Porträt

laut.de-Biographie

Cock Sparrer

Wenn es eine Band gibt, die sich zu gute halten darf das Genre Oi-Punk miterfunden zu haben, dann sind dies Cock Sparrer. Ihre in astreinem Cockney verfassten Working-Class-Hymnen wie "England Belongs To Me", "Riot Squad" oder "Take Em All" von ihrem längst zum Klassiker avancierten Album "Shock Troops" gehören zum Besten, was die britische Punk- und Oi-Szene zu bieten hat. Schnörkellose Riffs, Melodien, die zum Mitgröhlen einladen und eine bodenständige Hooligan-Attitude haben sich Cock Sparrer wie keine zweite Oi-Band auf die Fahnen geschrieben.

Bodenständig und gerade heraus gehen Cock Sparrer seit 1974 ihren nicht immer ganz einfachen Weg. Im Teenageralter beschließen die Schulfreunde Colin McFaul (Gesang), Micky Beaufrey (Gitarre), Steve Burgess (Bass) und Steve Bruce (Schlagzeug) ihre beiden Vorlieben, Bier und den West Ham Football Club unter einen Hut zu bringen. Und wo kann man derlei besser, als in einer Band. Das ist die Geburtsstunde von Cock Sparrer (zu Beginn noch Cock Sparrow geschrieben).

Bei einer ihrer frühen Proben schaut Malcolm McLaren vorbei. Er ist auf der Suche nach einer Vorband für seinen neuen Coup Sex Pistols. Nach der Weigerung von McLaren beim anschließenden Plausch eine Runde Bier auszugeben, endet das Gespräch frostig. Cock Sparrer spielen nicht mit den Sex Pistols. Eine ihrer dümmsten Entscheidungen wie die Band heute sagt, denn einige Monate später sind die Sex Pistols weltberühmt und Punk ist das neue Ding.

Nichtsdestotrotz spielen Cock Sparrer im Frühjahr 1977 ihre erste Single ein. "Runnin' Riot" schafft zwar den Sprung in die Charts, dennoch kann die Plattenfirma mit dem Oi-Punk Image der Band wenig anfangen. Statt bunter Haare und Sicherheitsnadeln im Gesicht, posieren Cock Sparrer in schlichten Doc Martens, Röhrenhosen, Harrington-Jacken und kahlgeschorenen Köpfen. Und so verschwinden die vier Jungs aus Dagenham alsbald wieder von der Bildfläche, veröffentlichen mit "We Love You/Chip On My Shoulder" jedoch noch zwei weitere Songs.

Das geplante Debütalbum kommt aufgrund von Streitereien mit der Plattenfirma 1978 lediglich in einer Miniauflage in Spanien auf den Markt und wird heute als teure Rarität gehandelt. Frustriert beschließen Cock Sparrer auf weitere Gigs und Aufnahmen erst einmal zu verzichten und sich stattdessen mit Wetten auf Pferderennen über Wasser zu halten. Als zu Beginn der 80er die beiden Compilations "Oi! The Album" und "Strength Thru Oi!" Songs von Cock Sparrer auffahren ist die Band plötzlich wieder gefragt.

In der Zwischenzeit können die Briten dank Bands wie Sham 69, Cockney Rejects oder The Angelic Upstairs mit Oi-Punk etwas anfangen und so kommt die Single "England Belongs To Me" 1982 genau zum richtigen Zeitpunkt. Noch im selben Jahr entsteht mit "Shock Troops" das Debütalbum von Cock Sparrer und steigt innerhalb kürzester Zeit zu einem Oi-Klassiker auf.

Danach verlässt Gitarrist Beaufroy die Band und wird kurzzeitig durch Chris Skepis und Shug O'Neill ersetzt, die allerdings nach dem Album "Runnin' Riot" 1984 wieder aussteigen. Für das 87er Album "Live & Loud" haut wieder Beaufroy in die Saiten, bevor sich Cock Sparrer nach erneuten Querelen mit der Plattenfirma eine Auszeit gönnen, um 1992 ein fulminantes Come-Back im Londoner Astoria vor 2000 begeisterten und textsicheren Fans zu feiern.

Überwältigt von der Resonanz, raufen sich Cock Sparrer wieder zusammen und spielen mit "Guilty As Charged" 1994 und "Two Monkeys" 1997 zwei weitere Alben ein, die die Band auch wieder häufiger auf die Bühne bringt. 2000 wagt man gar den Sprung über den Atlantik und nimmt die US-Punk Szene im Sturm. Ganze sieben Jahre müssen die Fans in der Folge darben, bevor ein weiteres Studioalbum der vier Oi-Punk-Rocker das Licht der Welt erblickt: "Here We Stand" knüpft an die besten der guten alten Zeiten an und zeigt Cock Sparrer in Hochform.

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Sa 31.05.2014 Hünxe (Flugplatz Schwarze Heide)

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