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"Music's better now than it ever was. It's nice to witness rock and roll dying, and it's a pleasure to try and help it on its way.", spricht Whitehouse-Gründer und Mastermind William Bennett einmal mit leichtem Stolz in der Stimme. Und das zurecht, denn die lärmenden Geräuschfetzen, das hoch- und niederfrequente Pfeifen, das pulsierende Dröhnen und die provokante Geschmacklosigkeit der Lyrics machen Whitehouse bis heute zu den extremsten Auswüchsen der Industrial-Kultur. "Power Electronics" werden die Lärmorgien von Whitehouse später betitelt und liefern damit die Vorlage für ein ganze Schar von Nachahmern.
"Birthdeath Experience" heißt der erste Longplayer mit dem die Band aus Edinburgh 1980 gleichzeitig ihr eigenes Come Organisation-Label ins Leben ruft. Was Throbbing Gristle in Sachen Schocktaktik vorgemacht haben denken Whitehouse konsequent zu Ende. Massenmörder, Völkermord, sexuelle Abartigkeiten und allerlei Widerliches bilden den Pool, aus dem sich die Whitehouse-Ästhetik immer noch nährt. Der 81er Longplayer "Erector" wird heute als die erste "Power Electronics" Platte angesehen und unter Sammlern wie ein Heiligtum gehandelt. Auch die anderen frühen Releases haben aufgrund ihrer Kompromisslosigkeit in Sachen Lyrics, Sound und Layout bis heute einen unvergleichlichen Kultstatus. Gleiches gilt für die Split LP "150 Murderous Passions", eine Kollaboration mit Steven Stapelton von Nurse With Wound.
Nach "Great White Death" hat es sich dann 1984 erstmal ausgelärmt. Doch totgesagte leben ja bekanntlich länger und so kommen Whitehouse 1990 mit neuem Album "Thank You Lucky Stars", neuem Produzenten Steve Albini und dem eigenen Susan-Layley-Label zurück, um dem Rock 'n' Roll endgültig den Todesstoß zu versetzen. Harscher Industrial bereitet Whitehouse auch den Weg ins 21. Jahrhundert, auch wenn die Releases nicht ganz an den extremen Charakter der älteren Platten heranreichen.
Live hingegen scheinen William Bennett & Co nichts von ihrer Umstrittenheit verloren zu haben. So sind ihre als "Live Action" proklamierten Performances bis weiterhin unvergleichliche Konzerterlebnisse, deren hochfrequentes Pfeifen manchem noch lange in den Ohren klingelt.
Birdseed (2002), Cruise (2001), Mummy And Daddy (1998), Quality Time (1995), Halogen (1994), Never Forget Death (1992), Twice Is Not Enough (1991), Thank You Lucky Stars (1990), Great White Death (1984), Right To Kill (1983), Psychopathia Sexualis (1982), New Britain (1982), Buchenwald (1981), Dedicated To Peter Kürten (1981), Erector (1981), Birthdeath Experience (1980), Total Sex (1980)
Schlichtes Design mit reichlich Infos über William Bennett und seine Mitstreiter.
http://www.susanlawly.freeuk.com/
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