Porträt

laut.de-Biographie

Nizzla

Es wird häufig dargestellt, als entwickle sich im Ruhrgebiet eine Szene, die ein Gegengewicht zum scheinbar übermächtigen Rap-Standort Berlin bilden soll. Ein Blick in die Geschichte fördert rasch zutage: Bullshit. Der Pott war immer am Start, und die dortigen Hip Hop-Vorkommen sind noch lange nicht erschöpft.

Nizzla ist ein Sohn des Ruhrgebiets. Geboren am 30. März 1983 im sauerländischen Lüdenscheid, lebt, studiert und arbeitet er später in Bochum. Das Hip Hop-Fieber erwischt Nizzla im typischen Alter: Mit 16 heißt es für ihn nicht mehr nur konsumieren: Er will mitmachen.

Nizzla schreibt erste Texte und beginnt, zu rappen; anfangs noch über Ami-Produktionen. Die Vorgaben erweisen sich jedoch recht schnell als den eigenen Ansprüchen nicht gewachsen. Ab 2004 bastelt Nizzla selbst an seinen Beats. Inzwischen blickt er auf einige Live-Erfahrung zurück. Er steht im Ruhrgebiet, aber auch in Krakau auf der Bühne.

Seine Herkunft, die Suche nach den eigenen Wurzeln, einer Identität und nicht zuletzt nach der eigenen Positionierung im teilweise irrwitzigen Rap-Geschehen bietet dem Sohn polnischer Eltern stets ein Thema - unter vielen. Im Repertoire führt Nizzla darüber hinaus die ganze Bandbreite zwischen berührender Beziehungskiste und amtlicher Battleansage.

Die erste Veröffentlichung unter dem sperrigen Titel "Presslaib Studio Proudly Presents DSC" von 2003 bleibt einer breiten Öffentlichkeit zwar verborgen, bildet aber immerhin den Anfang eines stetigen Lernprozesses. Nizzla eignet sich zunehmend Fähigkeiten an, um komplett in Eigenregie operieren zu können. Zum mittlerweile virtuosen Umgang mit den 26 Kollegen des Alphabets kommen eigene Beats, abgemischt wird schließlich auch alleine.

Nizzla macht alles selbst. Nebenbei, wohlgemerkt: Wenn er nicht gerade schreibt, rappt, produziert, aufnimmt, abmischt, oder mit dem Mic in der Hand auf irgendeiner Bühne steht, studiert er an der Ruhr-Universität in Bochum Maschinenbau. Schützenhilfe nimmt er einzig von seinem DJ an: Sein langjähriger Kumpel Cutz Penza an den Decks hält Nizzla den Rücken frei.

Die EP "Nochma Langsam!!!" von 2007 zeigt dann auch genau das: das exzellente Zusammenspiel eines klassischen Ein-DJ-ein-MC-Gespanns. Cutz Penza glänzt mit Cuts und Scratches der alten Schule, die ganz und gar nicht hausbacken wirken, sondern von solider Handwerkskunst künden.

Dazu präsentiert Nizzla am Mikrofon ebenso flüssig wie witzig clever konstruierte Reime und wirft mit Vokabeln um sich, bis auch der Letzte weiß, dass er da ist. Mal sinnierend, mal aufmüpfig bildet "Nochma Langsam!!!" eine mehr als ordentliche Visitenkarte für den Einstieg ins Geschäft, zumal aus jeder Zeile sprüht, was man 2007 leider viel zu oft vermisst: Spaß an der Freude.

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