Porträt

laut.de-Biographie

Seinabo Sey

Wenn Kinder im Laufe ihres Erwachsenwerdens gegen ihre Eltern rebellieren, dann gipfelt das oft in einer Berufswahl, die den Erzeugern so gar nicht in den Kram passt. Auch im Fall von Seinabo Sey deutete zunächst alles auf einen Zwist zwischen Tochter und Vater hin: "Mein Vater stammt aus Gambia und war in seiner Heimat ein erfolgreicher Musiker. Ich hingegen wollte einen anderen beruflichen Weg einschlagen. Ich wollte immer Anwältin werden", erinnert sich Seinabo.

Seinabo Sey - Pretend Aktuelles Album
Seinabo Sey Pretend
Unter der Oberfläche verbirgt sich das Adele-Problem.

Aufgewachsen im schwedischen Stockholm lauert die Musik im Leben der Heranwachsenden aber an jeder Ecke. Auch ihre Mutter, eine gebürtige Schwedin, hört immer und gern viel Musik. Und dann ist da auch noch das tägliche liebenswürdige Grinsen ihres Vaters, der sich zwar über eine musikalische Laufbahn seiner Tochter freuen würde, aber im Grunde auch kein Problem mit einer anderen Berufswahl hätte. So findet sich Seinabo während ihrer Teenagerzeit zwischen den Stühlen sitzend wieder.

Da ist dieser Traum von einer akademischen Laufbahn. Es gibt aber auch die Musik, die sie manchmal stundenlang im Zimmer sitzen lässt. Dort entstehen ihre ersten Texte und Melodien. Irgendwann entscheidet sich Seinabo. Wieder grinst ihr Vater. Die Musik hat gesiegt. Und Seinabo will hoch hinaus.

Zunächst versucht sie sich innerhalb einer schwedischen Hip Hop-Truppe namens Maskinen. Die Band kommt aber nicht weit.

Einer der Bandmitglieder arbeitet nebenbei noch mit dem Produzenten Magnus Lidehäll zusammen. Seinabo wittert ihre Chance. Sie schreibt Magnus eine Mail. Ihr Ziel: ein Treffen. Und Magnus beißt an. Kurze Zeit später hockt die angehende Sängerin bereits in Lidehälls Studio. Dort wurden bereits Songs für Britney Spears und Katy Perry geschrieben.

Magnus Lidehäll ist hin und weg von Seinabos Erscheinung. Ihr Gespür für kraftvollen Neo-Soul im Verbund mit tiefgründigen Texten, ihre an Nina Simone und neuzeitliche Größen wie Adele und Beyonce erinnernde Stimme, sowie ihr unbändiger Ehrgeiz: Nach Ansicht des Produzenten verfügt Seinabo über das Gesamtpaket, das man braucht, um es in der Pop-Welt ganz nach oben zu schaffen.

Drei Jahre lang tüfteln die beiden an Seinabos Debütalbum. Ende Oktober 2015 ist es dann fertig: "Pretend" erscheint via Universal. Seinabo ist am Ziel angelangt. Sie hat es geschafft. Sie muss sich allerdings erst einmal an ihr neues Dasein als Pop-Star gewöhnen: "Es ist nicht einfach. Ich bin eigentlich ein sehr häuslicher Typ. Aber momentan habe ich kein Zuhause. Ich bin stets unterwegs. Und wenn ich dann doch mal nach Hause komme, liegen überall Berge von Klamotten rum. Das muss ich alles noch in den Griff bekommen. Aber das schaffe ich schon."

Alben

Seinabo Sey - Pretend: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2015 Pretend

Kritik von Sven Kabelitz

Unter der Oberfläche verbirgt sich das Adele-Problem. (0 Kommentare)

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