Porträt

laut.de-Biographie

Sean Paul

Was ist eigentlich "Dutty Rock" - außer, dass Sean Pauls Erfolgsalbum aus dem Jahr 2003 diesen Titel trägt? "Wir haben ziemlich viel Gras geraucht", erklärt sein Urheber freimütig. "Eine 'dutty' ist eine benutzte, schmutzige Weed-Pfeife."

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Kiffen macht träge? Nicht einen waschechten Jamaikaner: Sean Paul schiebt seinem Superhit "Gimme The Light", der sich 30 Wochen in den US-Billboard-Charts hält, nahtlos die nicht minder erfolgreiche Single "Get Busy" hinterher und avanciert zum erfolgreichsten Export der Karibikinsel.

Sean Paul Ryan Francis Henriques kommt am 9. Januar 1975 in St. Stitchie zur Welt. Sein exotisches Aussehen verdankt er seinem außergewöhnlichen Stammbaum: Sein Vater ist portugiesischer Herkunft, seine Mutter hat afrikanische und chinesische Vorfahren. Auf Hänseleien reagiert Sean, indem er sich selbst als 'Copper Color Chinese Bwoy', als kupferfarbener Chinesenjunge, bezeichnet.

Nachdem sein Vater zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, gibt der zehnjährige Sean seine bis dahin einigermaßen erfolgreiche Schwimmkarriere auf und widmet sich der Musik. Dancehall wird für ihn schnell zur Leidenschaft. Sean Paul definiert das Genre als "Sohn des Reggae und Bruder des Hip Hop". Schon 1993 arbeitet der DJ mit Cat Coore, Bunny Rugs oder Carrot Jarret zusammen.

Gemeinsam mit dem Produzenten Jeremy Harding gelingt Sean mit "Baby Girl" sein erster Riesenhit in Jamaika. 1998 landet Sean mit "Infiltrate" ebenfalls einen Knaller, der nicht nur auf der Karibikinsel großen Erfolg einfährt. Der Nachfolger "Deport Them" kracht derart, dass ihn der einflussreiche amerikanische Radiosender Hot 97 in sein Programm aufnimmt. Während "Deport Them" noch in den Playlisten steht, ebnet "Hot Gal Today" im gelungenen Remix über den Punany-Riddim Paul den Weg für einen wahren Siegeszug in die USA.

Sean Paul - Live N Livin'
Sean Paul Live N Livin'
Spaß, Bass, Tanz, Sex, Politik und Innovationsarmut.
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Die ersten Erfahrungen bei Liveauftritten sammelt Sean Paul auf dem "Hot 97's Summer Jam", einem der wichtigsten Hip Hop-Events der Ostküste. Der Musiker erinnert sich begeistert: "Auf einmal stand ich auf der Bühne mit einigen meiner Mentoren. Ich habe da Big Daddy Kane, Snoop Dogg und auch Aaliyah getroffen. Es war absolut wahnsinnig."

Bei der Wahl zum populärsten Reggaekünstler im Jahre 2000 im Billboard Magazine belegt der Jamaikaner Platz drei. Sein Album "Stage One" schafft es auf Platz vier der Billboard-Jahrescharts. 2001 räumt der Dancehallstar den britischen MOBO Award für den "Best Reagge Artist of the Year" und den Doobie Award, den das Magazin High Times jedes Jahr für den besten Weed-Song verleiht, ab. Der ganz große Erfolg gelingt Sean Paul mit seinem zweiten Album. "Dutty Rock" geht mehr als fünf Millionen Mal über die Ladentheken: für eine Dancehall-Scheibe ziemlich rekordverdächtig.

Mittlerweile kann Sean Paul auf Kollaborationen mit Künstlern wie Busta Rhymes, den Neptunes und Tony Touch zurück blicken. Der Grund, warum Sean Paul neben 50 Cent zum absoluten Hype im Rapgame aufgestiegen ist, liegt jedoch in der Melange aus catchy R'n'B-Hooks und der unbestrittenen Hip Hop-Affinität. In bester Nate Dogg-Manier verleiht Sean den Refrains mit seinem variablen Gesang den nötigen Pop-Appeal, und die Neptunes, Busta Rhymes, Rhazel und Tony Touch repräsentieren die US-Szene. "Dancehall ist eben der Sohn des Reggae und der Bruder des Hip Hop", wie der Jamaikaner nicht müde wird zu betonen.

2005 veröffentlicht Sean Paul sein drittes Studioalbum "The Trinity", ein Jahr später steuert er den Soundtrack zum Tanzstreifen "Step Up" bei. Zwischendurch nimmt er an Mariah Careys 'Adventures Of Mimi'-Tour teil und ist verschiedentlich als Feature-Gast zu hören. Bei "Cry Baby Cry" vom Santana-Album "All That I Am" teilt er sich das Mikro mit Joss Stone, mit Rihanna nimmt er die Single "Break It Off" auf, die auch auf "A Girl Like Me" enthalten ist.

Nach mehrjähriger Pause entlässt Sean Paul im Juni 2009 eine neue Single in die Welt, die einen Vorgeschmack auf sein Album "Imperial Blaze" bietet. Keine Frage, der Mann weiß immer noch, womit sich Tanzflächen füllen lassen: Sex sells - und Pop, wie etwa die Nachfolgealben "Tomahawk Technique" oder "Full Frequency" vermuten lassen.

Obwohl sich Sean Paul ungebrochen als der Gralshüter des Dancehall fühlt, spricht seine Musik längst eine andere, weit kommerziellere Sprache. Mit Dancehall hat sein Schaffen zehn Jahre nach der Jahrtausendwende noch in etwa so viel zu tun wie die Black Eyed Peas mit Hip Hop.

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Pressefotos Ein neuer Stern am Dancehall-Himmel.

Ein neuer Stern am Dancehall-Himmel., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: ) Ein neuer Stern am Dancehall-Himmel., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: ) Ein neuer Stern am Dancehall-Himmel., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: ) Ein neuer Stern am Dancehall-Himmel., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: )

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