Porträt

laut.de-Biographie

The Light

Tote Legenden sollte man ruhen lassen. Eine Meinung, die der am 13. Februar 1956 geborene Brite Peter Hook nicht teilt. Über zwei Jahrzehnte lang drückte Hook den Karrieren von Joy Division und New Order maßgeblich seinen Stempel auf, wobei erstere mit dem Selbstmord des Sängers Ian Curtis 1980 über Nacht früh beendet schien.

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Mit Die Ärzte, Garbage, Tenacious D., Sven Regener, Peter Hook (Joy Division/New Order/The Light) und einem Rock'n'Roll-Buchtipp.

Doch der Kult um die rasch zur Legende erwachsene Post Punk-Band Joy Division, gespeist durch gerade mal zwei Studioalben, verflüchtigte sich seither nie und so freuten sich Nachgewachsene ab 2001 Löcher in den Bauch, als die Nachfolgeband New Order erstmals wieder Joy Division-Songs live anstimmte.

Und gerade als es so aussah, als würde Hook mit New Order in Frieden altern, entzweite 2007 ein hässlicher Streit die einstigen Bandkumpels. Ausgangspunkt soll angeblich die nicht abgesprochene, von Hook verkündete Trennung New Orders gewesen sein, die von Bernard Sumner und Stephen Morris prompt energisch dementiert wurde.

Bereits im Jahr zuvor soll Hooks literarische Aufarbeitung des bandeigenen Hacienda-Clubs in Manchester ("How Not To Run A Club") bei Sumner und Morris auf wenig Verständnis gestoßen sein.

Seit Hooks Gründung des Tourprojekts The Light im Jahr 2010 ist das Tischtuch zwischen ihm und seinen Ex-Kollegen endgültig zerschnitten. Hook versteht The Light als große Gedenkfeier der Kunst des verstorbenen Curtis sowie Joy Division. Morris und Sumner verdammen das Projekt als Hochverrat.

Pünktlich zum 30. Todestag von Curtis spielt Hook zusammen mit seinem Sohn Jack Bates (Bass), Gitarrist Nat Wason, Keyboarder Andy Poole, Drummer Paul Kehoe sowie (Teilzeit-) Sängerin Rowetta im Mai 2010 erstmals das komplette Joy Division-Debüt "Unknown Pleasures" in Manchesters Factory vor begeistertem Publikum. Am Mikrofon: Er selbst.

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Peter Hook über sein Joy Division-Tourprojekt und die Hommage in Form eines "Micky Maus"-T-Shirts.

Die Reaktionen sind euphorisch, so dass Konzerte in Italien, Spanien, Australien, Neuseeland, Mexiko und in den USA folgen. 2011 wagt sich die Gruppe dann ans zweite Album "Closer". Zeitgleich entsteht die EP "1102/2011" mit drei von Rowetta gesungenen Songs ("Insight", "New Dawn Fades" und "Atmosphere") sowie mit "Pictures In My Mind" die erste Aufnahme eins bislang unveröffentlichten Joy Division-Tracks, gesungen von Hook.

Die Idee der JD-Revitalisierung auf Konserve und Konzertbühnen bleibt ein Zankapfel unter alten und neuen Anhängern, wobei gerade letztere die Möglichkeit, die legendären Songs live zu erleben, dankbar annehmen.

Ähnlich sieht es auch Hook: "Ich tue das, weil es künstlerisch das überragendste Gefühl für mich war, nach 30 Jahren diese Songs zurück zu bekommen. Denn wir kehrten dieser Musik lange den Rücken zu, wir alle. Drei Dekaden später hatte ich die Möglichkeit, mich ihr wieder zu widmen."

Über die Konsequenzen seines Tuns ist sich der Musiker dabei sehr bewusst: "Die Verantwortung ist einschüchternd. Doch wenn ich während der Shows in die Gesichter der Leute blicke, hatte ich bisher kein einziges Mal das Gefühl, dass irgendjemand mich dafür hassen würde."

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  • Peter Hook

    Offizielle Seite mit Infos zu aktuellen Projekten.

    http://www.peterhook.co.uk

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