laut.de-Kritik

Bei den ruhigen Klängen laufen die Polen zur Höchstform auf.

Review von

"Anno Domini High Definition" zeigte Riverside 2009 noch von einer relativ harten Seite, die wohl der gemeinsamen Tour mit Dream Theater geschuldet war. Progressivität in Form von komplexen Arrangements war gestern. Schlüssiges Songwriting und eine noch deutlicher ausgelebte Vorliebe für 70s Artrock stehen mehr denn je auf dem Plan.

Wo Opeth mit "Heritage" aber einfach nur langweilen, schreiben Riverside nach wie vor hervorragende Songs. Auch Vorliebe für Wortspiele von Fronter Mariusz Duda ist immer noch vorhanden und so mag der ein oder andere bereits festgestellt haben, dass sich "Shrine Of New Generation Slaves" auch ganz knapp auf "SONGS" zusammen kürzen lasst.

Fragil, ein wenig verloren, übersteuert und sehr reduziert steigen Riverside mit dem Titeltrack in ihr neues Album ein. Sänger und Bassist Mariusz Duda erinnert stimmlich fast ein wenig an Corey Taylor bei Stone Sour. Ganze zwei Minuten nehmen sich die Polen Zeit, ehe der Song richtige Strukturen annimmt und auch den Gitarren, Drums und der Hammond-Orgel die Chance gibt, Melodien beizutragen.

Vor allem an den Klängen der Hammond Orgel scheinen Riverside ihren Gefallen gefunden zu haben, denn Deep Purple lassen in "Celebrity Touch" gehörig grüßen. Zwar wird sie natürlich nicht so virtuos eingesetzt wie von einem John Lord, doch der Spirit stimmt und das Feeling sowieso.

Es sind die ruhigen Klänge, in denen die Polen zur Höchstform auflaufen. "The Depth Of Self-Delusion" oder "We Got Used To Us" sind unglaublich atmosphärischer Songs, die Anathema nicht besser hätten in Szene setzen können. Vor allem im Hinblick auf die Doppelbelastung Bass/Gesang bin ich sehr auf eine Liveumsetzung des Albums gespannt, denn nicht nur Mariusz' Gesang, sondern auch sein Bassspiel ist äußerst virtuos und anspruchsvoll.

Die Kunst der Band besteht aber darin, ihre musikalischen Fähigkeiten in relaxt klingenden Songs wie "Feel Like Falling" zu verpacken, mit denen man sich einfach entspannt zurücklehnen und die wunderschöne Atmosphäre genießen kann. Genau wie das spacige "Deprived (Irretrievably Lost Imagination)" mit ein paar schrägen an Chroma Key erinnernden Synthies oder kurze Ausklang in Form von "Cuda".

Allein der längste Track "Escalator Shrine", der zunächst mit orientalischem Klängen einsteigt und dann eine massive The Doors-Schlagseite bekommt, wartet in seinen zahlreichen Stimmungswechseln tatsächlich auch mal mit der ein oder anderen Frickelei auf. Solcherlei Kunststücke haben Riverside auf "SONGS" ansonsten schlicht und einfach nicht nötig.

Trackliste

  1. 1. New Generation Slave
  2. 2. The Depth Of Self-Delusion
  3. 3. Celebrity Touch
  4. 4. We Got Used To Us
  5. 5. Feel Like Falling
  6. 6. Deprived (Irretrievably Lost Imagination)
  7. 7. Escalator Shrine
  8. 8. Coda

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7 Kommentare

  • Vor einem Jahr

    Wenn das nur annähernd so gut ist wie die Anfangstrilogie ihrer Alben, dann wäre das ein Hammer:)
    Da bin ich sehr gespannt.

  • Vor einem Jahr

    Der Titel des Albums ließ einen vermuten das Riverside es krachen lassen, was man auch schon in den Vorankündigungen zu hören war . Shrine Of The New Generation Slaves ist alles andere als laut und hart und wie oben schon in der Resonanz bemerkt ist, zieht man schnell Parallelen zu den 60?er 70?er , das ist sicher beabsichtig weil es mehr als PF gab. Aber es ist die unverwechselbare Art von Riverside die nach mehrmaligen hören, sich raus kristallisiert! Es ist abgeklärter und man hat nicht das Gefühl das man mit erhoben Finger auf was hinweisen will. Es liegt sicher auch daran das Solo Projekte zwischen zeitlich man gestaltet hat und Mariusz Duda das auch am meisten ein fließen ließ! Das dem gesamten aber keinen Einbruch bei fügt, nein es ist sogar ein Gewinn! Grade in den Ruhigen Stücken ist davon viel spüren, die Schnellern Tracks wirken frisch und schließen an die Vorgänger an. Gesamt gesehen, ist es eine weiter Entwicklung mit offenem Ende. Shrine Of The New Generation Slaves ist abgeklärter mit Ecken und Kanten die aber nicht störend sind. Riverside finden immer mehr die Unterschiedlichen Genre in einer Balance zu einen abgeklärten gesamt zusammen zu fügen. Für mich persönlich schon der Kracher 2013 im Prog!