Porträt

laut.de-Biographie

AK4711

AK4711? Bislang hat die Welt nur von AK-47 gehört. Der 'Avtomat Kalashnikov 1947'. Fummelt man da ein bisschen spitzfinderisch herum, dann hat man ein Maschinengewehr, das nach Eau De Cologne duftet (4711). Also alles halb so wild mit dem Maschinengeknatter? Schon, und das liegt durchaus im Sinne der Damen. Wer verbirgt sich also hinter dem gar nicht so bösen Namen? Nun, zumindest keine Newcomer, als die sie gerne verkauft werden, seit erste Demos kursieren. Alle vier Mädels haben schon ein bewegtes Musikerleben zu verzeichnen.

Allen voran natürlich Sängerin und Aushängeschild Anja Krabbe. Schon im Kindesalter begeistert sie sich für Musik. Zuerst ist sie Fan von Johann Sebastian Bach. Ihre Mutter spielt ihr dessen Musik vor. Es folgt musikalische Früherziehung. Mit sieben greift sie zum ersten Mal zur Gitarre und erhält klassischen Unterricht, mit 14 gründet sie ihre erste band Grüne Socke, in der sie Bass spielt und am Mikro steht.

Der Versuch, in einem bürgerlichen Beruf Fuß zu fassen scheitert nach Abi und Sozialem Jahr, sowie dem kurzzeitigen Experiment, Sonderpädagogik zu studieren, kläglich. In der ganzen Zeit spielt sie weiter fleißig in Bands (Different Views, Heart'n'Soul Cooperation) und veröffentlicht Platten. Ein letzter Anlauf, den "normalen" Weg mit Ausbildung und Co. zu gehen, endet in einem Studium an der Hochschule Für Musik Hans Eisler in Berlin, das sie jedoch nach dem Grundstudium 1997 hin wirft. Profimusikerin will sie nach wie vor sein und ordnet dem alles unter.

Als solche ist sie bereits während des Studiums aktiv. Es entsteht die Band Wolfi, Anja und Die Tigerbande, die CDs für Kinder aufnimmt. Auch im Bundesjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer ist sie aktiv. In den folgenden Jahren ist sie schwer beschäftigt, schreibt Filmmusik ("Das Leben Ist Eine Baustelle", "Im Juli"), ist mit Udo Lindenberg auf dessen Belcanto-Tour unterwegs und ergattert 1998 schließlich sogar einen Solo-Plattendeal. Resultat: Das Debüt "Anja Krabbe 497500".

2002 folgt unter dem Namen Anjaka ein weiteres Album, das aber ebenso untergeht wie das erste. So hält sie sich eben mit Songwriting für andere (Nino De Angelo, Samajona) über Wasser, ehe sie sich 2003 von ihrem Label trennt und die Band AK4711 aus der Taufe hebt. Im Freundeskreis hört sie sich um und angelt sich nach und nach weitere Mitstreiterinnen. Als da wären: Carolina Bigges, erfahrene Jazz-Schlagzeugerin, die unter anderem Mitglied in der WDR-Big Band war, zahlreiche Drum-Workshops leitete und in der Tourband der Sängerin Pe Werner aktiv war. Am Bass steht die Belgierin Cindy Hennes, an der Gitarre Barbara Colosseus, die mit Jasmin Tabatabai Mitglied von Even Cowgirls Get The Blues war und die Musik zum Film "Bandits" mitgeschrieben hat. Ihr Engagement ist jedoch nicht von langer Dauer. Für sie kommt Kerstin Sund ins Boot. Jene kratzte schon einmal am großen Rummel, als sie mit ihrer Ex-Band Neulich Teil der Volkswagen Sound Foundation war.

In dieser Formation schreiben die Mädels eifrig Songs. Dem Zufall überlassen sie dabei nichts. AK 4711 suchen sich ein erfahrenes Management und eine Bookingagentur, spielen Gigs (u.a. mit The Wohlstandskinder) und nehmen Demos auf. der nächste Schritt ist 2004 die Teilnahme an der Jägermeister Rockliga. Im April 2005 setzen sie schließlich ihren Kaiserwilhelm unter den Vertrag über zwei Alben mit Herbert Grönemeyers Label Grönland, da ihnen Herbie persönlich garantiert, ihnen im künstlerischen Bereich freie Hand zu lassen. Eigentlich hatten sie zu diesem Zeitpunkt schon fast woanders unterschrieben.

Grönemeyer schickt sie mit Andy Gill (Gang Of Four) in London ins Studio. Der alte Fuchs arbeitete bereits mit den Futureheads, Killing Joke und den Peppers zusammen. So entsteht das Album "Erste Hilfe", das schließlich im Januar 2006 das Licht der Welt erblickt und laut eigener Definition Trümmerpop bietet. Mit dieser Definition fassen sie ganz gut zusammen, was den Sound von AK4711 ausmacht: Ab und an auch einmal derbe aufs Kotelette hauen, aber nie den melodischen Faktor vernachlässigen. Schließlich müssen sie einem Teil ihres Bandnamens gerecht werden und gut duften. Aber schweißtreibend sind ihre Shows dann schon. Also vor dem Besuch eines Konzerts schön Deo auftragen!

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