Porträt

laut.de-Biographie

Andrew Coleman

Andrew Coleman und seine Musik werden wahrscheinlich den Wenigsten ein Begriff sein. Wohl schon eher Animals On Wheels. Unter diesem Pseudonym veröffentlicht Coleman in den neunziger Jahren beim Ninja Tune-Label abstrakten Drum'n'Bass, samplebeladen und jazzig angehaucht, bisweilen auch ein wenig melancholisch. Mit Breaks in Hochgeschwindigkeit und verzerrten Glitch-Sounds, sogenannter Drill'n'Bass, wie man ihn ebenso gut von Aphex Twin oder Squarepusher kennt.

Coleman, der unweit der traditionsreichen englischen Universitätsstadt Cambridge lebt, hantiert bereits als Knirps mit seinem 8bit-Rechner von Atari herum. Neben Games und ersten Anfängen in der Programmierung experimentiert er ebenso mit dem Soundchip des Ataris herum. Später, auf der Kunsthochschule spielt Coleman dann Gitarre in diversen Bands.

Weil ihm das jedoch nicht so taugt, verkauft er seine Instrumente und legt sich einen gebrauchten Sampler sowie wiederum einen Atari zu, um es ab 1994 alleine mit elektronischen Klängen zu versuchen. Zwar hört er zu diesem Zeitpunkt ausgiebig 60er-Jahre Jazz, den Ausschlag für Elektromusik geben wohl Detroit im allgemeinen und Carl Craig im Besonderen.

Jetzt ist learning by doing angesagt, denn eine entsprechende musikalische Ausbildung hat Coleman nie genossen. Sein gebrauchtes Equipment stößt indes an seine Grenzen, erst mit einem PC steht der Entwicklung des Animal On Wheels-Sounds mehr Möglichkeiten offen. Zusammen mit seinen Freunden Tim Gould, Adam Butler und Richard Watson entsteht das Label Bovinyl, auf dem die ersten, leider schwer erhältlichen Releases von Animal On Wheels erscheinen: "Serious Piss Take"-EP sowie "Baits Bite".

1997 veröffentlichen Ninja Tune, das Label von Coldcut, das AOW-Debütalbum "Designs And Mistakes". Und zwei Jahre darauf erscheint auf dem Ninja Tune-Ableger N-Tone der Nachfolger "Nuvoli I Cadira", benannt nach einer Skulptur des katalanischen Künstlers Antonì Tapíes. In der Folgezeit tritt Coleman dann vermehrt unter seinem bürgerlichen Namen in Erscheinung. Ebenso machen sich gewisse Veränderungen in seiner Musik bemerkbar, weniger radikal und offensiv, dafür elektronischer, mit einem avantgardistischen Anspruch. So kommt zunächst bei Thrill Jockey in Chicago "Everything Was Beautiful And Nothing Hurt" (2001) heraus, während Tripel Records 2004 "Demons" releasen. Schließlich erscheint 2005 bei Cocosolidciti das dritte Andrew Coleman-Album "Tony Alva's Hair".

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