Porträt

laut.de-Biographie

Stephen Duffy

"Ich war immer sehr frustriert von Leuten, die reinkommen, Platten machen und eine große Geschichte über sich als Künstler erzählen und was sie alles vorhaben. Dann machen sie ein paar Platten und verschwinden wieder. Die haben irgendwie gelogen. Man muss weitermachen. Man macht nicht Platten, weil man weiter Platten machen kann, sondern weil man damit etwas zum Ausdruck bringen will", erzählt Stephen Duffy in einem Interview im November 2004. Dieser Einstellung hat er es zu verdanken, dass er trotz zahlreicher Enttäuschungen seit Ende der 70er Jahre im Musikgeschäft aktiv ist.

Seine Karriere beginnt mit einem Fehlgriff. 1960 in Birmingham geboren, lernt Duffy 1979 den Bassisten John Taylor und den Keyboarder Nick Rhodes an der Kunsthochschule kennen. Gemeinsam gründen sie Duran Duran. Nach wenigen Monaten entscheidet sich Duffy jedoch, lieber bei The Hawk mitzumachen. Während er mit seinen neuen Mitstreitern vor sich hin dümpelt, kommen Rhodes und Taylor mit dem neuen Sänger Simon LeBon groß heraus.

"Den größten Pechvogel der Popgeschichte", nennt ihn ein englischer Musikredakteur. Nachdem Duffy 1982 endlich eine erfolgreiche Single gelingt ("Kiss Me" als Mitglied von Tintin), lehnt er das Angebot ab, Lieder für eine junge amerikanische Sängerin zu schreiben. Ihr Name: Madonna. Anstatt sich mit einem Erfolg wie "Like A Virgin" brüsten zu können, schlägt er eine Solokarriere ein, die nur zu mäßigen Ergebnissen führt.

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre präsentiert er zunächst tanzbares Material, widmet sich aber später dem Folkrock. Mit seiner Begleitband The Lilac Times veröffentlicht er mehrere Alben, singt einen Beitrag auf einem Leonard Cohen-Tributalbum und geht eine eigenwillige Zusammenarbeit mit dem Geiger Nigel Kennedy ("In Colors" 1993) ein. Nebenbei arbeitet er mit anderen Künstlern und bringt auch Werke unter eigenem Namen heraus.

Obwohl er mit Nick Rhodes unter dem Decknamen The Devils mit "Dark Circles" 2001 wieder auf sich aufmerksam macht, steht er am Ende ohne Plattenvertrag da. Er schließt sich wieder Lilac Time an und nimmt das selbst finanzierte und -produzierte "Keep Going" auf. Nach eigenen Angaben ist es sein persönlichstes Album, mit seinen ruhigen Folktönen geht es jedoch zunächst im allgemeinen Desinteresse unter.

Im Herbst 2004 veröffentlicht Robbie Williams die Single "Radio". Der Co-Autor: Stephen Duffy. Die Zusammenarbeit dehnt sich auf Williams' "Intensive Care" aus, die im Frühjahr 2005 erscheint. Plötzlich ist Duffy wieder in aller Munde und erhält einen neuen Plattenvertrag. "Keep Going" landet mit einer neuen Pressekampagne erneut in den Regalen. Das Blatt scheint sich schließlich zu wenden.

Auch ein Robbie Williams braucht mal eine Pause. Nachdem das zweite gemeinschaftliche Werk "Rudebox" 2006 nicht so gut bei den Fans ankommt, zieht sich der Popstar für längere Zeit zurück, und sein Co-Produzent kann sich wieder seinen eigenen Stücken zuwenden. Die Auszeit nutzt Stephen sehr gut. 2007 erscheint mit seiner Band The Lilac Time die Platte "Runout Groove" mit traurig-schönen Liebesgeschichten des talentierten Songschreibers. Zwischen Folk, Country und Blues harmoniert Duffy hier fernab des Synthie-Pop und zeigt ein Händchen für sehnsuchtsgetränkte Melodien. Existenzielle Unentschlossenheit und sonnenverwöhnte Oktobertage, davon erzählt ein sympathischer junger Mann, der die Aufmerksamkeit auch ohne Rob verdient.

Alben

Stephen Duffy - Runout Groove: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 Runout Groove

Kritik von Jasmin Lütz

Wohlkingende Lieder in einem Beet aus Sehnsucht und Träumerei. (0 Kommentare)

Stephen Duffy & The Lilac Time - Keep Going: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2003 Keep Going

Kritik von Giuliano Benassi

Diese Platte machte Robbie Williams aufmerksam ... (0 Kommentare)

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