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"Ein verblüffender Zusammenprall zwischen den gewalttätigen Gitarren von My Bloody Valentine und Drum'n'Bass" schreibt ein Kritiker 1996 über "Semtex", das erste Album der Third Eye Foundation. Hinter dem mysteriösen Bandnamen steckt der 1974 in Bristol geborene Matt Elliott. Er spielt Gitarre, Schlagzeug und Viola, hat sich aber zuvor einen Namen als Soundbastler bei Flying Saucer Attack und AMP gemacht.
Zwei unterschiedliche Zugänge zur Musik, die er in seinen Werken immer wieder neu zusammen setzt. Das Ergebnis sind düstere, beengende, manchmal beängstigende Atmosphären. "Als ich 'Ghost' aufnahm, habe ich es nicht wirklich für Menschen gemacht ... die ganze Erfahrung war ziemlich merkwürdig", erzählt Elliott etwa über sein zweites Album, das 1996 erscheint und seinen Namen auch in den USA bekannt macht. Nebenbei remixt er verschiedene Stücke, die er als Singles veröffentlicht, und arbeit in einem Plattenladen, um sich sein Brot zu verdienen.
Nach dem verhältnismäßig entspannten "Little Lost Soul" (2000) gibt Elliott seinen Pseudonym auf und bringt "The Mess We Made" (2003) unter eigenem Namen heraus. "Endlich hat er seine Deckung aufgegeben, seine Seele geöffnet und die tiefe Dunkelheit offenbart, die sein Inneres zerreißt", schreibt das US-Label Merge über ihn. Zwar arbeitet er weiterhin viel mit Samples, spielt Stimmen und Instrumente aber selbst ein und verzichtet weitgehend auf Beats.
Nachdem er von England nach Frankreich umgesiedelt ist, bietet "Drinking Songs" (2005) wieder einen neuen Zugang. "Wehmütige Klänge aus slawischen Ländern, Seefahrer- und Sirenengesänge sind darauf zu hören. Dazu Trinklieder, die aber wohl eher zum Hörgenuss im heimischen Wohnzimmer bestimmt sind als zum angeheiterten Schunkeln in der Kneipe", beschreibt der Fernsehsender Arte den Inhalt des Albums.
Im Juli 2007 erscheint auf dem französischen Label Ici d'alleurs "Failing Songs", das sich wieder den traurugen Seiten des Lebens widmet und das Scheitern der Menschheit zum Thema hat, was Elliott bestätigt:
"'Failing Songs' ist der zweite Teil der Trilogie, die mit 'Drinking Songs' begann und zeichnet sich aus durch die wunderbare Patricia Arguelles Martinez an der Violine und natürlich Chris Cole am Schlagzeug und den Percussions. Wir haben das Album Zuhause aufgenommen, außer den Streichern, die wir nachts ind der Dorfkirche eingespielt haben. Es ist immer schwierig, sich obejktiv über seine eigene Musik zu äußern, also were ich es nicht tun. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, die Songs handeln vorwiegend von unserem persönlichen und politischem Scheitern und davon, dass tatsächlich keiner die Welt betrachten kann, ohne die Tatsache zu akzeptieren, das wir als Spezies weitgehend versagt haben. Dessen bin ich mir sicher und erleichtert, mir das eingestehen zu können".
Der katastrophale Zustand der Welt und aktuelle politische Ereignisse sind für Matt Elliott die Triebfeder fürs sein musikalisches Schaffen. Auch auf seiner Homepage offenbart er seine politische Gesinnung mit einem Kommentar zur Wahl Sarkozys zum Staatspräsidenten Frankreichs und bietet Fans und anderen ein Forum zum politischen Austausch.
The Mess We Made(Matt Elliott) (2003), Little Lost Soul (2000), You Guys Kill Me (1999), Ghost (1997), Semtex (1996)
Übliche myspace-Seite mit Hörproben und Freunden.
http://www.myspace.com/mattelliotandthethirdeye
Intervview mit Matt Elliott nach der "Drinking Songs"-Veröffentlichung.
http://www.exitmusic.ch/magazin/interviews/interview_mit_matt_elliott.html
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