Porträt

laut.de-Biographie

The Soft Pack

Ob die Herren Lamkin, McLoughlin, Lantzman, Hill mitbekommen haben, dass sich in Europa einige Menschen wegen der berüchtigten Mohammed-Karikaturen ihres Lebens nicht mehr sicher sind, darf getrost bezweifelt werden. Jedenfalls handelt das Quartett, das wie Wavves aus San Diego kommt, ganz schön einfältig, als es sich 2007 in provokantester Punk-Manier The Muslims nennt. Und das nicht wegen potenzieller Gewaltandrohungen durch religiöse Fanatiker.

Wie sich herausstellt, wird die Band wegen ihres verwegenen Namens vielmehr von den eigenen Leuten angefeindet - trotz Freiheit der Kunst. Journalisten stellen Fragen zum Jihad, auf Konzerten kommt es immer häufiger zu Frotzeleien und rassistischen Kommentaren, obwohl man sich zumeist in Los Angeles Hipster-Punk-Szene rund um die berühmte Beauty Bar aufhält. So benennt sich die Band im Herbst 2008 in "The Soft Pack" um: Die englische Bezeichnung für einen schlaffen Dildo.

"Ihr habt es tatsächlich geschafft, euch aus der Pop-Geschichte herauszuschreiben. Ihr solltet euch schämen", ätzt daraufhin Guardian-Blogger Steven Wells, ein glühender Verehrer unverbrauchter Band-Namen.

Immerhin, ein cleverer Schachzug: Die erste digitale EP nennt man als Hommage noch einmal "The Muslims". Wenigstens ihren Sound haben The Soft Pack zu diesem Zeitpunkt aber schon gefunden.

Ihr scheinbar schlampig gespielter, wegen der kalifornischen Sonne zudem äußerst zurückgelehnter Rock'n'Roll mit Post-Punk-Einflüssen hat viele Vorbilder: klingt nach The Strokes, kommt aber von The Stooges, Jonathan Richman, Wire und Velvet Underground.

Sänger McLoughlin versucht erst gar nicht, die Nähe zu letztgenannter Band abzustreiten. "Wir wissen nicht, was wir da eigentlich mit unseren Instrumenten tun. Deshalb klingen wir nach Velvet Underground."

Im Frühjahr 2010 erscheint nach zwei EPs das erste reguläre Album "The Soft Pack". Im bereits veröffentlichten Song "Extinction" hat die Band immerhin schon einmal klar gemacht, wie sie mit Trennungen umgeht: "If you give me a gun, I'll point at you / If you think I'm the one that has to answer to you." Wohl am besten also, man spricht die Band nicht mehr auf The Muslims an.

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