Porträt

laut.de-Biographie

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Guillemot, das heißt auf deutsch: Trottellumme. Eine berechtigte Frage, was zum Teufel eine Trottellumme ist. Es handelt sich um einen Klippenmeeresvogel, der frei nach Linné mit einem nicht sonderlich hübschen Namen ausgestattet worden ist. Umso besser, dass die Guillemots aus Großbritanien stammen und die Version 'Common Guillemot Uria aalge' für ihren Namen nutzen. Der wird leider vom eloquenten Weltmann gern mit französischem Akzent ausgesprochen - fälschlicherweise, denn die Aussprache der britischen Big Beat-Indieband ist "gillimott".

Auch wenn das Gekreische von Vogelschwärmen in der Tat den Klang der Guillemots inspirierte, ist ihr musikalisches Spektrum um Welten größer. Eine vielfältige Mischung aus sanftem 80s-orientiertem Pop, Rock und White Soul mit träumerisch orchestralen Anleihen macht den Sound der Band aus. Guillemots experimentierfreudige Unkonventionalität wird von Kritikern gerne als Gegenbewegung zur etwas düsteren Gitarrenschwemme gesehen.

Als Sänger Fyfe Dangerfield die Guillemots gründet, ist er kein Neuling mehr in der Musikszene. Seit 1999 bastelt der in Birmingham geborene Musiker an Songs und spielt sie auch mit seiner Band Senseless Prayer ein. Die Arbeit führt allerdings ins Nichts. Nachdem Dangerfield 2002 nach London gezogen ist, formiert er 2004 die multikulturell besetzten Guillemots: Mit an Bord sind der Brasilianer MC Lord Magrão ( Gitarre), die Kanadierin Aristazabal Hawkes(Kontrabass) und der Schotte Greig Stewart (Schlagzeug). Dangerfield selbst übernimmt Gesang, Gitarre und Keyboard.

Zur Unterstützung holt sich das Quartett noch die "Bridled Guillemots" dazu - Saxophonist Alex Ward und Bläser Chris Cundy. 2008 kündigt Alex Ward zugunsten eines Soloprojekts allerdings seinen Platz im Duo auf. Alt-Saxophonistin und Keyboarderin Ruthie Phoenix ersetzt ihn.

Mit ihrem bei Fantastic Plastic erscheinendem Debüt 2006 "Through the Windowpane" gelten die Guillemots als "next big thing" des UK. Ziemlich schnell geht es dann los in den Spiralen des Musikbusiness. 2005 treten Dangerfield und seine Crew als Vorgruppe von Rufus Wainwrights ausverkaufter Tournee durch Großbritannien auf. Zudem supporten sie unter anderem Snow Patrol.

2006 gibt es zwei eigene Touren im April/Mai sowie im Oktober/November durch das UK, bei denen sie als Main Act auftreten. Im gleichen Jahr erhalten sie eine Nominierung für den Mercury Music Prize, den allerdings die Arctic Monkeys mit "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" gewinnen. Auch für den Brit Award werden sie 2006 nominiert.

Doch auch Majors interessieren sich für die Guillemots. Nachdem Polydor an die Tür geklopft hat, ist man sich schnell einig: Das zweite Album "Red" erscheint 2008 beim Major, wo prompt wie wild die Werbetrommel gerührt wird. "We wanted it to sound like a bold sort of record," erklärt Dangerfield gegenüber musicOMH den musikalischen Geist des Zweitlings.

Auch wenn es für die Brit-Popper bestens läuft, sind Solo-Projekte nicht ausgeschlossen. "It's not like we're in a relationship where we can't sleep with other people," erläutert Dangerfield die Band internen Bande.

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