Porträt

laut.de-Biographie

Daara J

"Es gibt zu viel Rivalität im Rap. Die Texte töten die Hoffnung der Jugend. Sie sprechen ohne Unterlass von Überfällen, Verfolgungen und blutenden Leuten. Ohne Hoffnung hat man nichts zu geben. Noch mehr als Hoffnung sollte der Rap Lösungen anbieten. Warum nicht?"

Sie fordern es nicht nur, sondern tun es auch: Daara J! Die Texte der senegalesischen Hip Hop-Formation machen Mut, ohne gesellschaftliche Missstände zu negieren. Trotz aller politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Diskriminierungen die Hoffnung nicht zu verlieren, gehört neben dem Gespür für tanzbaren und melodischen Hip Hop zum größten Potential von Daara J.

Faada Freddy (voc) und N'Dongo D (voc) musizieren seit ihrer Gymnasialzeit in Dakar miteinander. In den 80ern formieren sie den Lion Klan, der sich an Africa Bambataa und Grandmaster Flash orientiert. Schon damals erregen sie einige Aufmerksamkeit durch ihre Texte, die sich u.a. mit dem Thema Religion auseinandersetzen. Immer ein sensibles Thema in einem mohammedanischen Land.

Durch Aladji Man (voc) inzwischen zum Trio mutiert, erscheint 1994 die erste Daara J-Kassette (ja, eine Kassette). Immerhin 15.000 Exemplare verhökert das Hip Hop-Trio. Durch den Erfolg ihrs Tapes bereisen Daara J 1996 zum ersten Mal Frankreich, das Land ihrer ehemaligen Kolonialherren. Nach einem Konzert in Paris erhalten sie die Gelegenheit, ihr Band in Zusammenarbeit mit Mad Professor neu zu produzieren.

1997 erscheint das Ergebnis als europäisches Debüt unter dem Titel "Daara J". 1998 folgt "Xalima", das ihren Stil zwischen Afro-Hip Hop, Rap, Reggae, Soul und kubanischen Versatzstücken definiert. Inzwischen werden sie neben Positive Black Soul als bedeutendste Rap-Formation des Senegal gehandelt und gehen 2000 auf ausgedehnte Europa-Tournee, die sie nach Frankreich, Belgien, Spanien und Deutschland führt. Als musikalisches Ergebnis der Tour wird unter der Hand das Mixtape "Exodus" gehandelt. Zwei Titel daraus, "Sign Up" und "Magg Dan" finden sich auch auf ihrem dritten Album "Boomerang" wieder, das sie 2004 an die Spitze der Weltmusikcharts katapultiert.

"Die Melodie ist immer der Ausgangspunkt unserer Musik", sagen die Drei bescheiden zum Erfolg ihrer melodiösen Hip Hop-Vision. Damit die sozialkritischen, politischen und spirituellen Inhalte ihrer Reime von den Hörern und Hörerinnen auch verstanden werden, rappen sie entweder in ihrer Heimatsprache Wolof, auf englisch oder französisch, denn schließlich soll "das Publikum die Texte auch verstehen".

Alben

Daara J - Boomerang: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2004 Boomerang

Kritik von Kai Kopp

"Viele Rap-Texte töten die Hoffnung der Jugend." (0 Kommentare)

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