Porträt

laut.de-Biographie

Kalazh44

"Camaro oder Beamer, die Auswahl ist groß/Ich rapp' wie ich will, Digger, Hauptsache Flow/Diese Technik sie killt, was für 'Hauptstadt ist tot'." Wahrlich handelt es sich bei Kalazh44 nicht um den größten Texter unter der Sonne. Wie er selbst bekennt steht bei ihm vielmehr der oft beschworene Vibe im Fokus: "Texte sind natürlich auch wichtig, aber im Endeffekt wurde alles schon gesagt. Du kannst kein neues Wort mehr erfinden. Du kannst keinen neuen Satz mehr erfinden. Du kannst aber jedes Mal einen krasseren Flow, eine krassere Technik und eine krassere Reimstruktur reinbringen."

Der ukrainischstämmige Christian Streitsov wächst im Berliner Bezirk Neukölln auf. Vergleichsweise solide absolviert er eine dreijährige Ausbildung zum IT-Systemkaufmann. Auf der anderen Seite sei er bereits seit frühester Jugend ein "musikbegeisterter Typ" gewesen, wie er später gegenüber TV Strassensound bekennt. Er hört Eminem, 50 Cent, Mobb Deep, Fabolous, später auch Skepta, Section Boyz und überhaupt "alles, was sich gut anhört". Auf seinen ersten eigenen Song "Bezirk 13" reagiert sein Vater noch verhalten: "Meinst du das gerade ernst? Was machst du da?"

Gänzlich anders nimmt Mosh36 die ersten Gehversuche des Rappers auf. Beide begegnen sich in einem Café und tauschen schnell gegenseitiges Lob aus. Mosh36 bietet ihm Unterstützung an und tritt als einziger Gast auf Kalazh44' Mixtape "Bezirk 13" auf, das Ende 2015 über Major Movez erscheint. Kurz darauf nimmt er den Newcomer bei seinem Label unter Vertrag. Kalazh44 zeigt sich dankerfüllt, dass er durch die Hilfe des Kollegen nun "professionell im Game" agiere: "Dafür bin ich auch dankbar. Dass er mir die Möglichkeit gibt, so viel Vertrauen in mich hat und hinter mir steht."

Entspannt geht Kalazh44 die Arbeit an seinem Debütalbum an. Über ein Jahr lang arbeitet er an "Diebe Im Gesetz". Der Titel stehe für die russische Mafia: "In dieser Gruppierung schreiben sie Werte wie Loyalität und Ehrlichkeit groß. Ich habe mich einfach in diesen Eigenschaften wiedererkannt." "Hallo Hier Ist Lila" erscheint im Sommer 2016 als erste Videoauskopplung und wartet standesgemäß mit einem Mosh36-Part auf. Auf dem Album geben sich zudem Milonair, Moe Mitchell, Limit und SPTMBR die Ehre. Mit Platz 68 schlägt es sich wacker in den Charts.

Kalazh44 hilft seinerseits mit einer Strophe auf Mosh36' "Rapbeduine" aus und begleitet als Support die "Ohoh-Tour". Außerdem bewegt er sich im Umfeld von Bis Es Klappt. Mit Diloman, Azero und Shqiptar erscheint die Single "Digital". Auch an "Tek Tek" von Diloman und "#31#" von Azero ist er beteiligt. Ab Sommer 2017 passt sich der Berliner der hohen Veröffentlichungsfrequenz an, die im Spotify-Zeitalter dauerhafte Aufmerksamkeit garantiert. Auf seine Single "Diamant" folgen unter anderem "Kokayn" mit Capital Bra, "Zu Viele Probleme" mit Brudi030 und "Davai" mit Veysel.

2019 trägt seine Arbeit Früchte in den Charts. Auf die Achtungserfolge "Khabib" mit Gringo, Capital Bra und HK sowie Samras Single "Ghetto" stürmt Kalazh44 mit "Royal Rumble" gemeinsam mit Nimo, Luciano, Samra und Capital Bra die Spitze der Single-Charts. Letztgenannter nimmt ihn auch mit auf "Gucciland-Tour". Mit steigendem Erfolg nimmt die tatkräftige Unterstützung seines Teams eine noch bedeutendere Rolle ein: "Ich bin einfach Künstler. Ich mache meine Musik, ich geh' ins Studio und Gott sei Dank habe ich 'ne stabile Mannschaft hinter mir, die mir das ermöglicht."

Surftipps