Porträt

laut.de-Biographie

Bibio

Bei Mush Records kennt man keine Grenzen, als sie ihren neusten Fang vorstellen: Bibios Stil sei die Antwort auf die Frage, wie sich die Incredible String Band oder die frühen Tyrannosaurus Rex anhören würden, wären sie von Boards Of Canada produziert worden. Laut den beiden Schotten, die Bibio an Mush vermittelten, sei er außerdem das Gegengift "to the modern laptopia of pristine electronic music".

Geboren wird der Mann, dem die Vorschusslorbeeren gelten und für den keine Umschreibung zu blumig erscheint, als Stephen Wilkinson im sogenannten Black Country im Herzen Englands. Bereits als kleiner Junge begleitet er seinen Vater zum Fliegenfischen ins nahe gelegene Wales, wo er seine Liebe zu den Klängen der Natur entwickelt.

Später führt ihn dieses Interesse zu einem Sonic Arts-Studium an der University of London. Im Laufe der Semester lernt er die experimentellen Klänge des Aphex Twins, Autechre und schließlich Boards Of Canada kennen. "Als ich das erste Mal 'Music Has The Right To Children' auf den Kopfhörern hatte, war mir bei Track Nummer sieben schlagartig klar, dass diese Platte das Größte ist, das ich jemals gehört habe."

Derartiger Befangenheit zum Trotz entwickelt Bibio schnell seine eigene musikalische Identität, deren Wesen sich allerdings nicht klar einordnen lässt. Er verbringt Stunden damit, auf billigen Minidiscplayern Waldgeräusche aufzunehmen, um diese zu Hause mit einfachen Beats und Gitarrenloops auszustaffieren.

"Viele meiner Arbeiten sind von der Natur ästhetisch beeinflusst. Organische Dinge sind oft knorriger und schlängelnder als von Menschen Gemachtes. Das hat etwas faszinierendes und wunderschönes."

Das Ganze ergibt letztlich eine Mischung aus Elektronika, Rock, Pop und irgendwie auch Folk. Oder etwa nicht? "Tatsächlich tut mir der absolute Großteil des klassischen Folkzeugs in den Ohren weh. Es gibt da diese öffentliche Meinung, dass alles, worin eine Akustikgitarre eine Rolle spielt, gleich Folk ist. Ziemlich lächerlich, wenn ich so drüber nachdenke."

Ohnehin erscheint der Ausdruck Folk für Bibios Klang-Mixtur viel zu prägnant. Mush und Boards Of Canada haben das schon früh erkannt.

Alben

Fi (2005)

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