Porträt

laut.de-Biographie

Bloody Mary

Als zentralistischer Staat macht Frankreich gerne vergessen, dass auch die Provinzen einiges zu bieten haben. Ganz im Süden Frankreichs bildet sich um die Millionenstadt Marseille Anfang der 90er Jahre eine aktive Technoszene aus. Zu den ersten DJs und Produzenten gehören dort Jack de Marseille und David Carretta. Als sie in den 90ern bereits mit ersten Releases am Start sind, baut sich Marjorie Migliaccio alias Bloody Mary einen Ruf als vielseitige und technisch versierte DJane auf. Ihre Auftritte führen sie durch den gesamten Süden Frankreichs.

Mitte der 00er Jahre wechselt sich ihren Wohnsitz und zieht wie viele andere DJs nach Berlin. Etwa zur gleichen Zeit kauft sie sich erstes Equipement, um eigene Musik zu produzieren. Mit "Appearance" gibt sich 2006 auf dem Minimal-Label Sender Records ihr Debüt. Nach einer weiteren Maxi auf Sender und einem kurzen Zwischenstop auf Toys For Boys Records arbeitet Bloody Mary intensiver mit Jay Haze zusammen, der in der Berliner Szene bestens vernetzt ist und auf seinen Labels immer ein offenes Ohr für weniger bekannte Produzenten wie Jeff Samuel, Shonky und Maayan Nidam hat.

2009 veröffentlicht sie auf Contexterrior, das der Amerikaner Jay Haze managt, ihr Debütalbum mit dem Titel "Black Pearl". Im Gegensatz zu ihren DJ-Sets, bei denen der tanzbare Groove eindeutig im Vordergrund steht, zeigt sich Bloody Mary hier von ihrer dunkleren und weniger zugänglicheren Seite. Joy Division gehört für Marjorie Migliaccio zu den besten Bands aller Zeiten. Ein zunächst überraschendes Bekenntnis, das jedoch nicht weiter erstaunt, wenn man sich "Black Pearl" anhört. Ein ums andere Mal klingt hier ihre Liebe zu Gothic und Wave durch.

"Jay Haze hat mir die Möglichkeit gegeben, für sein Label Contexterrior einen anderen Longplayer zu machen. Er war meinen Ideen sehr aufgeschlossen und hat meine Vision für das Album von Beginn an verstanden. Mein Freund Sammy hat mich mit seiner jahrelangen Studioerfahrung sehr stark unterstützt und mir gezeigt, wie man abstrakte Ideen in konkrete Musik verwandelt", sagt die Französin in einem Interview.

2010 gründet sie mit Dame-Music ihr eigenes Label. Das erste Release bestreitet Bloody Mary mit der Mix-CD "Decadence" selbst. Einen Einblick in ihr DJ-Case gewährt die Französin ihren Fans bereits 2008 mit dem DJ-Set "Tanz Mit Mir". Minimal und Techhouse bilden die Konstanten der beiden CD-Releases. Sender Records-Chef Benno Blome, Weltenbürger Tolga Fidan und ihre Kumpels Argenis Brito, Quenum und Sierra Sam landen bei Bloody Mary regelmäßig auf den Plattentellern, sei es für eine Mix-CD oder einen Auftritt im Club.

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