Porträt

laut.de-Biographie

Amen

Wenn sich der Sänger einer Band Casey Chaos nennt, und der ehemalige Bassist den Spitznamen "Tumor" innehat, dann kann man sich zumindest relativ sicher sein, dass es sich bei dieser Truppe nicht um Jungs handelt, die entspannten Gitarren-Pop spielen. Die Band, bestehend aus Casey Chaos (v.), John King (g.), Nate Jones (b.), Jinxxx (g.) und Drummer Joe Letz, spielt dreckigen, rauen und äußerst angepissten Punkrock mit einer leichten Metalkante.

Zur Musik passt dann auch das Image der Band. Frontmann Casey Chaos macht seinem Namen immer wieder alle Ehre, er gilt nicht gerade als besonders umgängliche Person. Auch die restlichen Musiker machen öfters von sich reden. Drogenmissbrauch und andere kriminelle Delikte scheinen für die Band zur Tagesordnung zu gehören.

Ohnehin ist die Geschichte von Amen eher von Tiefs denn von Hochs bestimmt. Um dies zu verstehen, muss man sich etwas näher mit der Person Casey Chaos beschäftigen: Chaos, der in New York auf die Welt kommt und dann mit seiner alleinerziehenden Mutter nach L.A. zieht, probiert in seiner Kindheit diverse Drogen aus, ehe er eine professionelle Skateboard-Karriere anstrebt. Diverse Verletzungen und Knochenbrüche später lässt er dies jedoch wieder sein und widmet sich fortan lieber dem Hardcore und Metal. Also gründet Chaos mehrere kurzlebige Bands, die solch bedeutungsschwangere Namen wie Christian Death oder Disorderly Conduct tragen.

Die ersten Tracks von Amen werden einzig und allein von Chaos und einem Drummer aufgenommen, dessen Name bis heute nicht bekannt ist. Einige Zeit später schließen sich weitere Musiker dem Kollektiv an. Dieser Prozess ist jedoch eher zäh, und es dauert einige Zeit, bis Chaos neben seinem Drummer und dem Gitarristen Paul Fig noch weitere Mitstreiter findet. Auf der Suche nach einem zweiten Gitarristen läuft dem Trio Sonny Mayo, ehemals bei Snot, über den Weg. Einige Zeit später, nachdem Snot bedingt durch den Unfalltod ihres Sängers Lynn Strait, bereits Geschichte sind, kommt noch deren ehemaliger Bassist John "Tumor" Fahnestock ins Line-Up. Schlussendlich wird noch der ursprüngliche Fellklopper durch den erfahreneren Shannon Larkin ausgetauscht.

Nun geht es ans Eingemachte. Für das renommierte Roadrunner-Label nimmt die Band anno 1999 ihr schlicht "Amen" betiteltes Debütalbum auf, das allerdings trotz Produktion von New Metal-Godfather Ross Robinson vollkommen untergeht. Roadrunner hat fortan kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit und es kommt zum Split mit dem Label. Auf der Suche nach einem neuen Vertrieb meldet Virgin Records, eine Tochter der EMI, Interesse an. 2000 folgt, abermals von Ross Robinson produziert, "We've Come For Your Parents", das deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als noch das Debüt. Fassen wir zusammen: Diese Band ist auf dem Weg nach oben, wenn, ja wenn da nicht einige geldtechnische Probleme der EMI Gruppe wären, die dazu führen, dass sich Amen 2002 als eine der ersten Bands ohne Deal auf der Straße wiederfinden.

Ein Jahr zuvor hat man sich bereits vom langjährigen Gitarristen Paul Fig getrennt, der fortan bei der Gruppe Bluebird die Saiten zupft. Um das geschrumpfte Kollektiv steht es nun immer schlechter und auch die finanzielle Situation ist alles andere als rosig. Virgin bietet der Band an, ihr neues Album für schlappe 200.000 Dollar zurückzukaufen. Ein Betrag, über den die Jungs zu dieser Zeit nicht verfügt. Was macht man also nun? Richtig, man geht auf Tour. Gesagt, getan, hätten sich nicht just zu diesem Zeitpunkt Sonny May und Shannon Larkin aus dem Staub gemacht, die fortan mit ihren neuen Bands (hed) Planet Earth und Godsmack rocken.

Glücklicherweise findet Chaos für die beiden schnell passenden Ersatz in Form der Brüder Josh und Zack Hill, die sich jedoch nach einigen Gigs gleich wieder verabschieden. Wenig später entschließt sich Bassist John Fahnestock, die Band zu verlassen und wird durch Sean S. Sorry, einen Fan, den die Band bei Tower Records aufgegabelt hat, ersetzt. Schlussendlich findet Chaos mit Blake Plonski (d.) und Matt "Pig" Montgomery (g.) doch noch adäquaten Ersatz für die entschwundenen ex-Bandmitglieder, das Line-Up ist wieder komplett, zumindest bis 2003, als Chaos plötzlich während der US-Tour seiner Band alle Bandmitglieder "verliert". Gerüchten zufolge sollen die Musiker nicht seinen Ansprüchen genügt haben und mussten deshalb die Koffer packen.

Wenig später ist auch der Deal mit Sony Music, den man nach dem Rauswurf bei Virgin eingegangen war, quittiert, und Chaos signt mit neuen Mitstreitern als erste Band auf eatUrMusic, dem Label von Daron Malakian, hauptberuflich Gitarrist der Polit-Metaller System Of A Down. 2004 veröffentlichen Amen dann tatsächlich ihr neues "Death before Musick" betiteltes Album und klingt noch agressiver als auf den Vorgängern. Verwunderlich? Bei dieser Bandgeschichte wohl kaum ...

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