laut.de-Kritik

Die Rapperin manövriert sich durch die Stürme des Alltags.

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Mit "HipHop Ist Am Arsch" legte Babsi Tollwut vor zwei Jahren ein vielschichtiges Debütalbum vor. Eigentlich wollte sie damit die Bühnen der Republik bespielen, doch die Pandemie verordnete ihr eine Zwangspause. Die Aufnahmen der "Rapisoden" füllten diese zwar kreativ, aber nicht finanziell. Um überhaupt die Produktionskosten begleichen zu können, startete Babsi Tollwut eine Crowdfunding-Kampagne, die sie mit flauem Gefühl im Magen bewarb: "Es ist auf jeden Fall super unangenehm, so um Geld zu fragen". Schlussendlich kamen knapp 7.000 Euro zusammen.

Und die Investition zahlt sich schon mit "Wo Ich Bin, Ist Der Wind" aus. Im Einklang mit der Natur wie eine Figur aus dem Studio Ghibli wiegt sie sanft auf einem ausgeglichenen Instrumental von Anatolian Lover im Auge des Hurrikans: "Die Wellen sind das Sprungbrett in mein Leben. Ich bin der Sturm. Ich bin das Beben, aber Land nicht in Sicht. Nur Berge, die sich aus den Fluten erheben". Gespickt mit Metaphern aus Natur und Seefahrt manövriert sich Babsi Tollwut instinktiv an den Hindernissen des Lebens vorbei: "Ich sehe das Leuchtfeuer mit verschlossenen Augen."

Babsi Tollwut in den Kommentarspalten mit dem Flowmeter genauestens zu vermessen, führt ebenso an ihrem Kern vorbei wie bei Vandalismus oder Grim104. Überdeutlich legt sie ihren Schwerpunkt auf die Texte, mit denen sie der Hörerschaft immer wieder Nüsse zu knacken gibt. Dass sie mitunter den Bogen überspannt, beweist sie mit "Lächeln Lachen Zähne Zeigen". Ein chaotischer Wirbelsturm aus Gedanken durchzieht das Stück. Ohne klar erkennbaren Fokus wirft die Rapperin flüchtige Blicke auf politische und private Zusammenhänge. Hängen bleiben dabei nur Fetzen.

Überzeugender fällt da die Innensicht von "Puls In Meinen Füssen" aus. "Ich halte meine Luft an, um den Herzschlag zu spüren", malt sie ein Bild von emotionaler Entfremdung. Begleitet von Atemgeräuschen und einer einsamen Trompete schwirrt das Instrumental verloren im Raum. Immer wieder scheint es dabei wie suchend die Richtung zu ändern. Unterdessen versucht Babsi Tollwut ihre Vergangenheit im Zaum zu halten – mit allen positiven wie negativen Folgen: "Du bist das nervige Kind in mir. Du bist der Bestimmer. Ich bleibe hart mit dir und hör' dich dann leise wimmern".

Die eigene Lebensgeschichte durchzieht auch "Mein Papa". Als Kind fragte sie mit unschuldiger Neugierde ihren Vater über Gerechtigkeitsfragen aus. Wie der Beat schlich sich langsam die harte Erkenntnis heran: "Immer wenn er mir zeigte, wie simpel diese Welt ist, zerbrach etwas in mir". Am Grab des alten Herrn wächst die Einsicht, dass auch er Opfer systemischer Ungerechtigkeit war: "Es ist die Logik dieser Welt. Und ich sage es gern' noch mal: Es ist die Klasse, die hier zählt". Einzig den Schlenker zu 1933 hätte sie sich sparen können. Damit fiel schon Tamas' "Hysterie" negativ auf.

Am Puls der Zeit bewegt sich hingegen "Analyse & Genick", der mit "Fischfänger"-Vibes der unheiligen Allianz aus Esoterikern und Rechtsradikalen auf den Grund geht: "Antisemitinnen schlagen auf dich ein, während sie vegan und friedlich sind". Richtigerweise betont sie, dass diese Kreise bereits Impfungen abgelehnt haben, bevor das Thema die öffentliche Debatte bestimmte. Im Angesicht von Xavier Naidoo und Co., die übergangslos vom Yoga-Kurs zur Reichsbürger-Demo wechseln, muss allerdings auch sie kapitulierend erklären: "Kann den Wahnsinn nicht sortieren".

Die EP schließt mit dem schwächsten Song "Stutenbiss Und Pferdefuss" ab. "Queers und Girls united, und wir haben 1.000 Sternchen", ruft die Rapperin plakativ zur weiblichen Solidarität auf, während Plaeikke dem Selbstverständnis widerspricht, mit dem etwa Shirin David oder Schwesta Ewa auftreten: "Wer ist dieser Hip Hop, und warum ist er so männlich?". Abgesehen von dieser ungelenken Hymne auf Frauen im Rap bleibt Babsi Tollwut ein ständiger Unruheherd, die mit "Rapisoden" erneut beweist, dass sie zu den talentiertesten Textschaffenden des hiesigen Hip Hop gehört.

Trackliste

  1. 1. Wo Ich Bin, Ist Der Wind
  2. 2. Analyse & Genick
  3. 3. Mein Papa
  4. 4. Lächeln Lachen Zähne Zeigen
  5. 5. Puls In Meinen Füssen
  6. 6. Stutenbiss Und Pferdefuss (mit Plaeikke)

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LAUT.DE-PORTRÄT Babsi Tollwut

"Sprache ist das, womit alle Menschen ständig in Verbindung sind. Sprache repräsentiert auch die gesellschaftliche Macht. Man kann mit Sprache richtig …

13 Kommentare mit 109 Antworten

  • Vor 19 Tagen

    "Sprache ist das, womit alle Menschen ständig in Verbindung sind. Sprache repräsentiert auch die gesellschaftliche Macht. Man kann mit Sprache richtig viel verändern."

    Ja, Babsi Tollwut... Angesichts deines Pseudonyms hat sich der Anteil an Erbrochenem in meinem Mund geändert.

    • Vor 18 Tagen

      Das ist ein meiner Meinung nach riesiges Problem der Kulturwissenschaft, speziell der Sprachwissenschaft, diese Mantra-artige Nennung dieses Satzes "Sprache evoziert Wirklichkeit". Mit dem Satz allein wird schon eine Wirklichkeit evoziert, die aber nicht in sich geschlossen ist. Ich meine, was war zuerst da: Der Stein selbst oder das Wort für den Stein?

      Klar, man kann jetzt argumentieren, dass dieser Satz/dieses Mantra sich speziell auf strukturelle, politische Gegebenheiten bezieht. Nur ist dann aber auch hier die Frage, was zuerst da war und was zuerst da sein sollte: Das Patriarchat mit seinen Strukturen oder das Patriarchat mit seinem Vokabular?

      Man versperrte sich ja damals stark gegen die femininen Formen von Berufsbezeichnungen, unter anderem deshalb, weil der Anteil an arbeitenden Frauen relativ gering gewesen ist. Mittlerweile sieht das ja anders, Formen wie Ärztin sind geläufig. Aber dem voraus gingen Jahre an gesellschaftlicher Angewöhnung und Sozialisierung arbeitender Frauen.

      Worauf ich hinaus will: Die Sprache kann nur nachziehen, wenn es um die Wirklichkeit geht. Ansonsten steht sie immer im Konflikt damit. Leute wie Babsi Tollwut meinen aber, dass man, wenn man die Sprache nur anpasst, sich die Wirklichkeit verändert. Das ist Schwachsinn. Es ist die Sprache, die durch die Wirklichkeit gezwungen ist, sich zu verändern. Nicht umgekehrt.

    • Vor 18 Tagen

      Wann versperrte man sich gegen feminine Berufsbezeichnungen? Ich glaube, der Großteil der Menschen war vermutlich sprachlich gebildet genug, Grundschule und so, um zu wissen, daß es sich um grammatische Formen ohne direkten Wirklichkeitsbezug handelt. Das mit der Bildung und der fehlenden Wertschätzung gegenüber akademischer Expertise hat eher dazu geführt, daß heute eine Ärztin etwas anderes sein soll als ein Arzt. Ist zwar sexistisch, aber offenbar Konsens ejner Minderheit.

      Guter Beitrag. Weiß jetzt nicht, ob Babsi der Ansicht ist, Sprache verändere die Wirklichkeit. Wenn dem so ist - klar, so einfach ist es mit der Sprache nicht. Sprache prägt die Wirklichkeit und wird von ihr geprägt. Sie ist praktisch unerreichbar für bewußte Änderungsversuche, weil die lebendige, verspielte "Gossensprache" stets der Motor für ihre Veränderungen war. Und ehe ein paar privilegierte Mittelstandskinder entscheidenden Einfluß auf diese Sprache haben, friert die Hölle zu.

    • Vor 18 Tagen

      Ach, und daß die Sprachwissenschaft so nen Mumpitz nicht ohne einschränkende Kontexte sagt, dürfte auch klar sein. Es sind eher keine Linguisten oder Leute, die gut in der Schule aufgepaßt haben, die davon ausgehen. Philosophisch und linguistisch ist das lachhaft.

    • Vor 18 Tagen

      "Ich meine, was war zuerst da: Der Stein selbst oder das Wort für den Stein?"

      Naja, beides gleichzeitig halt. Bevor das Wort oder eine Konzeptualisierung für Stein nicht da war, war es auch kein Stein.

      Ansonsten halte ich die Aussage mit Sprache kann nur nachziehen für ein bisschen irreführend. Wüsste nicht wie sich zum Beispiel die Abkehr vom vorher mehrheitlichen Frauenbild und zum Beispiel die Anerkennung von Transfrauen als Frauen mit den entsprechenden gesellschaftlichen Konsequenzen ohne eine sprachliche Neuverhandlung bzw. klarere Ausdefinierung als vorangehenden und grundlegend wichtigen Schritt erklären ließe.

    • Vor 18 Tagen

      Eine sehr anschauliche Erörterung über die entsprechenden philosophischen Konzepte gibt es übrigens hier:

      https://www.youtube.com/watch?v=koud7hgGyQ8

    • Vor 18 Tagen

      @Ragism:"Wann versperrte man sich gegen feminine Berufsbezeichnungen? Ich glaube, der Großteil der Menschen war vermutlich sprachlich gebildet genug, Grundschule und so, um zu wissen, daß es sich um grammatische Formen ohne direkten Wirklichkeitsbezug handelt."

      Du müsstest dir mal den Diskurs zu der damaligen Zeit ansehen, da waren die Ressentiments ähnlich groß wie heutzutage mit dem Gendern. Das ist auch einer der Gründe, weswegen sich die Sprachveränderer ihrer Sache so sicher sind.

      @Gleep Glorp:"Naja, beides gleichzeitig halt. Bevor das Wort oder eine Konzeptualisierung für Stein nicht da war, war es auch kein Stein."

      Der Stein in seinem Sein ist aber nicht erst dann Teil der Wirklichkeit wenn ein Mensch ihn benennt, sondern schon längst vorhanden.

      "Wüsste nicht wie sich zum Beispiel die Abkehr vom vorher mehrheitlichen Frauenbild und zum Beispiel die Anerkennung von Transfrauen als Frauen mit den entsprechenden gesellschaftlichen Konsequenzen ohne eine sprachliche Neuverhandlung bzw. klarere Ausdefinierung als vorangehenden und grundlegend wichtigen Schritt erklären ließe."

      Das ist schon ein guter Einwand. Worauf ich mit meinem Text hinauswollte, war eher deskriptiv gemeint als jetzt auffordernd. Von meinen Beobachtungen ausgehend klappt es nicht, mit erzwungenen Sprachveränderungen wirksame strukturelle Änderungen zu bewirken. Zumindest nicht sofort, dass ist ein jahrelanger Prozess und ergibt sich eher aus der Praxis mit den Menschen und nicht daraus, wie man sie benennt. Es gibt dabei ja auch das Phänomen der Euphemismus-Tretmühle. Für einen Menschen mit einer Behinderung wird das Leben nicht unbedingt würdevoller, wenn man "behindert" aus dem offiziellen Duktus streicht und stattdessen "eingeschränkt" sagt. Das ist nur eine kosmetische Veränderung. Wenn diese Personen wirklich ein würdevolles, barrierefreies Leben haben können, dann entfällt vielleicht auch der negative Anteil in der Semantik des Wortes "behindert", der Leute dazu verleitet, es als Schimpfwort zu nutzen. Ähnliches gilt, wenn man Drecksjobs mit "Niedriglohnsektor" euphemisiert.

      Im Germanistik-Studium wird auch schon recht früh in der Einführung gesagt, dass Sprache sich von selbst entwickelt und im Hinblick dessen werden die sogenannten Sprachpfleger, also die mit Aversion gegen z. B. Anglizismen und Fremdwörter eher belächelt. Die Vertreter der Gender Linguistik hingegen, die ebenso aktiv in die Sprache eingreifen wollen, kommen da besser weg. Natürlich nicht ohne Grund, aber die Prämisse, dass Sprache als Diasystem sich irgendwo aussucht, wo die Einflüsse herkommen, spricht ja technisch gesehen erstmal dagegen.

      Hab schon gut 8 Minuten vom Video gesehen, ist sehr gelungen.

    • Vor 18 Tagen

      @CoolerTyp: Wann wurden solche Änderungen denn schon mal diskutiert? Habe dazu noch nie etwas gehört.

      Wußte nicht, daß Du Germanist bist. Schön, daß hier auch jemand mit linguistischer Vorbildung aktiv ist! Das Problem der Verfechter absichtlicher Veränderungen ist ein grundsätzliches Mißverständnis von Sprache, das vielen Laien einfach nicht bewußt sein kann. Was Sprache überhaupt ist und was sie beeinflußt, erfährt man in der Schule ja nicht.

    • Vor 18 Tagen

      Feminine Formen für Berufsbezeichnungen sind ganz genau gesprochen Neologismen und existieren auch nicht so lange, wie man denkt. Wie diese sich zusammensetzen, wurde ähnliche wie beim Gendern heutzutage, auch heiß diskutiert und unterschiedliche Ansätze dabei verfolgt.

      Es müsste Luise Pusch gewesen sein (oder irgendeine andere Linguistin), die z. B. vorschlug, dass man nicht "die Professorin" sagt, sondern nur den Artikel ändert zu "die Professor". Begründet wurde das unter anderem damit, dass z. B. die Gräfin in einer untergeordneten Rolle zum Grafen steht, rein hierarchisch betrachtet. Ein anderer Grund war die Befürchtung, dass eine Ärztin, eben durch die sprachliche Realisierung, nicht als Arzt wahrgenommen werden, sondern lediglich als "weiblicher Arzt". Also anders und nicht gleich zu den Männern.

      Am Ende haben sich da aber dann doch diese weiblichen Formen mit Suffix -in durchgesetzt, weil sie einem Prinzip entsprachen, welches für die Eingliederung in eine Sprache Elementar ist: Es war einfach zu realisieren und nicht zu verkopft.

      Wem die Unterstrich und Sternchen schon zu viel sind: Es gibt auch Essays, wo modellhaft noch radikaler mit der gängigen Sprache gebrochen wird und versucht wird politisch (über)korrekt zu sein. Aber da sieht man dann, wo diese Bestrebungen an ihre Grenzen stoßen. Es kann sein, dass wir in 10 bis 20 Jahren uns andere Pronomen wie "they/them" oder auch die anderen gewöhnt haben. Aber je komplexer die Realisierung auf grammatischer und morphologischer Ebene ist, umso unwahrscheinlicher ist die Durchsetzung bzw. umso länger wird es dauern, das salonfähig zu kriegen.

    • Vor 18 Tagen

      "Wußte nicht, daß Du Germanist bist. Schön, daß hier auch jemand mit linguistischer Vorbildung aktiv ist!"

      Word. Props an Cooli für den informativen Beitrag.

    • Vor 18 Tagen

      Ich halte es für sehr situationsabhängig, ob es von gutem Geschmack zeugt, überhaupt eine spezifisch weibliche/männliche Form zu verwenden. In einer offiziellen Ansprache, in der Art von "Meine Damen und Herren" mache ich das tegelmäßig. Gibt auch andere Situationen. Aber weil es nun mal keinen wesentlichen Unterschied zwischen einer Ärztin und einem Arzt geben sollte, halte ich es für rückwärtsgewandt, hier sprachlich einen konstruieren zu wollen. Es sollten alle wissen, daß Frauen den Beruf ebenso gut oder schlecht ausüben wie Männer.

      Aber hey, nur meine Ansicht. Danke für den kleinen Exkurs!

    • Vor 18 Tagen

      Mega! Die Baldrian von heute kann ich mir wieder mal für morgen sparen und das ohne Eigenbeteiligung! Ein Gewinn, dieser Tag :).

    • Vor 18 Tagen

      Ach, eine Frage hätte ich dann doch noch:
      Ist dein Nickname "CoolerTyp" eine Art zynische Selbstreferenz auf deine eigentlich hohe Bildung, die ja eher Originalität im sprachlich/literarischen Bereich voraussetzen würde oder schlicht und ergreifend ökonomisch begründet im Sinne von "ich hab gar keine Zeit für so'n Quark, muss noch lesen, daher "CoolerTyp""?

    • Vor 18 Tagen

      Bei meinen drei Semestern Linguistik wurde uns immer eingebläut, daß Sprache sich durch den Alltagsgebrauch verändert. Das nenne ich auch als Hauptproblem beim aktuellen Gendern. Es gibt in der Alltagssprache keine Sternchen, und weder Männlein, Weiblein, noch alles dazwischen höre ich jemals auch nur annähernd konsequent beim Gebrauch dieser Vorschläge. Sogar in Zeckenzentren höre ich das abseits von offiziellen Ansprachen nicht.

      Vielleicht ist an Wagenknechts Punkt etwas dran, daß ein paar Studenten sich das ausdachten, um bequem vom Sofa aus Aktivismus zu betreiben. Und weil die Herren Professoren gerne in Anspruch nehmen, über die vermeintlich dominanten Entwicklungen informiert zu werden, um ein paar harmlose, wohlmeinende Gummipunkte zu sammeln, haben sie dort als erstes angeklopft.

      Weil diese "Sprache" aber rein formell ist, hat sie mMn. kaum eine Chance. Für Versuche "von oben" herab ist Sprache wahrscheinlich einfach zu lebendig. Historisch hat es, wie gesagt, nur selten und sporadisch funktioniert.

    • Vor 18 Tagen

      Zu deinem Wagenknecht-Punkt: Ja, vielleicht sogar medial von konservativen aufgebauscht, um die Linken so vom Wähler zu entfremden, dass es selbst die wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht merken, da sie ja einem moralischen Trend widersprechen müssten, durch den sie sich akademisch aufwerten. Wagenknecht will vielleicht darauf hinaus, dass die Linken inklusive Bildingsbürgertum bzw. Lifestyle-Wissenschaftler sich zu leicht von den sozial abgehängten Wählern, die ja eigentlich diese Partei wählen müssten, abspalten lassen. Mit "gender" total easy. Hier die "Schlauen" mit dem Etikett, dort die "Dummen", die nicht mehr links wählen wollen. Die Frage sollte daher nicht lauten, ob Sprache die Realität formt oder vv. Sondern, ob sich die die Leute auf den kleinsten Nenner eines sozialen Miteinanders einigen können. Das * ist da eher eine sehr kluge Gehirnwäsche für hochbegabte, die kein Gespür für Mafiatricks haben.

    • Vor 17 Tagen

      @Psychowiesel: Mir fiel nichts besseres ein, deswegen der Nickname. Und ja, ein bisschen Ironie schwingt auch mit rein.

      Zum Thema: Der Witz ist doch auch, dass BEIDE SEITEN, sobald das Thema irgendwie aufkommt, sagen, dass es "WICHTIGERE PROBLEME" gibt. Die Konservativen, wenn die Linken das Gendern fordern, und die Linken, wenn die Konservativen etwas dagegen sagen. Der Zyniker kommt in mir kommt nicht um die Hypothese, dass das Thema von beiden Seiten nur zu Provokationszwecken missbraucht wird.

    • Vor 17 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 17 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 17 Tagen

      So streitbar sie ist - spätestens bei dem Punkt sollte man ihr zuhören, finde ich auch. Natürlich kann es auch sachliche Gründe geben, wenn Menschen sich von den linken Parteien - pardon, der einen linken Partei - abwenden. In der Lokalpolitik konnte sie in vielen Gemeinden aus Gründen vielleicht nicht viel bewegen.

      Aber in Deutschland gibt es einen ähnlichen Klassizismus wie er aus GB längst bekannt ist. Und eben auch das ähnliche Phänomen, daß der ewige rote Wall des Nordens gebrochen ist. Das liegt natürlich nicht bloß an einer abgehobenen Kultursprache - sie ist nur Phänomen der Klassengesellschaft. Die Ärmsten der Gesellschaft, ob Männlein oder Weiblein, haben aber vermutlich keine ähnlich überflüssigen Luxusprobleme wie darüber zu grübeln, wie undirekt und grammatisch themenfremd sie sich auszudrücken gedenken.

      Ob ihre Abschiebebescheide, ihre Kurzarbeitsverträge oder ihre Hartz-Sanktionen gegendert werden oder nicht, wäre ein extrem zynisches Problem.

    • Vor 17 Tagen

      "So streitbar sie ist - spätestens bei dem Punkt sollte man ihr zuhören, finde ich auch."

      Wagenknecht sollte man IMMER zuhören. Die Frau ist so links, dass sie sogar vor Partei-Selbstkritik nicht zurückschreckt. Mehr links geht gar nicht. Die Frau ist viel zu schlau für ihre eigene Partei.

    • Vor 17 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 17 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 17 Tagen

      Bin eigentlich auch Fan. Leider hat sie ein paar blinde Flecken, und benimmt sich oft trotzig-kindisch. Was sie sich bei ihrem wissenschaftsfeindlichen Herumgeeiere wegen Covid denkt - keine Ahnung. Und ihre Aussagen zu Flüchtlingen sind auch schon ein alter Hut, die weniger inhaltlich als im Vortrag saudumm waren.

      Ein wenig Verständnis habe ich natürlich trotzdem, weil sie meistens alleine auf weiter Flur ist, während lauter fette, alte, weiße Männer auf sie eindreschen und ihre Aussagen verzerren. Kommt mir ja auch irgendwie bekannt vor von einer großen deutschen Musikplattform ;)

    • Vor 17 Tagen

      Die Aussagen zum Thema Flüchtlinge waren auf die Ursachen bezogen und als allgemeine Gesellschaftskritik gedacht - ein total alter Hut und eigentlich mega-trivial. Natürlich wurde ihr medial alles im Munde rumgedreht, sodass die "Linken" natürlich auf einmal "rechts" waren. Wieder billiger Trick konservativer Medienhäuser ;).
      Die AfD, die als Protestpartei ja eigentlich dafür "erfunden" wurde, die Linken in Schach zu halten, waren dann auf einmal Verbündete :D. Das war schon sehr zynisch.

    • Vor 17 Tagen

      Ist halt schade, wie oft Linke konservativen Berichterstattungen auf den Leim gehen. Nicht zwangsläufig durch direkte Exposition, denn das Gefühlte ist medial wichtiger als das Gesagte. Hab auch öfter erlebt, wie freundliche, eigentlich korrekte linke Kollegen Angst vor, und Vorbehalte gegen Muslime haben. Ganz einfach, weil jene Medienhäuser uns seit 20 Jahren einbläuen, wie brutal und rückständig sie seien.
      Besonders deutlich wird das natürlich beim ewigen Nahost-Thema. Außerhalb Deutschlands gilt es einfach kaum als sozial, links, progressiv, unrassistisch, Israel zu unterstützen. Es gibt ja auch keine guten Gründe für Linke, eine rechtsradikale Militärregierung zu bejubeln. Aber Springer & Co. tragen nun mal seit Ewigkeiten ihre rechtsnationalen Predigten vor. Und auch dort haben sich diese gefühlten Wahrheiten in linke Szenen eingeschlichen. Es ist zum Verzweifeln.

      Vermutlich ist ein paar Sternchen in Wörter zu quetschen die einzige Beschäftigungstherapie, die diesen Zeitgenossen noch geblieben ist.

    • Vor 17 Tagen

      "Ist halt schade, wie oft Linke konservativen Berichterstattungen auf den Leim gehen."

      Der eine Satz hätte reichen können - sowohl von mir, als auch von dir ;).

    • Vor 17 Tagen

      @Massivo:
      Wie findest du denn eigentlich die Sahra?
      Bist du ebenfalls der Ansicht, dass Sprache die Realität formt oder siehst du das eher skeptisch? Diskutierst du mit Murat darüber beim Zocken?

      Gruß
      Wieselbabisel

    • Vor 17 Tagen

      *push* Massivo, bitte kommen!

    • Vor 17 Tagen

      Uuuuh, ein weiterer Heiland schwächelt. Sexy! :)

    • Vor 16 Tagen

      Gut, ich springe - ausnahmsweise! - ein:

      dene das sara kan gud makke disskurs auf youpor.

    • Vor 16 Tagen

      Es ist einfach nicht dasselbe...

    • Vor 15 Tagen

      ja brüder das mit sprache is machmal seh kompleziert und manchmal sehr simple ich kann sagen mehr mit 2 worte als anderen mit ganze buch und sahra macht gute politikz aber falsche partei

    • Vor 15 Tagen

      Schon mal daran gedacht, selbst ne Partei zu gründen? Meine Stimme hättest Du sicher, Brudi!

    • Vor 15 Tagen

      Zwei gar nicht so doofe Kommentare, die lediglich vernachlässigen, dass "Spaltung unter Linken" hierzulande als eines der Hauptargumente für fehlendes Vertrauen unter Wähler*innen zu sich vordergründig links positionierenden Parteien und daher ebenso fehlende Mehrheiten für am Menschen und seinen Bedürfnissen orientierte Politik, die nicht primär dem Gelde nahe ist, heranzuziehen ist. :)

    • Vor 15 Tagen

      Ja, aber auch teilweise deswegen, weil die Wähler im Kollektiv gar nicht durchschauen können, dass die Konservativen die Moralleiter unterlaufen und Applaus für jeden Höhenmeter erhalten, wohingegen die Linken bereits auf den Berg gesetzt werden und für jedes Störfeuer runterpurzeln, dennoch aber bereits grundsätzlich für die Gemeinschaft das bessere Ideal propagieren (meistens jedenfalls). Gar nicht so dumm. Ich habe mir für mein Leben viel von der CDU abgeschaut und was soll ich sagen es funktioniert :D.

    • Vor 15 Tagen

      Ich kenne viele Linke, für die "Querfront-Sahra" ein Grund ist, die Partei nicht mehr zu wählen.

    • Vor 15 Tagen

      Ist genau der Punkt, der mich am meisten nervt, Wiesel. Die CDU wird beklatscht, wenn sie nach Jahren und viel zu spät mal eine Kleinigkeit dazugelernt haben. Linke spielen sowieso schon mal intellektuell und vernunftmäßig in einer ganz anderen Liga. Ist nur oft so ein Eitelkeitswettbewerb, bei dem viele von ihnen - Hallo, laut.de - dringend auf dem einzig richtigen Pferd sitzen wollen, von dem aus sie dann die anderen Reiter verachten können. Solange sie sich gelegentlich mal auf Demos usw. blicken lassen, sollen sie das tun. Ich vermute aber, daß die lautesten von denen sich eher nicht unter niederes Fußvolk mischen.

    • Vor 15 Tagen

      Eben, und mein Bruder z.B. forscht in der Richtung, dass rein rechnerisch im Falle einer Aufteilung zwischen Linkspartei und Wagenknechtpartei zur übernächsten BTW am Ende die kumulierten Prozente beider Splitter doch wieder nicht auf die ganz 7-8% kämen, die eine derzeit noch geeinte Linkspartei wohl holen würde, wäre morgen bereits Stichtag. ;)

      Oskar Lafontaine ist halt ein eloquenter, aber gleichsam unnötig nerviger (weil unheimlich egozentrierter) Querulant und ich bin der ganz persönlichen Meinung, dass die Ehe hier charakterlich unschön abgefärbt hat aufs ehemalige Lieblingskind der potentiellen parlamentarischen Speerspitze der Linken.

  • Vor 19 Tagen

    Finde ja gut, dass laut.de auch solchen Nischenkünster*innen eine Plattform gibt und die Message an sich ist ja auch Großteils lobenswert, aber die 4/5 können ja eigtl nur in der Haltung begründet liegen, weil musikalisch und raptechnisch ist das ja eher...ich sag mal: Mittelprächtig.

  • Vor 19 Tagen

    "Babsi Tollwut in den Kommentarspalten mit dem Flowmeter genauestens zu vermessen, führt ebenso an ihrem Kern vorbei wie bei Vandalismus oder Grim104."

    Naja, sorry, das gehört für mich einfach zum Handwerk, sonst kann ich auch gleich Poetry Slam hören.