Porträt

laut.de-Biographie

Robin Scott

Am bekanntesten ist der britische Produzent, Musiker und Komponist Robin Scott unter seinem Pseudonym "M". Als solcher mischt er 1979 die Charts auf, schafft es in Großbritannien mit seiner Single "Pop Muzik" immerhin bis auf Platz 2. Nach dem unerwarteten Erfolg steigt der Song auch in anderen europäischen Ländern und den USA in die Charts ein.

Für Robin Scott bedeutet das tanzbare Disco-Stück "Pop Muzik" allerdings den größten Erfolg - ein One-Hit-Wonder. Dem Musikgeschäft bleibt der Brite aber auch abseits der Charts in vielerlei Funktionen erhalten.

Scott kommt am 1. April 1947 im Londoner Vorort Croydon zur Welt. Dort schreibt er sich als junger Erwachsener Mitte der 60er Jahre am Croydon Art College ein. In der revolutionär aufgeheizten Stimmung der Studentenproteste wird an den Universitäten diskutiert, experimentiert und früh Neues ausprobiert.

Die Popkultur als das wichtigste Vehikel zur Änderung der Zustände zu sehen, verbindet Scott mit seinen beiden Kommilitonen Malcolm McLaren und Vivienne Westwood. Als diese ihren Mode-Laden Sex eröffnen, wollen sie Scott auch mit im Boot haben. Der jedoch entscheidet sich für eine Karriere als Musiker.

Kurze Zeit später erscheint sein Debütalbum "Woman From The Warm Grass" auf einem kleinen Independent-Label. Scott spielt seine folkigen Songs in ungezählten Kneipen, Clubs und kleinen Konzert-Venues. Er versucht, sich einen Namen als Singer und Songwriter zu machen.

Dabei spielt er unter anderem mit einem ebenfalls aufstrebenden jungen Musiker, David Bowie lautet sein Name. Es folgen Talentwettbewerbe, Auftragskompositionen für die Werbeindustrie, weitere Konzertauftritte und Produzententätigkeiten für andere Bands.

Erst mit dem Aufkommen von Punk gewinnt die Karriere von Robin Scott deutlich an Schwung. "Vivienne Westwood und Malcolm Mclaren standen mir seit Artschool-Zeiten eine Weile lang sehr nahe und ich wurde in den Strudel wundervoller Verrücktheit rund um die Sex Pistols hinein gezogen", sagt Scott später in einem Interview.

Im Dunstkreis der Sex Pistols sorgt die Frauen-Punk-Band The Slits für Aufsehen. 1978 fliegt Scott nach Paris, wo er zusammen mit Regisseur Julian Temple an einer filmischen Dokumentation über die Combo arbeitet.

Nach Abschluss des Projekts schreibt er einige neue Songs, die er gleich mit einer Sessionband einspielt. Seine Frau Brigit Novik verleiht ihnen eine Stimme. Als Projektnamen entscheidet sich Scott für das schlichte "M".

"Der Name 'M' war reine Willkür. Ich habe im Studio von Jean Baptist Mondino gearbeitet, als ich draußen vor dem Fenster das fluoreszierende 'M' über der Metro-Station sah. Ich habe das als Zeichen betrachtet, ein Corporate-Logo für MM, money markets, Mickey Mouse, was immer du sehen willst", so der Brite.

Als sich die Single zum internationalen Top-Hit auswächst, beschließt Scott unter dem Projektnamen M auch einen Longplayer zu produzieren. "New York London Paris Munich" heißt das Album, auf dem neben dem späteren Level 42-Mitglied Phil Gould auch David Bowie zu hören sein soll.

In den folgenden beiden Jahren erscheinen zwei weitere M-Alben ("The Official Secret Act" 1980 und "Famous Last Words" 1981), die jedoch nicht mehr an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Gleichzeitig arbeitet Scott als Produzent für den japanischen Elektronik-Musiker Ryuichi Sakamoto und Mitglieder seines Yellow Magic Orchestras.

Zwei Jahre später ist Scott in Kenia unterwegs, wo er mit einheimischen Musikern ein Album einspielt. Die Plattenfirma verweigert sich jedoch einer Veröffentlichung. Erst 2003 als das Interesse an Scotts Musik wieder erwacht, finden auch seine 20 Jahre zuvor gemachten Aufnahmen ihren Weg in den Handel.

Gleichzeitig entdeckt eine neue Generation von Produzenten, vornehmlich aus dem House- und Techno-Bereich die Musik von M für sich.

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