Porträt

laut.de-Biographie

Lantlôs

"Als ich 17 geworden bin, habe ich ein psychologisches Phänomen an mir beobachten können. Ich habe erst kürzlich herausgefunden, dass sich das Derealisation nennt. Das äußert sich dahingehend, dass man keinen Bezug zur Realität hat. Dass man die Umwelt anders, wie durch einen Filter wahrnimmt. Es fühlt sich an wie ein dauerhafter Rausch, der nicht kontrollierbar ist. Dem entspringt das gesamte Lantlôs-Konzept"

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Als Lantlôs-Kopf Markus "Herbst" Siegenhort das gegenüber Metal Mirror äußert, steht er kurz vor dem Release seiner dritten Platte "Agape". Der 2010 erschienene Vorgänger ".neon" gilt bereits als herausragendes Referenzwerk des Post Black-Metal.

Herbst gründet Lantlôs 2005 gemeinsam mit einem Freund, Anggrau. Die beiden Multiinstrumentalisten nehmen zunächst ein Demo mit dem Namen "Îsern Himel" auf, bevor 2008 das selbstbetitelte Debüt folgt. Darauf ist auch Eïs-Sänger Alboin zu hören. Sowohl von ihm als auch Anggrau trennt sich Herbst allerdings noch vor Veröffentlichung der "Lantlôs"-LP.

Als neuer Sänger stößt Alcests Neige hinzu. Den Franzosen lernt Herbst über den Artwork-Künstler Fursy Teyssier kennen. Zur Verbindung mit Neige sagt Herbst: "Wir konnten unsere Sätze vervollständigen. Und deshalb haben wir auch Musik zusammen gemacht. Ich bin in der Zeit davor von Arzt zu Arzt gerannt und keiner konnte mir dabei helfen, bis ich auf einmal diese Dudes aus Frankreich getroffen habe, die das so präzise formulieren konnten. Daher kam diese spezielle Beziehung zwischen uns zustanden und darum ist unsere Musik auch ähnlich."

In der Tat: Parallelen gibt es einige in der Musik von Alcest und Lantlôs. Beide haben ihre Wurzeln im Black Metal, beide befreiten sich im Lauf der Zeit von Genregrenzen, liebäugeln mit dem Shoegazertum, gelten als Vorreiter der so entstehenden Blackgaze-Bewegung. Insgesamt bleiben Lantlôs im direkten Vergleich aber länger dem Metallischen, der Kälte, dem Nihilismus verschrieben.

Einen deutlichen Kurswechsel vollzieht Herbst mit dem vierten Album "Melting Sun". Nach freundschaftlicher Trennung ist Neige hier nicht mehr mit von der Partie. Stattdessen stellt sich Herbst nun auch ans Mikro. Er verzichtet auf die bis dato präsenten Black Metal-Vocals und konzentriert sich auf Clean-Gesang. Zwar stammt der überwiegende Teil des Songmaterials noch immer ausschließlich von ihm, doch die inzwischen angewachsene Bandbesetzung steuert zumindest Ideen bei. Drummer Felix Wylezik und Cedric Holler (Gitarre, Keys, Vocals) unterstützen Herbst mittlerweile. Live beschäftigt er außerdem Gitarrist Julian Wulfheide sowie Basser Chris Schattka.

Für den Wendepunkt "Melting Sun" ist erneut Herbsts psychischer Zustand ausschlaggebend. Seine Ich-Störung hat der Frontmann inzwischen überwunden und dementsprechend die Ausrichtung seiner Band weiterentwickelt. Die Herangehensweise habe sich trotzdem nicht geändert, meint er: "Ich steigere mich unheimlich in das rein, was in mir vorgeht. Und daraus entsteht irgendwann ein Song. Nur das, was mich bewegt, hat sich verändert."

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