Porträt

laut.de-Biographie

My Education

Dass Postrock sich hierzulande nicht unbedingt einer allzu breiten Fanbase erfreut, ist schade. Bedauernswerter ist, dass Postrock aus dem tiefen Süden der Vereinigten Staaten in Deutschland nicht viele Anhänger findet. Und fast schon traurig stimmt es, wenn den Instrumentalisten von My Education außerhalb ihrer Heimat so gut wie keine Beachtung geschenkt wird.

Selbst zu Hause reicht es eher nur zum Geheimtipp als zum erfolgsverwöhnten Publikumsschwarm. Ihre bisher in Europa wenig beachtete Laufbahn beginnt ganz unscheinbar im Lone Star State.

1999 finden sich Gitarrist Brian Purington, Bassist Eric Gibbons und Drummer Sean Seagler in Austin zusammen, nachdem sie vom dreckigen San Angelo die Schnauze voll haben. Alle haben bereits in anderen Projekten Bühnenerfahrung gesammelt.

Mit ihrem ungewöhnlichen, beunruhigenden und fesselnden Sound machen sie sich in texanischen Clubs schnell einen Namen. Als mit Kirk Laktas, James Alexander, Travis Weller und Chris Hackstie Keyboard, Viola, Violine und eine weitere Gitarre dazustoßen, nehmen die Instrumentalisten 2001 mit "5 Popes" ihren ersten Longplayer auf.

Bei vielen US-College-Radiosendern schlägt die Platte ein wie eine Bombe. Nach einer Tour durch die Staaten und Kanada werden Vergleiche zu Godspeed You! Black Emperor laut, der Band wird Aufmerksamkeit aus der Postrock-Szene zuteil.

2005 folgt das zweite Album: "Italian" verbindet Noise mit elegischen Melodien, schwelgt in dick instrumentierten Arrangements, die sich vor minutenlanger Opulenz nicht scheuen. Im selben Jahr entdeckt David Fricke vom Rolling Stone Magazine die Band auf dem SXSW-Festival. Er ist hingerissen: "Meine Überraschungs-Entdeckung beim diesjährigen SXSW: My Education - Ecstasy für Fortgeschrittene."

Mit ihm geraten auch andere Kritiker ins Schwärmen. Nach "Moody Dipper" (2006), zu dem Kinski, Dälek, Teith und Red Sparowes Remixe beitragen, verlässt Eric Gibbons die Band, um seine Karriere als bildender Künstler zu vertiefen. Dafür ziehen My Education den Bassisten Scott Telles und die Vibraphonistin Sarah Norris an Land.

Eine weitere Kollaboration mit den Experimental-Hip Hoppern von Dälek untermauert die Vielfältigkeit der Band. Gemeinsam nehmen sie eine 12-Inch-Vinyl auf, bevor die Instrumentalisten auf "Bad Vibrations" wieder eigene Wege gehen. Mit überbordenden Songs bleiben My Education ihrem Stil treu, ohne vor einer Entwicklung zurückzuscheuen.

2010 liefern sie mit "Sunrise" einen Soundtrack zu Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm-Meisterwerk "Sunrise - A Song Of Two Humans" von 1927. Elegisch schwelgen die Instrumentalisten in überbordenden Klangwelten. Langsam aufbauende Melodien, gewaltige Schlagzeugarrangements und heftige Gitarrenriffs lassen den Atem stocken. Wer sich an elaboriertem und ausgedehntem Post Rock mit Drone- und Klassik-Anleihen erfreut, wird an der Scheibe seine helle Freude haben.

Alben

  • Offizielle Seite

    Relativ spärlich und schlicht gehalten.

    http://www.myeducationmusic.com/
  • MySpace-Page

    Auch hier nicht viel mehr als Tourdaten, Songs und ein paar Videos.

    http://www.myspace.com/myeducation

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