Porträt

laut.de-Biographie

RUIN

"Wenn man sich auf eine Bühne stellt, sollte man auch etwas zu sagen haben. Musik muss extrem und authentisch sein, dann ist mir das Genre egal", so Martin Eder. Und der Mann weiß, wovon er spricht. Als Gründer der Band Ruin und einer der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Künstler im Bereich der Kunstmalerei kennt er sich aus in der wohldosierten Provokation des Publikums.

Ähnlich verstörend wie der Pinsel-Mix aus Trash, Erotik und Surrealismus fällt auch die Musik des gebürtigen Augsburger aus. Zwischen Klangcollage, Ambient, Industrial, Neoklassik und einer Prise Black Metal fährt der umtriebige Wahlberliner so gut wie alles an die Wand, was der durchschnittliche Musikfreund an Hörgewohnheiten verinnerlicht.

Spätestens seit der Zusammenarbeit mit dem Berliner Avantgarde-Klassik Solistenensemble Kaleidoskop gilt Ruin als Wegbereiter einer neuen Musikrichtung, die geschickt auf audiovisuelle Experimente setzt, um gerade bei Konzerten die maximale Wirkung zu erzielen. Bei den aufwändigen Bühnenshows kommen seit 2009 auch vermehrt Schauspieler zum Einsatz. Vom Black Metal holt Eder dabei vornehmlich die Verzweiflung, Selbstaufgabe und den Sound ins Boot. Mit tumbem Rassismus, umgedrehten Kreuzen und Doofmann-Satanismus hat er nichts am Hut.

Zur Umsetzung seiner abseitigen Klangphantasien sammelt er 2010 eine erlesene Mannschaft aus diversen Avantgarde-Künstlern um sich. Hierzu zählen so unterschiedliche Charaktere wie Attila Csihar von Mayhem, Sunn O))) oder auch der Einstürzende Neubauten/Die Haut-Axtmann Jochen Arbeit. Trotz oder sogar wegen dieser hochklassigen Besetzung spielen Individuen keine Rolle im Konzept Ruin. Die Band feiert stattdessen die Loslösung von der Rockstarpose und sieht sich eher als Organismus denn als typische Combo.

2011 erscheint das Album "1/2 Skull". Neben der noch konsequenteren Distanzierung vom Mainstream - u.a. durch den mittlerweile völligen Verzicht auf Vocals - glänzt das Artwork der Platte durch eine bis dato weltweite Einmaligkeit. Blut, Knochen, Aspirin und Asche sind nur einige Zutaten, mit der Eder das Cover gestaltet. Die CD erregt ob ihrer schroffen Kompromisslosigkeit einiges Aufsehen im Blätterwald des Feuilleton. Eder gibt derweil Konzerte und kündigt an, dies sei noch lange nicht der letzte Streich der Anti-Band.

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