Porträt

laut.de-Biographie

The Superstar DJs

Unglaublich aber wahr. In der Schweiz gelangen tatsächlich Künstler an die Öffentlichkeit, die sich Dr. Klitoris und Lars Libido nennen. Unter dem Deckmantel des pompösen Projektnamens The Superstar DJs veröffentlicht das Plattendreher-Duo 2005 auf Nation Music, das u.a. auch Sektion Kuchikäschtli beherbergt, ihre erste Langspielplatte "The Men We All Know And Love".

Was die Namen schon andeuten, belegen die Eidgenossen spätestens in ihren Videos: Die beiden sind irgendwie anders. Ob als Picknicker in Lederhosen, die sich plötzlich in legginstragende Superhelden verwandeln und mit Schallplatten bewaffnet auf Entführerjagd gehen ("Boogie Girl"), oder als böse Buben, die die Hood auf Bonanzarädern unsicher machen ("Mescalito") – (Selbst-)Ironie und Persiflage sind selten weit.

Wahrscheinlich rührt das daher, dass sich die Mannen aus Zug nach eigenen Aussagen als Auserwählte einer höheren Macht verstehen, die "den Menschen Momente reinster Intensität und von entsetzlicher Schönheit" schenken sollen. Vielleicht haben ihnen die Auftritte mit den Scratch Perverts, Kurtis Blow und den Delinquent Habits auch einfach nur den Verstand vernebelt. Letztere sperren die DJs im Video zu "Mescalito" als Gastrapper übrigens zur Strafe in eine Kiste und missbrauchen sie in der Folge als menschliche Tüten-Drehmaschine.

Die labeltechnisch ebenfalls in der Schweiz beheimateten Mariachi-Rapper sind eines der Features auf dem 2007 erscheinenden Nachfolger "Born Originals". Ebenfalls mit dabei: Die Puppetmastaz aus Berlin, die Reggae-Künstler Caramelo Criminal aus München, Benjammin aus Barcelona sowie Labelkollege Seven aus der Schweiz.

Bei so viel kosmopolitischer und musikalischer Abwechslung bleibt es hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis die beiden vergangenen, erfolgreichen Touren durch Österreich und Tschechien auch weiter nördlich des deutsch-schweizerischen Grenzgebietes eine Fortsetzung finden.

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