Porträt

laut.de-Biographie

The Teenagers

Dank New Rave ist Trashkultur im Jahr 2007 wieder tres chic. Die Teenagers aus Paris verdanken diesem kruden Zufall der Popkultur ihre ganze Existenz. Als Partymäuse in Neonfarben, und vor allem als eine in England und den USA heißgeliebte ironische Hipster-Band.

Dorian Dumont (Gitarre, Synthies) und Michael Szipner (Bass) kennen sich aus Kindertagen und nehmen sich in der Schulzeit des Exzentrikers Quentin Delafon an. Gemeinsam verliert sich das Trio in schlechten amerikanischen Neunziger-TV-Serien à la Bevery Hils 90210 und träumt in der sanften Tragik der Teenie-Welt. Nebenher spielt die Musik eine wichtige Rolle: Dorian versucht sich in Pop- und Elektro-Projekten, Michel fühlte sich eher der Hardcore und Punk-Szene zugehörig.

Im Wodka-Suff am Heiligen Abend beschließt man, endlich einen Konsens zu finden. Als The Teenagers verschreibt man sich einem Konzept von in Spoken-Word gepackten Teenager-Alltagen unter einem Formel 1-Soundtrack erster Güte.

Das Resultat dieses Abends hört dann auf den rührigen Namen "Fuck Nicole" und landet selbstverständlich auf einem hochgepimpten MySpace-Profil in der bandeigenen CI voller Style, Fashion und musikhistorischen Versatzstücken. Tatsächlich fühlen sich Tausende Teenager angesprochen und lassen die Friend-Anzahl in die Höhen schnellen.

Als die Teenagers mit "Homecoming" ihrem MySpace-Player einen zweiten Batzen Bubble-Gum-Pop geben, stehen schon die Herren von Merok Records vor der Tür. Das Londoner Label genießt mit Veröffentlichungen wie den ähnlich dilettantischen Fieps-Hipstern Crystal Castles oder der Single "Atlantis To Interzone" von den Klaxons einen guten Ruf in Paris - ein Vertrag ist schnell unterschrieben.

Das schlaue Stück "Homecoming", das so leidenschaftlich eine Sommerurlaubs-Romanze zerlegt, mutiert zum Hit in der digitalen Welt. Vor allem englische Teenager huldigen fortan an der Inkarnation ihrer Träume.

Die Band bezieht ihre neue Residenz in London. Dort mutieren die drei Pariser Vorstadt-Kids dann endgültig zu einem Hype, als die Götter der Stilsicherheit Kitsune ihre verschneiten Hände reichen und "Homecoming" als 12" veröffentlichten.

Die zweite "richtige" Veröffentlichung der Teenagers, "Starlett Johansson", verehrt die aufstrebende Hollywood-Diva und leistet weitere Basisarbeit an der Hysterie-Front. Mit den Label-Buddies Crystle Castels und den Hedi Slimane-Kumpels These New Puritans touren die Teenagers dann für das Vice Magazin durch die USA.

Bald darauf sitzt das Trio mit Strokes-Produzent Gordon Raphel im Studio. Dessen Rocker-Schnauzbart verträgt sich aber nur schlecht mit der Fashion-Rotzbremse von Teenager-Sänger Quentin und den Ansichten der französischen Boys. Letztendlich werden diese Aufnahmen komplett verworfen, und die Band arbeitet für ihr erstes Album nur noch mit Producer Lexxx zusammen.

Das Debüt "Reality Check" erscheint im März 2008 und hinterlässt gähnende Münder. Der Witz ist ausgereizt und durch. Die Single "Love No" hat nicht die Hit-Qualitäten von "Homecoming", und mit einem schlechten Charteinstieg in England scheint die Karriere der Teenagers dann auch wieder so schnell beendet zu sein, wie sie begonnen hat.

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