Porträt

laut.de-Biographie

Total Chaos

1989 sieht es in Sachen Punkrock eher schlecht aus. Die alten Helden sterben mehr und mehr weg und Neues kommt nicht nach. Also machen sich ein paar Punks in Pomona Valley, Kalifornien auf, mit Total Chaos eine neue Band zu gründen, die sowohl die musikalischen als auch ethischen Werte der alten Punk- und Hardcore-Bewegung am Leben erhalten soll.

Zusammen mit Resist And Exist ist Total Chaos von Anfang an eine der Bands, die nicht nur musikalisch von sich reden machen, sondern auch direkt mit Organisationen wie UVP (United Valley Punks), OCP (Orange County Peace Punks) oder AGC (Alternative Gathering Collective) und Aktionen wie Food Not Bombs und der Eröffnung des Los Angeles Anarchist Centers auf sich aufmerksam machen. Dazu gehört auch die Organisation von peace punk picnics, Protesten gegen den Golfkrieg und diverse andere Dinge. Damit und mit diversen Konzerten hat sich die Band schon einen guten Namen gemacht, ehe sie '91 ihr erstes Demo und im folgenden Jahr die Single "Nightmares" veröffentlicht.

1993 nehmen sie in Eigenregie ihr Debüt "Where The Punks" auf und spielen damit einige Shows in Kalifornien. Ziemlich überraschend kommt das Angebot, mit Yaps eine komplette Tour durch Mexico zu fahren, das sie natürlich annehmen. Dort spielen sie meist in ausverkauften Clubs. Ihre Scheibe fällt auch Bret Gurewitz, dem Gitarristen von Bad Religion und Chef von Epitaph Records in die Hände, der ihnen daraufhin einen Deal anbietet. So geht es Anfang des nächsten Jahres schon wieder ins Studio, um dort "Pledge Of Defiance" einzuspielen. Darauf nimmt Sänger Rob Chaos kein Blatt vor den Mund und wettert gehörig gegen die amerikanische Regierung und Bevölkerung.

Kein Wunder also, dass es auf der folgenden Tour mit den Mighty Mighty Bosstones zu diversen Prügeleien kommt, da sich viele Konservative auf den Schlips getreten fühlen. Total Chaos fühlen sich dadurch aber nur bestätigt und verkrümeln sich, kaum wieder zurück, sofort wieder ins Studio. Dort nehmen sie mit ihrem neuen Gitarristen Shawn Smash die nächste Scheibe "Patriotic Smash" auf. Einmal mehr legt die Band den Finger in die offene Wunde und prangert Rassismus und andere soziale Missstände öffentlich an. Das führt zu einigen Morddrohungen und zahlreichen Rangeleien auf der Tour mit Battalion Of Saints, sowie zur Verbannung ihres Albums in Japan.

Total Chaos kratzt nicht die Bohne. Stattdessen geht es im Sommer '95 zum ersten Mal nach Europa, wo sie ihre Tour auf den legendäre Chaostagen in Hannover beenden. Obwohl sie dort eigentlich gar nicht auftreten wollten, stehen sie auf einmal doch auf der Bühne und als der deutschstämmige Shawn gerade den Song "Riot City" mit den Worten "Let's Riot" ansagt, will die Polizei den Gig beenden. Der Rest geistert durch die Weltpresse und die wortwörtlichen Chaostage gingen los. Nachdem sie nach Kalifornien zurück kehren, verlässt Gearbox die Band und gibt die Sticks an Suzy Home Wrecker ab. Mit ihr spielen sie "Anthems Form The Alleyway" ein, das ein wenig die Hardcore-Pfade verlässt und eher auf den klassischen Punkrock der 70er setzt.

Kaum veröffentlicht, sind sie schon wieder in den USA und Europa unterwegs und lassen keine Möglichkeit aus, auf Missstände hinzuweisen. Als es '97 schließlich daran geht, den Vertrag mit Epitaph zu verlängern, ist Bret Gurewitz für geschlagene sechs Monate nirgendwo aufzutreiben. Als er letztendlich doch wieder auftaucht, ist das in einer Drogenklinik und die Verhandlungen mit dem neuen Präsidenten des Labels laufen ins Leere. So kehren Total Chaos der Firma Ende des folgenden Jahres den Rücken und sehen sich nach einem neuen Partner um.

Im Frühjahr 1999 veröffentlichen sie über Cleopatra Records das erste von zwei Alben in limitierter Auflage namens "In God We Kill", dem ein Jahr später "The Early Years" folgt. Zwischendrin drehen sie natürlich noch ein paar Live-Runden mit Blanks 77 und sind im neuen Jahrtausend auch zum ersten Mal in Japan unterwegs. Nach deren Abschluss gehen sie mit Produzent Jim Faraci (Guns N'Roses/L.A. Guns) ins Studio, um dort "Punk Invasion" einzutüten. Die Scheibe veröffentlichen sie 2001 über ihr eigenes Label Reject Records, das sie ein paar Jahre später in SOS Records umtaufen.

Nachdem sie 2002 auch im Rahmen der Warped-Tour unterwegs sind, geht Rob mehr und mehr dazu über, für andere Bands das Booking und die Promotion zu übernehmen. Zwar ist inzwischen Gearbox wieder zu Total Chaos zurück gekehrt, aber die Band liegt zunächst etwas auf Eis. Mit The Exploited und Conflict hat Rob inzwischen zwei echte Kultbands auf seinem Label und ist dort zeitlich ganz gut ausgelastet. So geht es erst im November 2003 wieder zurück ins Studio, um mit dem neuen Tieftöner Charlie (Ex-Lifes Halt) das Album "Freedom Kills" aufzunehmen.

In Deutschland veröffentlicht das People Like You Label 2006 zunächst die Best Of "17 Years Of ... Chaos", ehe sie 2007 "Freedom Kills" auch hierzulande auflegen. Anfang Februar 2008 erscheint mit "Avoid All Sides" nach beinahe vier Jahren endlich wieder ein neues Album der Truppe. Neben Rob, Shawn und Gearbox steht nur noch DeDe am Bass, da Foffle die Band inzwischen wieder verlassen hat. Musikalisch bleibt alles beim Alten und die ersten Deutschland-Dates haben sie bei der Veröffentlichung schon hinter sich gebracht.

Alben

Videos

Complete Control
  • Total Chaos

    Offizielle Homepage

    http://www.totalchaospunx.com
  • Total Chaos@MySpace

    Breath my chaos, it's MySpace.

    http://www.myspace.com/totalchaospunx

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