Porträt

laut.de-Biographie

Sid LeRock

Die Geschichte von Sid, oder was passiert, wenn ein Mann zähneklappernd in einer Blockhütte inmitten der weiten Wildnis von Kanada sitzt und keinen Auftrag hat. Er setzt sich hin und schreibt Musik. Wenns denn wirklich so war. Man weiß es nicht ganz so genau. Ebenso wenig, ob er denn nun wirklich auch so heißt, der gute Sid.

Aber der Reihe nach: Sheldon Sidney Sid LeRock, Sohn einer Salontänzerin und eines Holzfällers, erblickt Anfang der siebziger Jahre das Licht der Welt in einem entlegenen Winkel in der kanadischen Provinz Ontario. Sid schließt eine Holzfällerschule als Klassenbester ab, entscheidet sich aber dagegen, einen solchen Job anzutreten. Die Höhenangst.

Viel lieber spielt er Bass in einer DIY-Punkband, genannt Broad Delight. Aber es stellt sich heraus, dass so ein Bandgefüge nicht immer eine einfache Angelegenheit ist. Er liebt es auch heute noch, live zu performen. Sid beschließt, es solo als Musiker zu versuchen. Techno und die Möglichkeiten, die Dinge allein zu regeln, kommen da gerade recht.

Er zieht vom Land in die große Stadt, nach Windsor, die angebliche Whiskymetropole Kanadas. Genau das Richtige für den Liebhaber der Marke "Crown Royal". Neben seiner angeblichen Arbeit in der Finanzwelt als seriöser Börsenmakler – dort kennt ihn wohl jeder als Sheldon Thompson – schraubt er an seinen Skizzen und Entwürfen herum.

2000 ist es dann so weit: Unter dem Alias Gringo Grinder veröffentlicht er beim Label Era Recordings eine CD mit dem Titel "Jalapeno Rock" und ein Jahr später, ebenso bei Era, erstmals unter dem Namen Pan/Tone. In der Folgezeit erscheinen von Pan/Tone eine ganze Reihe von EPs auf den Labels Revolver, Background, Sub Static und Dumb-Unit von Landsmann Jeremy P. Caulfield.

2002 hängt er seinen Bürojob an den Nagel, um sich ganz der Musik zu widmen. Per Zufall verschlägt es ihn nach Köln, seiner heutigen zweiten Heimat. Hier, wie bereits in Kanada, wagt Sid einen eigenen Ansatz, Rock mit Gesang und Techno zu vereinen und arbeitet dabei noch seine Indie-Vergangenheit ab. Bands wie Ween, Fugazi oder Violent Femmes zählt er zu seinen Einflüssen. Ein Resultat davon ist das mit reichlich Glam behaftete Gringo Grinder-Album "Breakfast Included" auf Onitor.

Während eines Kanada-Urlaubs in besagter Blockhütte entsteht das Ausgangsmaterial für eine weitere Platte, mit dem er später von Lado unter Vertrag genommen wird. Für "Written In Lipstick" muss dann ein neues Pseudonym herhalten. Kein Problem für den Musiker mit den multiplen Identitäten: Und Sid LeRock ward zum Leben erweckt. Lügen haben kurze Beine, oder: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

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