Porträt

laut.de-Biographie

Sacrifice

Als Bands wie Metallica und Slayer Anfang der 80er ihre Debüts vorlegen, und Gruppen wie Exodus, Megadeth und Testament etwas später nachziehen, treten sie eine Welle von Bands los, die ebenfalls aggressiven, schnellen Metal spielen wollen. Der Begriff Thrash Metal existiert zu der Zeit eigentlich noch nicht, weswegen viele noch von Speed Metal sprechen.

Die Bay Area boomt zu der Zeit, doch auch in Kanada entwickelt sich eine Szene. Während die oben genannten Bands ihre Einflüsse ohne Zweifel zum Teil von Anvil beziehen, orientieren sich die aus Toronto stammenden Sacrifice eher an deren geistigen Erben. Kein Wunder also, dass die ersten, musikalischen Gehversuche von Sänger und Gitarrist Rob Urbinati, seinem ebenfalls klampfenden Kumpel Joe Rico, Basser Scott Watts und Drummer Craig Boyle ebenfalls massiv im Thrash Metal anzuordnen sind.

Auf den ersten Demos greifen sie noch auf einen Shouter namens John Baldy zurück, doch der ist - genau wie Craig - auf dem Debüt "Torment In Fire" bereits wieder Geschichte. Nachdem die Scheibe 1985 in Kanada erscheint, sichern sich Metal Blade für den amerikanischen und Roadrunner für den europäischen Markt den Vertrieb. An den Drums sitzt inzwischen Gus Pynn, der die simplen aber brettharten Riffs mit ordentlich Dampf unterlegt.

Ähnlich wie in der Bay Area entwickelt sich auch in der Szene in und um Toronto ein aktiver Underground, in der Sacrifice und Slaughter lange Zeit tonangebend sind. Gerade mal alt genug, ein Bier zu bestellen, kommen sie schon auf Tour in die USA (wo sie noch nicht alt genug für Alkohol sind). Da vor allem der Sound auf "Torment In Fire" alles andere als ideal ist, legen sie auf dem nächsten Album "Forward To Termination" besonders Wert darauf.

Doch auch in Sachen Gitarrenarbeit legen sie zu, lassen aber gleichzeitig ihre Hardcore-Roots aufblitzen. Die Scheibe ist zwar 1986 fix und fertig, die Veröffentlichung verzögert sich aber lange. Größere Touren bleiben aus finanziellen Gründen aus, obwohl die Band in Kanada mittlerweile einen Namen hat.

Einmal mehr zieht sich die Zeit bis zur nächsten Veröffentlichung in die Länge. "Soldiers Of Misfortune" erscheint nur in Kanada und die USA. In Europa ist die Scheibe nur als Import zu finden. In dieser Zeit nimmt Drummer Gus seinen Hut und gibt an Mike Rosenthal ab. Mit ihm geht es zum allerersten Mal mit Bolt Thrower auf eine ausgedehntere US-Tour.

Nachdem die Aufnahmen zu "Apocalypse Inside" abgeschlossen sind, trennen sich Sacrifice von Basser Scott. Seinen Platz nimmt Kevin Wimberley ein, zudem landet man bei Metal Blade. Eine Tour mit Death und Gorefest steht ebenfalls an, doch kaum ist das Album auf dem Markt, ist der Deal schon wieder Geschichte. Thrash Metal wird zu einer beinahe ausgestorbenen Musikform.

In der Folge lösen sich Sacrifice desillusioniert auf, und Rob macht mit Basser Kevin unter dem Banner Interzone eher weniger als mehr erfolgreich weiter. Auch die 2003 veröffentlichte Sacrifice-Scheibe "Put Her On The Altar" mit Demo-Aufnahmen bleibt was für absolute Die Hard-Fans und sorgt kaum für Aufsehen. Erst als der Thrash Metal im zweiten Jahrtausend wieder deutlich erstarkt, wittern Sacrifice Morgenluft.

Die Band reformiert sich im Original Line-Up und spielt "The Ones I Condemn" ein. Die Scheibe schließt im Jahr 2010 nahtlos an "Apocalypse Inside" an, klingt aber trotzdem nicht altbacken.

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