laut.de-Biografie
Antibalas
Sag Afrobeat und du sagst Antibalas. Die Band, manchmal auch mit dem Zusatz Afrobeat Orchestra ist ein Kollektiv, das längst federführend ist. Wenn die elf bis vierzehn Musiker zusammen auf der Bühne jammen und eine dichte Decke aus Bläsern, Bässen und Percussions auf das Publikum loslassen, macht kein Name mehr Sinn als Antibalas, spanisch: kugelsicher, unanfechtbar.
Die Zusammensetzung der Combo und ihr Erfolg beweist, dass man nicht notgedrungen schwarz sein muss, um zu grooven wie dereinst in Lagos und Accra. Denn das Antibalas Afrobeat Orchestra stammt aus Bushwick, Brooklyn.
Über ein Dutzend Musiker tragen die Tradition des Afrobeat weiter, dessen wichtigster Vertreter wohl Fela Kuti mit seiner Backing Band Afrika 70 war.
Live und auf Tonträger dominieren politische Texte und ausgedehnte Improvisationen, die auch nach 20 Minuten nichts an ihrer Energie und Tanzbarkeit einbüßen. Dazu noch prisenweise tighte Funk-, Jazz- und Latin-Elemente - in der Summe ergibt das eine extrem ansteckende Mischung, die sich problemlos in aller Herren Länder exportieren lässt.
Von ihrem Namensgeber Martín Perna 1998 gegründet, hat die Band mit so illustren Gästen wie dem Tausendsassa Femi Kuti und Nigeria-Legende Tony Allen zusammen gespielt.
DJs wie Gilles Peterson sind begeisterte Fans und verhelfen ihnen mit Airplay in Radioshows und Platzierung auf Compilations zu weiterer Bekanntheit weitab behelfsmäßiger World Music-Schubladen.
Nach Label-Zwischenstationen bei Ropeadope ("Talkatif", 2002) und den vielseitig ausgerichteten Ninja Tunes ("Who Is This America?", 2004) kommt die Band bei ANTI- an. Damit teilen sie sich ein Dach mit Nick Cave & The Bad Seeds, Tom Waits und Micahel Franti (Spearhead).
Für ihren 2007 erscheinenden Longplayer holen sie John McEntire als Produzenten ins Boot, seines Zeichens vor allem Tortoise-Drummer und Produzent für dutzende weitere Künstler und Bands unterschiedlichster Couleur wie Stereolab, Tom Zé und The Sea & Cake.
Antibalas binden ihre Fans übrigens auf eine faire Art und Weise in ihre Promotion ein: Für verteilte Flyer oder geklebte Plakate am Spielort gibt es für das Street Team im Gegenzug zur bezeugten Unterstützung freien Eintritt. Das Prinzip der Partizipation wird ebenso intern fortgeführt. So sorgt das offene Songwriting und das fair aufgeteilte Mitspracherecht innerhalb der großen Gruppe dafür, dass Antibalas Wegbereiter für eine lässig-moderne, sich ständig entwickelnde Form des Afrobeat bleiben.