Porträt

laut.de-Biographie

Lunatic Soul

Wenn Mariusz Duda nicht gerade an neuen Progressive Rock-Tracks für seine Hauptband Riverside feilt, feilt er an Progressive Rock-Tracks für sein Nebenprojekt Lunatic Soul.

Lunatic Soul - Fractured
Lunatic Soul Fractured
Wenn Prog auf Trap und Trip Hop trifft.
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Erstmals stellt er dieses zweite, allein ihm überlassene Kreativoutlet 2008 vor. Im Vergleich zur Hauptband schaltet er beim selbstbetitelten Debütalbum einige Härtegrade nach unten, der groben Genre-Kategorisierung bleibt er allerdings treu. Die durchstrukturierten, bisweilen an Porcupine Tree erinnernden Harmoniegebilden trägt vor allem die Stimme des Sängers.

Darunter breitet er ein düsteres Grundgerüst mit gerne ins Orientalische abdriftenden Melodien aus. Von Melancholie zu sprechen wäre dabei fast schon vermessen, herrscht bisweilen doch echte Trauer, verdeutlicht von gesampletem Schluchzen.

Als Co-Komponist vertraut Duda bei den ersten Alben auf den Multi-Instrumentalisten Maciej Szelenbaum, der im Studio vor allem für Klavier- und Keyboardparts, aber auch Flöten verantwortlich zeichnet. Gesang, Bass, Gitarre und Percussion übernimmt Duda größtenteils selbst.

In schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht er fortan sowohl mit Riverside als auch Lunatic Soul weitere Alben. "Lunatic Soul II" und die dritte Platte "Impressions" erscheinen im Abstand von weniger als einem Jahr. Album Nummer vier, "Walking On A Flashlight Beam" folgt im Oktober 2014 und hilft Riverside-Fans dabei, die Zeit zwischen "Shrine Of New Generation Slaves" und "Love, Fear And The Time Machine" zu überbrücken.

Als Anfang 2016 Riverside-Gitarrist Piotr Grudzinski überraschend stirbt, hat das auch Auswirkungen auf Lunatic Soul. Auf dem 2017 erscheinenden "Fractured" verarbeitet Duda die traumatischen Geschehnisse des Vorjahres und nimmt nicht nur auf den Verlust seines Bandkollegen, sondern auch auf den Tod seines Vaters Bezug. Er bezeichnet "Fractured" als sein Katharsis-Album. Entsprechend düster fällt die Musik darauf aus.

Gleichzeitig spricht Duda vom bislang wohl zugänglichsten und auch eigenständigsten Album seiner Karriere. Er experimentiert stärker als zuvor mit elektronischen Elementen, zeigt sich stark beeinflusst von etwa Massive Attack, integriert aber gleichsam ein Orchester und Saxophon in seine Stücke. Den musikalischen Kosmos Dudas zeichnet eben vor allem seine Grenzenlosigkeit aus.

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