Porträt

laut.de-Biographie

The Haxan Cloak

Düstere Soundlandschaften irgendwo zwischen Pantha du Prince, David Lynch und dem frühen Schaffen von John Carpenter: hier fühlt sich der britische Klang-Nerd Bobby Krlic alias The Haxan Cloak so richtig wohl.

The Haxan Cloak - Excavation Aktuelles Album
The Haxan Cloak Excavation
Mutige hören das bei voller Lautstärke und mit geschlossenen Augen.

Bobby Krlic wächst in Yorkshire, England, als Sohn zweier Musikbesessener auf. Sowohl seine Mutter, die jahrelang als Soul-DJane gearbeitet hat, als auch sein Vater, ein leidenschaftlicher Gitarrist, konfrontieren Bobby bereits im zarten Kindesalter mit allerlei musikalischen Genres. Über die Jahre hin freundet sich Bobby vor allem mit elektronischen Klängen an.

Mit 16 Jahren experimentiert der Brite erstmals mit eigenen Folktronica-Klängen und beginnt damit, Songideen zu archivieren. Während eines Sound- und Visual-Arts-Studiengangs an der Uni taucht er immer tiefer in die Materie ein, was zur Folge hat, dass er sich in seiner Freizeit fortan nur noch in seinem Zimmer einschließt, um Klangvisionen auszuarbeiten.

Nach dem Ende der Uni-Zeit im Jahr 2009 geht der emsige Alleinunterhalter aufs Ganze und presst seine gesammelten Werke in heimischer Arbeit auf eine CD. Eine Kopie landet auch auf dem Schreibtisch des Sub Rosa-Künstlers Mikhail Karikis, der Bobby mit Hilfe seiner Szene-Connections einige Türen öffnet. Eine davon führt schließlich direkt ins Office des Aurora Borealis-Labels, wo man sich schwer begeistert zeigt und dem Newcomer alle Möglichkeiten bietet, um die bisher zusammengetragenen Werke unter professionellen Bedingungen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Unter dem Pseudonym The Haxan Cloak veröffentlicht Bobby Krlic sein selbstbetiteltes Debüt im Juni 2011. Das düstere Konzeptalbum über einen sterbenden Charakter sorgt bei vielen Soundscape-Insidern für reichlich Aufsehen. Selbst im fernen New York erfreut man sich an den innovativen Darkness-Sounds des Engländers. Und so unterschreibt Krlic Anfang Januar einen Vertrag beim renommierten Big Apple-Label Tri Angle: "Ich war mir sicher, dass es der richtige Schritt für mich ist. Aber ich spürte auch viel Druck. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute etwas ganz bestimmtes von mir erwarten", erinnert sich Bobby.

Das hat zur Folge, dass sich die Aufnahmen zum Debüt-Nachfolger in die Länge ziehen. Denn Bobby will, dass alles passt: "Ich empfinde mich eher als Komponist, auch wenn mich viele Leute in erster Linie als Produzenten wahrnehmen. Als Komponist sieht und fühlt man Musik anders. Das kostet mitunter viel Zeit", so das Multitalent.

Im April 2013 ist es dann aber soweit. Unter dem Titel "Excavation" veröffentlicht The Haxan Cloak das langersehnte zweite Album, das inhaltlich nahtlos ans Debüt anschließt. Wieder geht es um düstere Themen, die abermals eingebettet werden von atmosphärischen Sounds und kalten Beats. Doch von einem generellen Hang zur Tristesse will der Verantwortliche nichts wissen: "Man muss das unterscheiden und voneinander trennen. Ich bin kein Mensch, der den ganzen Tag nur mürrisch durch die Gegend läuft. Ich bin ein glücklicher und offener Zeitgenosse, auch wenn meine Musik sich nicht danach anhört."

Alben

The Haxan Cloak - Excavation: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2013 Excavation

Kritik von Sven Kabelitz

Mutige hören das bei voller Lautstärke und mit geschlossenen Augen. (0 Kommentare)

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