laut.de-Kritik

Melodieverliebter Death Metal mit messerscharfen Riffs.

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Man zeigt sich heutzutage ja nicht mehr sonderlich überrascht, wenn eine Band aus Schweden eher dem technischen Death Metal amerikanischer Prägung folgt. Dass aber eine Truppe aus der Death Metal-Hochburg Tampa dermaßen nach Göteborg klingt, ist schon eher selten der Fall.

Der Opener und Titeltrack von "Riders Of The Plague" sägt sich jedenfalls direkt mal gnadenlos in die Nackenmuskulatur, und was das Gitarrenduo Pintavalle und Joseph hier ablässt, ist mal allererste Sahne. Mit einer ähnlichen Energie und Frische gingen Nightrage auf ihrem Debüt vor vier Jahren ebenfalls zur Sache. Hart, schnell, melodisch und auf den Punkt, so muss das sein. "Dead And Gone" nimmt das Tempo ein wenig heraus und arbeitet auch mit einem Schuss mehr Melodie, was den messerscharfen Riffs aber nichts von ihrer Durchschlagskraft nimmt.

Ein paar orientalische Klänge - für die wohl Santiago Dobles von Aghora als Gastmusiker verantwortlich zeichnet - leiten "The Murder" ein, ehe die Nummer mit ein paar Blastbeats abzischt wie Hölle. Brüllwürfel Jamie Stewart variiert clever zwischen derben Shouts und tiefen Grunts, lässt aber cleane Vocals komplett außen vor. Gleiches trifft auf Produzent Jonas Kjellgren (Scar Symmetry/Ex-Carnal Forge) zu, der nicht nur das ein oder andere Lead beisteuert, sondern für "Merciless" auch schon mal ins Mikro hustet.

A propos Gastmusiker, davon haben sich die Amis für die Klampfen noch ein paar mehr eingeladen, obwohl das eigentlich gar nicht notwendig wäre. Immerhin liefern die beiden hauptamtlichen Gitarristen gerade bei "World Devides" ein paar sehr schöne Melodien ab, und auch das rein instrumentale "Prosperity" kommt trotz vier Minuten Spieldauer ohne irgendwelche Längen über die Zeit. Dass sie trotz aller (oder gerade wegen) Melodieverliebtheit auf straighte, gut ins Ohr gehende Songs schreiben können, zeigt hingegen das treibende "Echoes" und das schon erwähnte "World Devides".

Neben dem Scar Symmetry-Klampfer Per Nilsson lässt vor allem James Murphy (Ex-Death/Testament/Cancer) die Saiten immer mal wieder qualmen und steuert ein paar Soli zum zügigen "Awakening" und zum wiederum rein instrumentalen "Outro" bei. Nachdem "Merciless" noch mal ordentlich auf's Gas drückt, legen The Absence mit "Into The Pit" eine absolut gelungene Coverversion von Testaments "Into The Pit" hin. Warum das alle Stärken der Band aufweisende "The Victorious Dead" allerdings so weit hinten auf der Scheibe steht, muss ich auch nicht verstehen.

Trackliste

  1. 1. Riders Of The Plague
  2. 2. Dead And Gone
  3. 3. The Murder
  4. 4. Echos
  5. 5. World Divides
  6. 6. Prosperity (instrumental)
  7. 7. -
  8. 8. Awakening
  9. 9. Merciless
  10. 10. Into The Pit
  11. 11. The Victorious Dead
  12. 12. Outro

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