Porträt

laut.de-Biographie

Maynard James Keenan

Querdenker, Tausendsassa, Eigenbrötler, Genius, Exzentriker: Der Sänger, Schauspieler und passionierte Winzer Maynard James Keenan passt in so ziemlich jede Schublade abseits des Mainstreams.

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Keenan wächst in Akron, Ohio auf. Seine Eltern lassen sich früh scheiden. Er ist vier Jahre alt, als sich die Wege seiner Erzeuger trennen. Während es seinen Vater nach Michigan zieht, bleibt Keenan daheim bei seiner Mutter und durchlebt in der Folge die nach eigenen Aussagen "schlimmsten zwölf Jahre" seines Lebens.

Seine Mutter und ihr neuer Gatte legen nicht viel Wert auf eine gedeihliche Entwicklung von James, und so macht der Gute drei Kreuze, als er mit sechzehn Jahren zu seinem Vater ziehen darf.

Bis 1984 dient er in der US-Army, ehe er auf dem Kendall College in Michigan ein Studium für Kunst und Design beginnt. Ende der Achtziger begibt sich Keenan nach Los Angeles, um seine musikalischen Visionen in die Tat umzusetzen.

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Mit Adam Jones, Danny Carey und Paul D’Amour, der später von Justin Chancellor ersetzt wird, findet der quirlige Keenan Gleichgesinnte und gründet im Jahr 1990 die Band Tool: "Tool ist genau das, wonach es sich anhört: Es ist ein großer Schwanz. Es ist ein Schraubenschlüssel. Es ist ein Verb, ein aktiver Prozess der Suche, des Grabens. Wir sind die Schaufel, wir sind das Streichholz, wir sind der Blotter des LSDs. Dein Werkzeug. Benutze uns als Katalysator in deinem Prozess der Suche nach dem, was du auch immer suchen magst, oder was auch immer du erreichen willst"
.
Die Band feiert im Crossover-Jahrzehnt große Erfolge, bevor es zur Jahrtausendwende zu Label-Streitigkeiten kommt, die Keenan dazu veranlassen, ein erstes Nebenprojekt in Angriff zu nehmen.

Gemeinsam mit Billy Howerdel, dem ehemaligen Gitarren-Techniker von Tool, stampft er A Perfect Circle aus dem Boden und präsentiert pünktlich zum Millennium das Debüt "Mer De Noms", das sich musikalisch als eine Mixtur aus Devin Townsend, Filter und Tool herausstellt.

Mit zunehmender Popularität zieht sich der Sänger immer mehr aus dem Rampenlicht zurück. Er will zwar gehört, aber weniger gesehen werden: "Wen interessiert schon, wie ich aussehe und wie ich mich bewege? Die Leute sollen sich mit meiner Musik beschäftigen und nicht mit meiner Person", betont Keenan in einem seiner seltenen Interviews. Auftritte, bei denen sich Keenan im Windschatten seiner Kollegen versteckt, sind keine Seltenheit, und dennoch hat der eigenwillige Künstler einen großen Mitteilungsbedarf.

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Diesen deckt er im Jahr 2007 mit seinem dritten Musikprojekt Puscifer: "Ich kann nicht sagen, um welche Musikstile es sich bei Puscifer handelt, es sind Reaktionen und Rhythmen. Die Songs sind nicht heavy, es gibt kaum Gitarren. Leute, die Tool, Deftones oder Korn mögen, sollten die Finger davon lassen. Sie sind nicht für sie", meint Keenan vor der Veröffentlichung des Debüts "V Is For Vagina".

Doch der Tausendsassa nutzt nicht nur die Musik, um seine Tage zu füllen, sondern tobt sich auch gerne auf der Leinwand ("Bikini Bandits", "Crank") aus und betreibt nebenher mit seinem Kumpel Eric Glomsky ein eigenes Weingut in Arizona - seit Mitte der Neunziger bereits beschäftigt er sich mit dem Weinanbau. Neben den Aufnahmen zum Puscifer-Zweitwerk "Conditions Of My Parole" arbeitet Keenan im Jahr 2010 auch intensiv an einem Dokumentations- und Promofilm über seine Weine. Ende 2011 erscheint "Blood Into Wine" auf DVD: "Man wird älter. Die Musikindustrie hat keine Beziehung zur Realität. Da ist es nett, etwas zu tun, das so bodenständig ist wie das Anbauen von Wein."

Über allen Aktivitäten hängt jedoch die große allgemeine Nachfrage nach neuen Tool-Alben. Keenan hüllt sich darüber in Interviews vorwiegend in Schweigen, wenn er nicht gerade das Schneckentempo seiner Bandkollegen als Grund der Verzögerung des "10,000 Days"-Nachfolgers benennt. 2019, als die Band bereits länger untätig war als Guns N Roses vor "Chinese Democracy", erscheint schließlich das lang erwartete "Fear Inoculum" und mausert sich umgehend zum bestverkauften Album der Tool-Geschichte. Kaum ein Jahr später legt Keenan mit dem Puscifer-Werk "Existential Reckoning" nach. Drei neue Alben in drei Jahren: Keenan-Addicts dürften es mit Genugtuung sehen.

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2 Kommentare

  • Vor 3 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 3 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 3 Jahren

    Hey, wertes laut.de-Team.
    Also bei mittlerweile drei veröffentlichten Alben von Puscifer, sollte man doch mal eine eigene Band-Page einführen. Und ich finde es schade, dass nie eine Review zum dritten Album 'Money Shot' gemacht wurde. Ich hätte da gerne mal eine Meinung von euch dazu gelesen. Vielleicht könnt ihr das ja noch nachreichen, denn für mich fehlt da einfach was.