Porträt

laut.de-Biographie

Tourniquet

Tourniquet dürfte eine der bekanntesten, sogenannten White Metal-Bands sein, die nach wie vor noch aktiv ist. Man mag sich daran stoßen, dass die Mitgleider der Band mitunter durchaus einen missionarischen Eifer an den Tag legen, wenn man sich daran nicht stört, kann man sich aber auf das Hauptaugenmerk konzentrieren: die Musik und die ist beinahe lupenreiner Thrash Metal.

Guy Ritter (voc) und Gary Lenaire (g) kennen sich schon seit 1985 und Gary lernt durch Guy auch, was das Christentum für ihn ausmachen kann. Nachdem sie mit Ted Kirkpatrick einen guten Drummer und Glaubensbruder gefunden haben, starten sie die Band Holy Danger, mit der sie in L.A. den üblichen Weg über Demotapes, Konzerte und Parties gehen. Als sie 1990 von Intense unter Vertrag genommen werden, wechseln sie den Namen in Tourniquet und veröffentlichen ihr Debüt "Stop The Bleeding". Auf dem Album tauchen die Namen Erik Jan James (b) und Mark Lewis (g) auf, ihr Einfluss auf die Musik hält sich jedoch in Grenzen. Erik ist sogar wenig mehr als nur modisches Beiwerk auf dem Cover. Die Aufnahmen selbst laufen so, dass Ted neben den Drums einige Gitarrenparts und fast alle Bassparts einspielt.

Bei ihrem zweiten Album "Psycho Surgery" kann man schon beinahe von einer EP sprechen, da die Spielzeit doch relativ kurz ausfällt. Zur musikalischen Unterstützung engagieren sie dieses mal Basser Victor Macias (der früher als Roadie bei den Christenrockern Deliverance gearbeitet hat) und Klampfer Erik Mendez. Dank der enormen technischen und musikalischen Fähigkeiten fallen immer öfter Vergleiche mit den Techno-Thrash-Göttern von Watchtower, was Tourniquet über einen Geheimtippstatus aber nicht hinaus hilft.

"Pathogenic Ocular Dissonance" ist das letzte Album für Sänger Guy Ritter, denn seine musikalischen Vorstellungen gehen in eine andere Richtung und er trennt sich in aller Freundschaft von den anderen. Diese sind darüber nicht glücklich, akzeptieren seine Entscheidung jedoch. Um sich mit der Situation zurecht zu finden, veröffentlicht die Band erst einmal eine Live-EP, auf der sie Sänger Les Carlson (Bloodgood) unterstützt. Doch im Anschluss daran ist auch für Erik Mendez Schluss, da er sich ebenfalls mit der Musik nicht mehr identifizieren kann und mehr Zeit für seine anderen künstlerischen Tätigkeiten haben möchte.

Das nächste Album "Vanishing Lessons" überrascht einige Fans zunächst, da es wesentlich eingängiger und weniger komplex als seine Vorgänger ist. Der neue Mann hinterm Micro hört auf den Namen Luke Easter und kann mit seiner Stimme voll und ganz überzeugen. Das Material ist deutlich auf Grooves ausgelegt und geht schneller ins Ohr. Dass die Band mit jedem Album und je einem Song für den GMA Dove Award nominiert wird hat schon beinahe Tradition und kann auch mit diesem Album fortgesetzt werden.

Die nachfolgende EP "Carry The Wounded" unterscheidet sich ebenfalls von den bisherigen Veröffentlichungen der Band. Die Musik ist durch die Verwendung von Streichern sehr emotional und Ted widemt einen Song (die Klavierballade "When the Love Is
Right") sogar seiner Verlobten. Der neue Mann an der Gitarre ist Aaron Guara, der eigentlich als Sänger bei Tourniquet einsteigen wollte, den Job aber nicht bekam. Seinen Einstand gibt er auf der Best-Of "Collected Works" die zusätzlich zwei neue Songs enthält, mit denen sie wieder eine deutlich härtere Richtung einschlagen.

Umso mehr verwundert es, dass Victor und Gary daraufhin beide die Band verlassen. Victor hat Probleme seine eher konservative Glaubensausrichtung weiter mit der Band unter einen Hut zu bringen und Gary sehnt sich nach mehr Zeit mit seiner Familie. Inzwischen machen er und Guy Ritter wieder zusammen bei Echo Hollow Musik. Mit Vince Dennis (Ex-Prong) holen sie sich einen neuen Bassisten ins Boot der zwar noch nicht auf "Crawl To China" spielt, aber bei einigen Auftritten aushilft. Auch dieses Album ist relativ erfolgreich und musikalisch sehr interessant, aber die Gitarren sind komplett von Kirk eingespielt und auch Vince bleibt nicht bei der Band.

Im Laufe der 90er Jahre haben Tourniquet diverse Akustik Auftritte hinter sich gebracht, die sie vereinzelt auch auf Band festgehalten haben. Diese Mitschnitte nutzen sie in der folgenden Zeit, um '98 "Acoustic Archives" zu veröffentlichen. Doch anstatt nur Altes in neuem Gewand zu präsentieren, reichen sie noch einen neuen Track auf dem Album nach, der wieder gehörig nach vorne weg brettert und schon mal ankündigt, was den Fan auf dem neuem Album "Microscopic View Of A Telescopic Realm" erwarten soll.

Mit Steve Andino ist ein neuer Bassist im Line-Up und auf der neuen Scheibe zeigen Aaron und Ted so richtig, was sie an den Klampfen drauf haben. Das Material ist so abwechslungsreich wie selten zuvor und man sollte meinen, die Band könnte langsam mal zur Ruhe kommen und sich auf ein festes Line-Up konzentrieren. Doch stattdessen quittiert Aaron 2002 seinen Dienst und Ted, Luke und Steve stehen ohne Gitarristen da. Was andere Bands erst mal ziemlich alt aussehen lässt, scheint für Tourniquet keine großes Problem zu sein.

Für ihr nächstes Studioalbum "Where Moth And Rust Destroy" greifen sie einfach auf die Hilfe von Marty Friedman (Ex-Megadeth) und Bruce Franklin (Trouble) zurück. Die beiden lassen es gitarrentechnisch richtig krachen und machen das Album zu einem weiteren Klassiker in der langen Geschichte der Band.

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