Porträt

laut.de-Biographie

Cranes

Das Herzstück der Electronic Indie-Pop Band aus dem britischen Portsmouth besteht aus dem Geschwisterpaar Alison Shaw (Gesang, Bass, Gitarre) und Multiinstrumentalist Jim Shaw (Gitarre, Drums, Bass, Keyboard & Programmierung). Seit der Gründung der Band im Jahr 1988 verleiht vor allem Alisons unverkennbarer, kindlicher Gesang dem ätherischen Sound der Band eine eigentümliche wie unnachahmbare Note.

Ihre zerbrechliche Stimme erscheint dabei inmitten der atmosphärischen Klangwelten wie auf Watte gebettet. Die Musiker selbst berufen sich auf Einflüsse aus Krautrock und Folk, die dann auf magische Weise zu einem David Lynch-esken Soundkosmos verarbeitet werden, der nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Als die frühen Alben der Formation noch tief im sperrigen Noise wurzelten, prallt Alisons lieblicher Gesang stets auf stark verzerrte, dissonante und düstere Gitarren. Schon der Titel ihres 1989er Albums "Self Non Self" zeugt von dieser anfänglich elementaren musikalischen Zerrissenheit.

Diesen spannungsgeladenen Gegensatz innerhalb der Arrangements überführt die Band über die Jahre auf kunstvolle Art und Weise in ein in sich ruhendes, harmonisches Gesamtklangbild. Alison und Jim gehen dabei - unterstützt von häufig wechselnden Bandmitgliedern – eine immer elektronischer und poppiger klingende Liaison ein, ohne dabei jedoch an Intensität zu verlieren.

Parallelen zu den artverwandten Mazzy Star sind nicht von der Hand zu weisen. Während jene ihren Sound hauptsächlich mit Country-Versatzstücken anreichern, setzen Cranes aber eher auf elektronische Elemente, um ihren ganz eigenen, wabernden Klangkokon zu spinnen.

Die Texte kreisen inhaltlich um existenzielle Themen wie Vergänglichkeit. Vor allem jene zyklischen Kreisläufe, die manch einem beim Reflektieren über Lebenslagen und -umstände immer wieder in den Sinn kommen, scheinen es den Cranes angetan zu haben. Ein häufig wiederkehrendes Motiv liegt in dem Wunsch, aus diesen scheinbar unendlichen Kreisläufen auszubrechen, sich vorwärts zu bewegen.

Den musikalischen Ritterschlag schlechthin erhält die Band von der 2004 verstorbenen englischen Radio-Ikone John Peel, der die Cranes zu einer seiner legendären BBC-"Peel Sessions" einlädt. Auch The Cure–Sänger Robert Smith bekennt sich als großer Fan und nimmt sie bereits 1992 erstmals als Support-Act mit auf große Welttournee. Für ihn sind sie damals "the most ambitioned band in the world" und er ist ihnen bis heute treu geblieben: Auch 2004 spielen sie im Vorprogramm von The Cure.

Cineasten sind mit großer Wahrscheinlichkeit schon dem einen oder anderen Cranes-Song begegnet, ohne die Band bewusst wahrzunehmen. So taucht ihre Musik u.a. in John Schlesingers "An Eye For An Eye" oder in dem Oscar prämierten Kurzfilm "Scarborough Ahoy" auf. Über einen Werbespot von American Express finden die Cranes ein Millionenpublikum.

Den Soundtrack für diesen international prämierten Clip mit Hollywood-Schauspielerin Kate Winslet bildet "Astronauts", ein sphärisches, filigranes Instrumentalstück aus dem Cranes-Werk "Particles And Waves" von 2005. Dass hier mit Alisons Gesang das Herzstück der Cranes außen vor bleibt, wissen dagegen nur Kenner der Band zu beklagen.

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