Porträt

laut.de-Biographie

Rokia Traoré

"Ich liebe und respektiere traditionelle Musik", erklärt Rokia Traoré. "Aber ich überlasse sie lieber anderen Leuten. Es gibt viele talentierte Musiker, aber für mich ist es viel interessanter, ihnen zuzuhören, als zu versuchen, sie zu kopieren. Ja, ich benutze traditionelle Instrumente. Aber ich gebe ihnen einen neuen Ausdruck und schreibe neue Songs, die einen zeitgenössischen Anspruch haben."

Geboren am 24. Januar 1974 und aufgewachsen in einer wohlhabenden malinesischen Familie, ihr Vater war Diplomat, lernt Rokia Traoré die Welt seit frühster Kindheit kennen. Die Reisen ihres Vaters führen sie in die USA, den Mittleren Osten und nach Europa. Dort lernt sie, sich in den verschiedensten Kulturen souverän zu bewegen. Im Laufe der Jahre formt sich in ihr folgerichtig eine moderne, multikulturelle Persönlichkeit aus, die sich in ihrer musikalischen Identität widerspiegelt.

Waren ihre ersten beiden Alben, "Mouneissa" und "Wanita" noch ein Geheimtipp in Weltmusikkreisen, hat sich über "Bowmboï" und "Tchamantche" zu einer der interessantesten und gefragtesten Künstlerinnen Westafrikas entwickelt. Ihre Musik ist eine Symbiose, die ihre afrikanischen Wurzeln mit einer modernen Weltanschauung kombiniert. "Kulturelle Gegensätze erfüllen bei Traoré nur noch den Zweck, mit ihnen zu spielen und sie zu überwinden", schwärmt Michael Frost über "Bowmboï" - und Rokia Traoré, die in ihrer Muttersprache Bamana singt.

Vorwiegend in Paris lebend, fordert Traoré mit ihren "modernen Ideen" nicht nur die Weltmusikgemeinde, sondern von Beginn an ihre Landsleute heraus: "Ich sage 'Steh auf und du kannst frei sein'. Aber manche mögen das nicht. Sie wollen, dass ihre Stars helle Haut haben, viel Make-up tragen und in protzigen Autos herumfahren. Von mir werden sie das nicht bekommen."

Dass die Herausforderung trotzdem angenommen wird, beweist 1997, noch vor der Veröffentlichung ihrer ersten CD, der Titel "Afrikanische Entdeckung des Jahres", der von Radio France Internationale einmal im Jahr vergeben wird. In diesem Jahr lernt Traoré auch Ali Farka Touré kennen. Der international renommierte Star wird zum wichtigen Freund, Förderer und Wegbereiter ihrer Karriere. 1998 nimmt sie mit seiner Hilfe ihr Debütalbum "Mouneissa" auf.

Sie selbst bezeichnet ihren eigenwilligen und schwer kategorisierbaren Stil als "zeitgenössische Musik aus Mali". Es dauert nicht lange, bis Traoré die Grenzen Frankreichs überschreitet. Bereits ihr zweites Album, "Wanita" (2000), erhält höchste Anerkennung und wird von der New York Times zu einem ihrer Alben des Jahres gekürt.

Dann kennt die Begeisterung, ebenso wie ihre Musik, keine Grenzen mehr. Für "Bowmboï" erhält sie 2003 den begehrten und international beachteten BBC World Music Award. Ihrer kosmopolitischen Eigenwilligkeit bleibt sie auch auf "Tchamantche" (2008) treu, denn "die Musik hängt ab von der Person, die sie macht - und ich bin Afrikanerin. Aber ich komme aus einer neuen Generation, die mit einer neuen Sicht auf Afrika und die Musik Afrikas blickt."

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