Porträt

laut.de-Biographie

Adrian James Croce

Das Leben scheint es nicht gut mit Adrian James Croce gemeint zu haben. Im Alter von zwei Jahren kommt sein Vater ums Leben, mit vier erkrankt er an einem Gehirntumor und verliert sein Augenlicht, 1998 geht ihm die Stimme flöten. Allen Schicksalsschlägen trotzend, rappelt er sich mit unvermindertem Enthusiasmus immer wieder auf.

1971 in Bryn Mawr, Pennsylvania geboren, kommt er in einem besonderen Moment des Lebens seiner Familie zur Welt: Endlich ist seinem Vater Jim der Durchbruch als Singer/Songwriter gelungen. Mit seiner Mutter siedelt der kleine A.J. nach San Diego, Kalifornien um, während Jim die USA rauf und runter tourt. Als er zwei Jahre später endlich eine Auszeit hat, stürzt sein Flugzeug bei der Landung ab. Er und die anderen vier Passagiere sind auf der Stelle tot.

Als würde das nicht reichen, wird A.J. mit vier infolge eines Gehirntumors blind, auch wenn sich im Laufe der folgenden Jahre das linke Auge teilweise wieder erholt. Um sich bei Laune zu halten, begleitet der Junge auf dem Klavier Lieder, die er im Radio oder auf Schallplatte hört. "Irgendwann bin ich auf die Musik von Ray Charles und Stevie Wonder gestoßen. Sie waren die wichtigste Inspirationsquelle, und sind es immer noch", erinnert er sich.

Mit zwölf hat er seinen ersten Auftritt, mit sechzehn spielt er regelmäßig in San Diego mit seiner eigenen Band. Mit neunzehn unterschreibt er einen Plattenvertrag und begibt sich ins Studio. Unter der Leitung T-Bone Burnetts entsteht das Debüt-Album "A.J. Croce" (1993), das sich gleich in den Jazz-Top Ten platziert, wobei sich Croce nicht auf ein Genre festnageln lässt. Eher erinnert er an einen Bar-Pianisten, der viele Arten von Stücken aus dem Ärmel schütteln kann.

Für seinen Zweitling "That's Me In The Bar" (1995) finden sich zahlreiche namhafte Musiker ein, unter ihnen Schlagzeuger (in diesem Fall auch Produzent) Jim Keltner, Ry Cooder, Benmont Tench und David Hidalgo (Los Lobos). Es folgen Auftritte im Vorprogramm von Aretha Franklin, James Brown, Santana, Willie Nelson, B.B. King und anderen. Wegen seinen energiegeladenen Liveshows ist Croce auch im Fernsehen ein gern gesehener Gast.

Die Karriere droht jäh zu Enden, als er bei den Aufnahmen zu "Fit To Serve" (1998) seine Stimme verliert. Über ein Jahr muss Croce trainieren, um sie wieder zu erlangen, wobei sich auch seine Musik andert. Auf seinem vierten Album "Transit" (2000) begibt er sich in poppigere Gefilde, womit er viele Fans brüskiert und wenig Lob erntet.

Er lässt seine Karriere einige Zeit ruhen und kümmert sich mit seiner Mutter Ingrid um den Nachlass seines Vaters. Sie veröffentlichen mehrere CDs und eine DVD. 2004 gründet Croce sein eigenes Label Seedling Records und geht zurück ins Studio. Mit "Adrian James Croce" (2005) setzt er den Wandel in Richtung Pop-Rock fort. Für die Anhänger aus früheren Zeiten veröffentlicht er mit "Early On" auch eine Zusammenstellung mit Stücken aus seinen ersten drei Alben. Im Frühjahr 2006 erscheint in den USA sein sechstes Studioalbum "Cantos".

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