenen Tage ebenso unterwegs wie etwa bei Canned Heat. Die fachliche Anerkennung bei Kollegen führt 1976 zu einem großartigen Angebot.

Colin Richardson, der A&R-Manager des Plattenlabels Charisma, schlägt Hanselmann als Nachfolger von Peter Gabriel bei Genesis vor. Doch hier schlägt das sprichwörtliche Pech zu. Der Plan scheitert nämlich nicht etwa an Differenzen mit der Band. Der Traum des Genesis Sängers zerschellt an der britischen Musikergewerkschaft Musicians' Union, die dem Deutschen Hanselmann schlicht eine Arbeitserlaubnis verweigert.

So wendet Hanselmann sich erst einmal mehr der deutschen Musikszene zu. Für diese macht er stilistisch ganz und gar andere Musik und scheut auch nicht das Schlager-Genre. Für Gottlieb Wendehals schreibt Hanselmann 1979 den Titel "Herbert", der sich zum ersten großen Hit des Blödelbarden entwickelt. Mit Mary Roos tritt er beim Grand Prix auf und landet im Duett den Hit "Lady". Hinzu kommen einige Fußballhymnen für Vereine wie den VFB Stuttgart oder den HSV. Daneben macht er mehrere Soloalben oder tritt mit Freunden von Lionel Richie bis Annette Humpe auf.

Doch die künstlerisch anspruchsvolleren Gefilde lässt er nicht links liegen. Klarer Höhepunkt seines Schaffens sind sicherlich die beiden Prog-Rock Alben "Stonehenge" (1980) und "Symbols" (1981) zusammen mit dem Keyboarder Chris Evans. Beide Konzeptalben randvoll mit experimentellen Klängen. Für ihr Debüt erhalten beide Musiker 1980 auf dem Montreux Jazz Festival den Grand Prix du Disque.

Alben

Chris Evans Und David Hanselmann - Stonehenge: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 Stonehenge

Kritik von Ulf Kubanke

In der Prog-Szene zu Recht verehrt und jetzt wieder zu haben! (0 Kommentare)

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