Porträt

laut.de-Biographie

Sola Rosa

"Ich habe keine Ahnung, warum wir so musikversessen sind", sinniert Andrew Spraggon, der Mann hinter Sola Rosa, über die Musikszene seiner Heimat Neuseeland. "Vielleicht liebt es an der Insel-Mentalität."

Sola Rosa - Get It Together Aktuelles Album
Sola Rosa Get It Together
'Geht nicht' gibts nicht.

"Jamaika, Kuba ... Wir glauben immer, wir müssten der Welt etwas beweisen. Also streben wir nach Originalität. Aber, um es mal gesagt zu haben: Es gibt auch eine Menge Scheißmusik aus Neuseeland." Sola Rosa allerdings fallen definitiv nicht in diese Kategorie.

Schon zu Highschool-Zeiten entdeckt Spraggon sein musikalisches Talent. Mit 13 spielt er in seiner ersten Band und nachdem er mit 16 die Schule verlässt, schon in der nächsten. Erst 1998 trennen sich die Wege der Mitglieder. Spraggon macht sich in die USA und nach Mexiko auf, um seinen Horizont zu erweitern.

Zwei Jahre reist er, ehe es ihn in seine neuseeländische Heimat zurück zieht. "Ich bin heimgekommen, hab' mir einen Computer gekauft und als Sola Rosa angefangen", erinnert sich Spraggon an seine Anfänge um die Jahrtausendwende. Sola Rosa zu diesem Zeitpunkt: ein reines Ein-Mann-Projekt.

Von Beginn an straft Spraggon Genre-Grenzen mit leiser Verachtung. Zwar geht, was er zunächst auf eigene Faust veröffentlicht, durchaus noch als Downbeat-Electronica durch. Spraggon treibt allerdings der Ehrgeiz, das beste aus Hip Hop, Reggae, Jazz, Latin und Funk mit zu verwursten: alle Einflüsse, die ihn als Musiker und Produzenten prägen.

Mit "Moves On" erweitert sich das musikalische Spektrum noch einmal drastisch. Spraggon bindet mehr und mehr Live-Instrumente in seinen Sound ein, noch mehr Gewicht liegt plötzlich auf Funk, Soul und Reggae. "Ich könnte nie reinen Dubstep produzieren", zeigt er sich mittlerweile überzeugt. "Die Beschränkungen eines Genres würden mich zu sehr einengen."

Auch personell tut sich etwas, im Hause Sola Rosa: Die Ein-Mann-Show mutiert langsam aber sicher zum Künstlerkollektiv. "Das war hauptsächlich den Live-Auftritten geschuldet", so Spraggon gegenüber Under The Radar. "Ein Typ auf der Bühne, der an Knöpfchen dreht - das ist einfach keine gute Show."

Als dauerhafte Mitstreiter kristallisieren sich über die Jahre Matt Short am Bass, Gitarrist Ben White und Drummer Will Scott heraus. Für das erste auch international veröffentlichte Album "Get It Together" holen sich Sola Rosa zudem einen bunten Strauß nationaler und internationaler Gast-Vokalisten ins Boot.

Das Album entpuppt sich als der bis dato größte Erfolg der Neuseeländer. Andrew Spraggon sammelt Nominierungen und Preise, Sola Rosa mausert sich zu einem der gefragtesten Live-Acts Neuseelands, tourt aber längst auch international. Die Single "Turn Around" mit Kiwi-Soul-Sängerin Iva Lamkun untermalt in Kanada einen Werbespot.

Bei Andrew Spraggon droht also keine Langeweile aufzukommen. Trotzdem betätigt er sich nebenbei noch als Radio-DJ, bestückt eine regelmäßige Show. "Als DJ zu arbeiten, treibt mich aus dem Haus und bringt mir Inspiration in Form von neuer Musik. Wenn du das jede Woche machst, musst du ständig nach neuen Tunes suchen. That keeps me diggin'."

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