Porträt

laut.de-Biographie

Thee Majesty

Man hätte sehr viel Geld darauf verwetten können, dass ein Künstler wie Genesis P-Orridge, der in den vergangenen 25 Jahren mit den Bands Throbbing Gristle und Psychic TV den musikalischen Underground wesentlich mitgeprägt hat, nicht lange untätig zu Hause herumsitzen würde. Und so erweckte er 1998, nachdem Psychic TV zur Historie geworden war, zusammen mit seinem Kumpel aus alten Psychic TV Tagen, Larry Thrasher, Thee Majesty zum Leben. Neben den beiden gesellte sich bald noch Bryin Dall von der amerikanischen Düsterband Loretta's Doll zu Thee Majesty und vervollständigte das Stammpersonal. Während Genesis P-Orridge in exzessiver Weise seiner Vorliebe für das gesprochene Wort fröhnen darf, sorgen Bryin Dall an der Gitarre und Larry Thrasher an verschiedenen Rhythmusinstrumenten für die atmosphärische Ausstrahlung von Thee Majesty. Dabei steht die intentionelle Arbeit eher im Hintergrund, vielmehr versuchen die drei Musiker in ihren Werken durch eine weitestgehende künstlerische Freiheit die ursprüngliche göttliche Kraft der Kunst zu beschwören.

Mit Thee Majesty wollen die drei experimentierfreudigen Musiker das Grenzland zwischen Poesie, Musik und visueller Kunst ausloten und auf eine Vereinigung aller drei Kunstrichtungen hinarbeiten. Dementsprechend wichtig sind für Thee Majesty Liveauftritte, deren erster unter dem Titel "Spoken Word Free The Word - The Beatnik Legacy" am 31. Oktober 1998 in Stockholm stattfand. Anlässlich eines Konzertes in der Royal Festival Hall im Frühjahr 1999 veröffentlichten sie ihre erste CD unter dem Titel "Time's Up". Diese präsentierten sie im Rahmen eines multimedialen Live-Events, das sie im Herbst 1999 auch für drei Konzerte nach Deutschland gebracht hat.

2003 erscheint im New Yorker Soft Skull Press-Verlag das Buch "Painful But Fabulous", das P-Orridges ereignisreiches Leben und sein künstlerisches Wirken beleuchtet. Darin ist auch sein neuestes Projekt beschrieben, das die Geschlechterdifferenzen aufzuheben versucht. Die Annäherung zwischen GPOs Freundin Jackie Breyer und ihm ist jedoch nicht nur als ein geistig abstrakter Prozess zu verstehen, sondern manifestiert sich in konkreten körperlichen Veränderungen hin zu einem Mischwesen.

So ließ Breyer ihr Kinn dem von P-Orridge angleichen. Er wiederum legte sich unters Messer, um sich Brustimplantate einsetzen zu lassen, die sich in Größe und Form am Busen von Breyer orientieren. Wie schon so oft in seiner Karriere gelingt es Genesis P-Orridge auch im Zeitalter der Schönheitschirurgie wieder einmal, festgefahrene gesellschaftliche Denk-Kategorien in Frage zu stellen und neue Ideen zu provozieren. Damit bleibt er auch im neuen Jahrtausend eine der inspirierendsten Persönlichkeiten der Popkultur. Musikalisch meldet sich P-Orridge im Mai 2004 mit einem Throbbing Gristle-Reunion-Konzert in England zurück.

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