Porträt

laut.de-Biographie

Red Sparowes

Im Fall Red Sparowes führen formelle Assoziationen mit vorwärts treibenden Formationen wie Neurosis, Angel Hair und Pleasure Forever zu der Vermutung, die Musik des L.A.-Quintetts sei ein von Meisterhand gefertigtes Epos von grundlegender Dringlichkeit. Und genau das ist es auch.

Allerdings sind Red Sparowes episch, ohne bombastisch zu sein. Heavy ohne einen einzigen Barrégriff. Und ausweidend ohne irgendeinen wahrnehmbaren Gesang. Spiralförmige Schichten effektbeladener Gitarren und das schwingende hypnotisierende Schlagzeugspiel erschaffen Texturen, in denen Goblin, Tones On Tail, Godspeed You Black Emperor! und die frühen Sonic Youth anklingen. Die Attacke kommt sirupartig und schlängelnd; subtil, aber beängstigend durchdacht.

Red Sparowes setzen sich zusammen aus Isis' Clifford Meyer an der Gitarre, Drummer David Clifford (The VSS, Pleasure Forever), Josh Graham, der bei Neurosis für die Visuals zuständig ist, spielt den zweiten Sechssaiter, Greg Burns (Halifax Pier) übernimmt Bass und Pedal Steel, Andy Arahood (Angel Hair) Bass und Gitarre. Das Debüt "At The Soundless Dawn" von 2005 wurde noch gemeinsam mit Isis-Bassist Jeff Caxide und Schlagzeuger Dana Berkowitz (The Cignal) aufgenommen.

In der Summe entstammt ihr Sound hingegen eher esoterisch-melodischen Gitarrensurrealisten der Mittachtziger als dem wilden Realismus genannter Heavy-Psychrock-Bands. Mehrzeilige Tracknamen betiteln ansonsten wortlose Geschichten. Songs fließen ineinander, Instrumente verwischen zu einem warmen Strom aus Tönen. Eine orchestrale Wall Of Sound, ebenso bezaubernd wie irritierend.

Und obwohl die Bandmitglieder in der Tat alle in verschiedenen Gruppen involviert sind, gilt ihnen Red Sparowes keineswegs als reines Nebenprojekt. Man fühlt sich als Teil einer großen Familie, aber was ihren Hang zu Experimenten mit epischer kathartischer Musik betrifft, schlagen Red Sparowes weit außerhalb der bekannten Genregrenzen aus. Im Herbst 2006 erscheint ihr zweites Werk "Every Red Heart Shines Toward The Red Sun", das allerdings ein wenig an Schwerfälligkeit leidet.

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