Porträt

laut.de-Biographie

Must Have Been Tokyo

"Tanzmusik für Leute, die eigentlich nicht tanzen können." So beschreiben die Jungs von Must Have Been Tokyo ihren Sound. Gelangweilt vom 90er-Jahre-Geschrammel formieren sich MHBT im Jahre 2003 aus den Überresten einer Luzerner Indie-Band. Sie wollen nach eigenen Angaben etwas Knackigeres machen, etwas Chiceres und vor allem etwas Tanzbares.

Inspiriert von Urgesteinen wie Gang Of Four, The Cure oder Joy Division schließen sich Lux (Bass), Dave (Guitar), Raffi (Drums), Raphael (Vocals, Guitar) und Martin (Synthies) erst mal im Proberaum ein, bevor sie die Bühnen der Schweiz erobern. Aus Mangel an Geld für eine vernünftige Aufnahme müssen sich die Jungs jeden einzelnen Gig mit dem Verschicken von Billig-Demos erkämpfen - dies tun sie mit großem Erfolg.

Ohne je offiziell etwas veröffentlicht zu haben, spielen MHBT im Vorprogramm von Szenegrößen wie The Gossip, Peaches oder The Sunshine Underground in renommierten Schweizer Clubs wie dem Abart, dem Fri-Son oder dem Mascotte. Die Schweizer mögen kleinere Läden, denn am wohlsten fühlen sie sich, wenn das Publikum im Lokal weniger Platz als die Band hat und die Drums die Beine zu spastischen Verrenkungen zwingen.

Um Sparten hat sich die Truppe nie großartig gekümmert, und so stößt bald noch ein Analogsynthie-Freak dazu, der dem Ganzen noch einen Schuss 80er-Trash verpasst. Im Dezember 2006 zieht die Band mit größtenteils ausgeliehenem Equipment in einen verlassenen Kühlraum, um dort ihre erste EP "Insects" aufzunehmen. Trotz der eisigen Temperaturen und wackelnder Wände wegen vorbeifahrenden Zügen im 15-Minuten-Takt nimmt die Band acht Songs auf.

Produziert wird in Eigenregie, der Berner Ben Stoll (sonst eher im Genre Hip Hop bekannt und unter anderem Produzent von Kutti MC), mischt und mastert das Album.

Im Juni 2007 erscheint "Insects" in der Schweiz. Gesungen wird über Kleinigkeiten aus dem Alltag und zoologische Weisheiten, Erlebtes mischt sich mit surrealem Unsinn. Dabei unterlegen die Jungs ihre Texte mit verspielten Synthieklängen, Rock'n'Roll-Gitarrenparts und pochenden Rhythmen. Für alle Nichtschweizer ist die Platte über die Homepage der Band zu erwerben.

Nach der "Risk No Disko-Tour" im Jahr 2008 ziehen sich Must Have Been Tokyo zurück, um an ihrer zweiten EP zu arbeiten. Im Februar 2009 erscheint ihre neue Platte. "Vice" wird in kompletter Eigenregie in einem selbst eingerichteten Studio aufgenommen. Zum Mastern geht es dann zu Greg Calbi nach New York. Dieser war schon für Größen wie Talking Heads, David Bowie oder Interpol tätig. Im Gegensatz zu "Insects" gerät die Platte ruhiger. Die Synthie-Parts sind noch präsenter, die Musik düsterer.

Die Texte von Must Have Been Tokyo sind meist Geschichten voll vager Andeutungen, die Platz für Interpetationen lassen. Er sei ohnehin nicht der straighte Songwritertyp, sagt Elmiger. Er möge es lieber kurios und verdreht. Und wer achtet beim Tanzen schon genau auf die Lyrics?

Alben

Must Have Been Tokyo - Vice: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2008 Vice

Kritik von Andreas Bättig

Leidenschaft, Dramen, Versöhnung und Schmerz in der Sci-Fi-New-Wave-Disco. (0 Kommentare)

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